Für Tetraplegiker: Neues Kopplungssystem verspricht mehr Selbstständigkeit beim Handbiken

Eine Masterandin der Hochschule Aalen hat ein Kopplungssystem entwickelt, mit dem Tetraplegiker ihre Hände ohne fremde Hilfe mit den Griffen des Handbikes verbinden und den Mechanismus auch wieder selbstständig lösen können. Gefertigt wird es im 3D-Druck.

Das Kopplungssystem in Gebrauch: Den Knopf an der Oberseite können Tetraplegiker zum Öffnen mit der Stirn oder dem Kinn bedienen.

Entwickelt hat das neue KopplungssystemTanja Heider, Studentin an der Hochschule Aalen. Ausgerichtet ist es auf die Ansprüche von Tetraplegikern, die ihre Hände nicht mehr nutzen können. Diesen Menschen mit Querschnittlähmung soll der Mechanismus zu mehr Selbstständigkeit beim Handbiken verhelfen.

„Ein Bekannter von mir fährt gerne Handbike, konnte das aber nur mit zusätzlicher Hilfe“, wird die Master-Studentin im Studiengang Industrial Management in einer Pressemeldung der Hochschule Aalen zitiert. Heiders Entwicklung soll dies ändern: Sie konstruierte ein Kopplungssystem, das sich mithilfe einer Druckplatte schließen und mittels eines Knopfs auf der Oberseite wieder öffnen lässt. „Diesen Knopf können Tetraplegiker mit dem Kinn oder der Stirn öffnen und sind so nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen“, beschreibt Tanja Heider die Innovation an der Kopplung.

Tanja Heider entwickelte und fertigte ein neuartiges Kopplungssystem für Handbikes.

Einfache individuelle Anpassung

Gefertigt wird diese im 3D-Druck. „Das gibt uns die Möglichkeit, die einzelnen Teile ganz schnell und einfach an den jeweiligen Nutzenden anzupassen und zu produzieren“, erklärt die Studentin.

Erprobt wurde die Kopplung natürlich von ihrem Bekannten. Dieser sei, so die Pressemitteilung weiter, begeistert vom neuen System: „Das Kopplungssystem gibt mir die Möglichkeit, alleine und sicher mit dem Handbike zu fahren. Damit kann ich einen wichtigen Bestandteil meines Lebens vor der Tetraplegie wieder selbstständig ausüben.“

Damit auch andere Tetraplegiker ihr Kopplungssystem nutzen können, ist Tanja Heider gerade dabei, das eingetragene Gebrauchsmuster für die Kopplung bei Unternehmen vorzustellen. Gemeinsam mit diesen wolle sie dann ein marktreifes Produkt entwickeln. „Ich würde mir wünschen, dass ein Fahrradteile-Hersteller dann das Gebrauchsmuster aufgreift und die Kopplungssysteme im großen Stil produziert“, skizziert die Studentin aus Reutlingen ihre Hoffnungen für die Zukunft.