„Tourismusort – Barrierefreiheit geprüft“: Zertifizierte Urlaubsziele für Menschen mit Behinderung

Die Zahl der Orte und Regionen, die für ihre barrierefreien Tourismusangebote ausgezeichnet wurden, wächst. Nach Bremerhaven, Vreden, Dortmund, Erfurt, Ostfriesland und dem Teutoburger Wald darf nun auch Frankfurt am Main die Kennzeichnung „Tourismusort – Barrierefreiheit geprüft“ von „Reisen für Alle“ tragen.

Regionen oder Orte, die sich von „Reisen für Alle“ zertifiziert lassen wollen, müssen spezielle Angebote für Menschen mit Beeinträchtigungen schaffen. Damit sich z. B. querschnittgelähmte Urlauber bei ihnen wohlfühlen – oder überhaupt erst auf die Idee kommen, dass dieser Ort ein lohnendes, weil nicht rollstuhl-feindliches, Urlaubsziel sein könnte, bedarf es einiger Vorarbeit.

Zunächst muss je nach Größe der Destination eine bestimmte Anzahl touristischer Anbieter geschult, erhoben und zertifiziert sein, erläutert „Reisen für Alle“ in einer Pressemitteilung. Die Anbieter können z. B. aus dem Gastgewerbe, Freizeit-Bereich oder Kultureinrichtungen stammen.

Im zweiten Schritt vernetzen sich diese Anbieter und werden zu thematischen, möglichst inspirierenden Urlaubsangeboten zusammengefasst, die behinderte Urlauber oder Ausflügler auf besonders engagierte und ausgezeichnete Orte aufmerksam machen soll. Vorteil für die teilnehmenden Anbieter: Sie können so mehr und neue Gäste gewinnen.

Für alle Angebote liegen – das betont „Reisen für Alle“ – geprüfte, verlässliche und detaillierte Angaben zur Zugänglichkeit und Nutzbarkeit vor, die den Gästen bei ihren Reise- und Buchungsentscheidungen helfen sollen.

Frankfurt am Main hat sich mit sieben Urlaubsinspirationen für die Auszeichnung als „Tourismusort – Barrierefreiheit geprüft“ beworben: „Frankfurt.historisch“, „Frankfurt.demokratisch“, „Frankfurt.wolkenkratzend“, „Frankfurt.literarisch“, „Frankfurt.filmreif“, „Frankfurt.entspannend“ sowie „Frankfurt.(koch)künstlerisch“. Alle Angebote wurden auf Barrierefreiheit hin geprüft.

Zudem erhielten 24 Hotels, Museen, Restaurants und Ausflugsziele eine Urkunde, die sie berechtigt, mit der Kennzeichnung „Reisen für Alle“ für sich zu werben:

  • Beherbergungsbetriebe: Hotel Scandic Museumsufer, Intercity-Hotel Hauptbahnhof-Süd, Best Western Friedberger Warte, Innside Ostend, Hyatt Place Airport, Aparthotel Adagio Messe und die Jugendherberge
  • Gastronomie: Restaurant Margarete, Café Utopia, Café Siesmayer, Wirtshaus Depot 1899, Restaurant Emma Metzler, Restaurant Oosten
  • Museen: Museum für Kommunikation, Struwwelpeter Museum, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum, Museum Angewandte Kunst, Historisches Museum Frankfurt
  • Sehenswürdigkeiten: Palmengarten, Paulskirche, Kaisersaal im Römer, Goethehaus, Main Tower
  • Touristische Dienstleister: Tourist-Information Hauptbahnhof
  • Die Mainmetropole ist der erste Ort in Hessen, der das Zertifikat erhält. Weitere ausgezeichnete Städte und Regionen in Deutschland sind Bremerhaven, Dortmund, Erfurt, Vreden, Ostfriesland und der Teutoburger Wald.

„Reisen für Alle“ gibt es seit 2014. Rund 3.300 Angebote und Einrichtungen sind seit dem Start mit dem Kennzeichnungs- und Informationssystem erhoben und zertifiziert worden. Die Angebote werden vor der Auszeichnung durch einen der 320 eigens ausgebildeten Erheber geprüft. Die Daten sind auf (externer Link) www.reisen-fuer-alle.de verfügbar. Der ADAC und die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) sind Partner des Bewertungssystems.


Einen Überblick über Organisationen, die bei der Planung einer barrierefreien Reise helfen, gibt der Beitrag: Urlaub im Rollstuhl – Wohin soll die Reise gehen?

In der Kategorie Reiseziele finden sich zudem viele Tipps für den barrierefreien (Kurz-)Urlaub auf dem Land, aber auch in Metropolen, z. B. Barrierefrei unterwegs: Frankfurt am Main.