Das neue SGB IX in der Praxis: Online-Diskussion zur Bedarfsermittlung und Teilhabeplanung


Im Zentrum der Bedarfsermittlung von Leistungen zur Teilhabe stehen die Wünsche und Ziele eines Menschen mit Behinderung, so sieht es das Bundesteilhabegesetz (BTHG) vor. Aber wie werden Teilhabebedarfe und -ziele in der Praxis konkret ermittelt und überprüft?

Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) lädt gemeinsam mit ihren Projektpartnern an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Kassel zum Online-Austausch: Vom 20. Januar bis 9. Februar 2021 geht es in einer moderierten Diskussionsrunde um „Das neue SGB IX in der Praxis – Die Ermittlung des Rehabilitations- und Teilhabebedarfs drei Jahre nach der Reform“.

Das BTHG hat Anfang 2018 neue Regelungen zur einheitlichen Bedarfsermittlung eingeführt. Alle Rehabilitationsträger sind verpflichtet, den Rehabilitationsbedarf auf Grundlage der Vorgaben in § 13 SGB IX individuell und funktionsbezogen zu ermitteln. Darüber hinaus ist im Sinne der Leistungsberechtigten eine trägerübergreifende Zusammenarbeit sicherzustellen. In der Praxis besteht die Herausforderung nicht selten darin, hohe Antragszahlen, personelle Ressourcen und begrenzte Mittel mit dem Anspruch einer personenzentrierten, partizipativen und barrierefreien Bedarfsermittlung zu vereinbaren.

Die dreiwöchige Diskussion soll zur Klärung u. a. der folgenden Fragen beitragen:
• Wie werden Teilhabeziele in der Praxis formuliert und überprüft?
• Inwiefern werden die Wünsche, Vorstellungen, Bedürfnisse und Ziele der Leistungsberechtigten
bei der Bedarfsermittlung und -feststellung berücksichtigt?
• Wie verläuft die trägerübergreifende Zusammenarbeit bei der Bedarfsfeststellung?
• Welche Rolle spielen trägerinterne und trägerexterne Sachverständige?
• Wie findet Bedarfsermittlung unter Pandemiebedingungen statt?

Alle Interessierten sind eingeladen, sich am Austausch über diese und weitere Fragen zu beteiligen. Die federführende wissenschaftliche Begleitung der Diskussion im interaktiven Forum „Fragen – Meinungen – Antworten zum Rehabilitations- und Teilhaberecht“ liegt bei Prof. Dr. Gudrun Wansing (Humboldt-Universität zu Berlin) und Prof. Dr. Felix Welti (Universität Kassel). Expertinnen und Experten aus der Praxis der Rehabilitation, dem Sozialrecht und der Wissenschaft, vonseiten der Rehabilitationsträger, der Dienste und Einrichtungen sowie der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung bringen ihre
Expertise ein. Wesentliche Ergebnisse des Diskussionsverlaufs werden im Anschluss in einem Fachbeitrag zusammengefasst.

Die Diskussion ist Teil des Kooperationsprojekts „Partizipatives Monitoring der aktuellen Entwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts bis 2021″, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert wird.
Weitere Informationen gibt es auf der Projektseite.