Der drYst – Rollstuhlgerechter E-Motorroller mit erstaunlicher Reichweite

Inklusion kann viele Gesichter haben. Paul Stappenbeck hat den Prototyp eines E-Motorrollers für Rollstuhlfahrer geschaffen, um Aufmerksamkeit für das Thema Mobilität im Rollstuhl zu schaffen. Ein Hingucker ist das Gefährt allemal.

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Der seit einem Unfall querschnittgelähmte Paul Stappenbeck hatte einen Traum: Den Bau eines Elektro-Motorrades mit 100 km/h Höchstgeschwindigkeit für Rollstuhlfahrer. Dieses hochgesteckte Ziel musste er aus Kostengründen aufgeben. Zu groß war, laut Stappenbeck, der Aufwand ein komplett neues Fahrzeug zu konzipieren und viel zu gering die Unterstützung seitens potentieller Geldgeber.

Jetzt arbeitet er an einer abgespeckten Version des drYst, einem rollstuhlgerechten, wendigen E-Motorroller für den Stadtverkehr, der nicht nur gut aussieht, sondern mit nur einer Ladung eine Reichweite von 100 Kilometern hat. Weitere Merkmale des Prototypen sind: eine Endgeschwindigkeit von 45 km/h, selbstständige Benutzung, einfachste Bedienung und Langlebigkeit aller Komponenten.

Als Ausgangspunkt dient der Pendel der niederländischen Firma HUKA (siehe: Motorroller für Rollstuhlfahrer). Basierend auf diesem Modell konzipierte Stappenbeck mit seinen Kooperationspartnern das Konzeptfahrzeug drYst. Im Rahmen des Umbaus wurden folgende Änderungen vorgenommen:

  • Austausch der Blei-Akkus gegen zwei Lithium-Ionen-Hochleistungsakkus, produziert in Deutschland
  • Kalibrierung eines neuen Batteriemanagements, sowie neuem Batteriemonitor
  • Installation eines neuen, leistungsstärkeren Controllers für die Motorsteuerung
  • Kompletter Neubau der Karosserie
  • Neue Frontscheinwerfer, neue LED Blinker, neue LED Rückleuchten und neue Rückspiegel der Firma Highsider™
  • Lackierung der Felgen, sowie Austausch der Bereifung
  • Außerdem zwei 5-Volt-USB Ladeschnittstellen, Handyhalterung, neues Ladegerät usw.

Durch diese Umrüstung konnten knapp 25kg Gewicht eingespart werden, hauptsächlich durch den Verbau der neueren Akkus. Diese schlankere Linie kommt auch der neuen maximalen Reichweite von 100km zugute.

Stappenbeck erklärt auf www.dryst.eu: „Nach ersten Langstreckentests kann man grob die Gleichung 1km = 1ah aufstellen. Da wir zwei Lithium-Ionen-Akkupakete mit einer Gesamtleistung von 100ah verbaut haben und man mit jedem Bremsmanöver Energie über den Elektromotor zurückgewinnt, ergibt sich so eine erprobte Reichweite von über 100km.

Es empfiehlt sich jedoch immer, sowohl Höchstladestände (= 100ah), als auch Tiefenentladungen (< 20ah) zu vermeiden, um die Lebensdauer der Akkus nicht zu reduzieren.“

Langfristig möchten Stappenbeck und Team nicht nur eine flexible Form der Fortbewegung für Rollstuhlfahrer schaffen, sondern auch auf das Thema Mobilität im Rollstuhl aufmerksam machen.

Weitere Aussichten

Noch ist es Zukunftsmusik, doch Stappenbeck wünscht sich, an den gewonnenen Erfahrungen im Bereich des Fahrzeugbaus anzuknüpfen und ein Trike-Kleinkraftrad (125ccm oder 11 kW) zu entwerfen. Damit wären dann auch Strecken auf Autobahnen und Landstraßen ohne Probleme denkbar. Weitere Visionen für den drYst sind: Stauraum in den Seitenteilen, Sitzmöglichkeit für Fußgänger, Platz für zwei Personen, mobile Akkupakete, usw..

Sponsoren gesucht

Stappenbeck sucht weiterhin Sponsoren, die ihm bei seinem Projekt und den weiteren Ausrichtungen unterstützen möchten.

Zu weiteren Informationen zum Sponsoring und zum Projekt geht es hier.

Siehe auch: Motorroller für Rollstuhlfahrer und Mini-Autos für Rollstuhlfahrer


Der-Querschnitt.de betreibt keine Forschung und entwickelt keine Produkte/Prototypen. Leser, die an der beschriebenen Methode oder den vorgestellten Prototypen Interesse haben, wenden sich bitte an die im Text genannten Einrichtungen.