Personaluntergrenzen nun in zwölf pflegeintensiven Krankenhaus-Bereichen

Seit Februar 2021 müssen Krankenhäuser in insgesamt zwölf pflegeintensiven Bereichen Pflegepersonaluntergrenzen einhalten. Diese legen fest, wie viel Pflegepersonal mindestens auf einer Station während einer Tages- oder Nachtschicht anwesend sein muss.

Die Personaluntergrenzen sollen Patienten und Pflegende schützen.

Die Pflegepersonaluntergrenzen für Krankenhäuser definieren einen Mindeststandard der personellen Besetzung. Künftig gelten Mindestgrenzen für zwölf pflegesintensive Bereiche, darauf weist der GKV-Spitzenverband, die zentrale Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland, in einer Pressemeldung hin. „Pflegepersonaluntergrenzen schützen sowohl die Patientinnen und Patienten, als auch die Pflegekräfte. So ist beispielsweise da, wo die Untergrenzen gelten, Schluss damit, dass Pflegekräfte nachts alleine Dienst auf einer großen Station machen müssen. Pflegepersonaluntergrenzen können somit Patientengefährdung vermeiden, sie sind gelebter Patientenschutz. Deshalb ist es so wichtig, dass sie möglichst umfassend gelten. Mit den neuen Untergrenzen für Pflegepersonal ist in ca. 70 Prozent aller bettenführenden Abteilungen eine pflegerische Mindestversorgung vorgeschrieben“, wird Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband, in der PM zitiert.

Wegen Corona ausgesetzt

Im Jahr 2019 gab es Pflegepersonaluntergrenzen bereits für die pflegesensitiven Bereiche Intensivmedizin, Geriatrie, Kardiologie und Unfallchirurgie. Zudem wurden, so die PM weiter, Untergrenzen für die Bereiche Herzchirurgie, Neurologie, Neurologische Frührehabilitation sowie die Neurologische Schlaganfalleinheit festgelegt, die ab 2020 zum Einsatz kommen sollten. Durch die Corona-Virus-Pandemie sei es jedoch im Jahr 2020 zu einer befristeten Aussetzung der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung gekommen – seit Februar 2021 gelten die Limits wieder. Zusätzlich kommen mit der Allgemeinen Chirurgie, Inneren Medizin, Pädiatrie und Pädiatrischen Intensivmedizin vier weitere pflegesensitive Bereiche hinzu.

Per Verordnung sind die Krankenhäuser zudem dazu verpflichtet, ihre Pflegepersonalausstattung und Patientenbelegung offen zu legen und nachzuweisen, ob sie die pflegerische Mindestversorgung sicherstellen können. „Im Jahr 2019 ging aus den dokumentierten Daten hervor, dass in den 803 Krankenhäusern, die über mindestens einen der vier Bereiche verfügen, im Durchschnitt in 10 Prozent aller Schichten die Mindestvorgabe nicht erfüllt werden konnte“, stellt die PM dazu fest.