RKI aktualisiert COVID-19-Impfempfehlung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat eine aktualisierte COVID-19-Impfempfehlungen veröffentlicht. Angesprochen wird nun auch die Möglichkeit von Einzelfallentscheidungen im Falle von schweren Behinderungen.

Einzelfallregelungen bei der Impfpriorisierung sind möglich.

Das Epidemiologisches Bulletin des RKI hält auf Seite 4 fest:  „Bei der Priorisierung innerhalb der COVID-19- Impfempfehlung der STIKO können nicht alle Krankheitsbilder oder Impfindikationen explizit genannt werden. Es obliegt daher den für die Priorisierung in den Bundesländern Verantwortlichen, in Einzelfällen Personen, die nicht ausdrücklich im Stufenplan genannt sind, angemessen zu priorisieren. Dies betrifft z.B. Personen mit seltenen, schweren Vorerkrankungen oder auch schweren Behinderungen, für die bisher zwar keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz bzgl. des Verlaufes einer COVID-19-Erkrankung vorliegt, für die aber ein deutlich erhöhtes Risiko angenommen werden muss. Dies trifft auch für Personen zu, die zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr oder nicht mehr gleich wirksam geimpft werden können (z.B. bei unmittelbar bevorstehender Chemotherapie). Darüber hinaus sind Einzelfallentscheidungen möglich, wenn berufliche Tätigkeiten bzw. Lebensumstände mit einem nachvollziehbaren, unvermeidbar sehr hohen Infektionsrisiko einhergehen. Diese Öffnungsklausel darf nicht missbraucht werden, um ungerechtfertigterweise eine Impfung durchzuführen und somit stärker gefährdeten Personen die Impfung vorzuenthalten.“

Bereits Mitte Januar hatten die Deutschsprachige Medizinische Gesellschaft für Paraplegiologie (DMGP), die Deutsche Stiftung Querschnittlähmung (DSQ) und die Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten in Deutschland e.V. (FGQ) in einer gemeinsamen Stellungnahme auf diesen Punkt hingewiesen: „Die Empfehlung in Hinblick auf eine Priorisierung gilt auch für Paraplegiker mit wesentlichen Einschränkungen der Atmungsfunktionen sowie gravierenden Vorerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Diese sind den Personen mit hoher Priorität in der Gruppe 2 gleichzustellen, ebenso der Personenkreis, der entsprechende Betroffene behandelt, betreut oder pflegt. Betroffene sollten sich bei Impfwunsch an das für ihren Landkreis zuständige Gesundheitsamt wenden, um eine Einzelfallregelung zu bewirken.“ (siehe auch Beitrag Gemeinsame Stellungnahme zum Anspruch auf Corona-Impfung bei Querschnittlähmung)  

Das Robert-Koch-Institut stellt sämtliche des Bulletins im Internet zur  Verfügung – auch das aktuelle komplette Epidemiologisches Bulletin 5/2021 – Aktuelle Daten und Informationen zu Infektionskrankheiten und Public Health.