Ärzte, Apotheken: Corona-Sonderregelungen um weitere 2 Monate verlängert

Diverse Corona-Sonderregeln für ärztlich verordnete Leistungen wurden um weitere zwei Monate verlängert und sollen nun bis 31. März 2021 gelten. Einige Regelungen dürften auch für Menschen mit Querschnittlähmung von Interesse sein.

Das Corona-Virus macht weiterhin Sonderregelungen nötig.

Angesichts des anhaltend dynamischen Corona-Geschehens hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die geltenden Corona-Sonderregeln für ärztlich verordnete Leistungen bis 31. März 2021 verlängert.

Die Sonderregeln betreffen insbesondere die Möglichkeit der Videobehandlung, Verordnungen nach telefonischer Anamnese, verlängerte Vorlagefristen für Verordnungen sowie verschiedene Erleichterungen bei Verordnungsvorgaben. Ziel ist es, direkte Arzt-Patientenkontakte weiterhin möglichst gering zu halten. (B-GA, 2021)

Einige Regelungen im Detail:

1. Videosprechstunden bei Ärzten und Psychotherapeuten

Vor der Corona-Pandemie sollten höchstens 20 Prozent der Behandlungsfälle je Vertragsarzt als Videosprechstunde angeboten werden. Damit sollte direkte Arzt-Patienten-Kontakt weiter im Vordergrund stehen. Der GKV-Spitzenverband (Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland)  und die Kassenärztliche Bundesvereinigung haben die Beschränkung für die Videosprechstunde vom 1. April 2020 bis 31. März 2021 aufgehoben. (Fokus, 2021)

Wenn ein persönlicher Kontakt aufgrund der aktuellen Pandemielage nicht möglich ist, die Leistung jedoch erbracht werden muss, um eine Verschlimmerung des Gesundheitszustandes zu vermeiden, sind in folgenden Bereichen Video-Lösungen möglich:

Bei vertragsärztlichen Heilmittelverordnungen:

  • Stimm-, Sprech-, Sprachtherapie (Ausnahme: Schlucktherapie)
  • Ergotherapie
  • Physiotherapie in bestimmten Fällen, z. B. für die Übungsbehandlung für die allgemeine Krankengymnastik (KG und KG-Atemtherapie)
  • Ernährungstherapie

Bei vertragszahnärztlichen Heilmittelverordnungen:

  • Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie (Regelungen, 2021)

Ähnliches gilt auch für Gespräche mit Psychotherapeuten. Videosprechstunden können vorläufig bis 31. März nicht nur bei der psychotherapeutischen Sprechstunde genutzt werden, sondern bereits bei probatorischen Sitzungen. Ebenfalls möglich: Online-Gespräche zur Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung. Auch Soziotherapie und psychiatrische häusliche Krankenpflege können per Video erbracht werden. (GKV, Fokus, 2021)

2. Krankschreibung per Telefon

Wer an leichten Atemwegserkrankungen leidet, kann sich für bis zu 7 Kalendertage krankschreiben lassen – eine Telefonat mit dem Arzt reicht. Nach einem erneuten telefonischen Kontakt kann die Krankschreibung um weitere 7 Tage verlängert werden. Die Regelung gilt auch bei der Erkrankungen eines Kindes. (Fokus, 2021)

3. Botendienste von Apotheken

Ebenfalls zeitlich befristet: Die Vergütung für Botendienste von Apotheken sowie eine pauschale GKV-Grundfinanzierung der Erstausstattung eines Botendienstes. (Fokus, 2021)

Eine Übersicht über alle coronaspezifischen Regelungen, die (Stand: 03.02.2021) bis 31. März 2021 verlängert wurden plus entsprechende Verordnungen hat der GKV Spitzenverband unter dem Titel (externer Link) Fokus: Sonderregelungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus veröffentlicht.