Digital-Konferenz: Auf erstem Arbeitsmarkt mehr Chancen für behinderte Menschen

Beschäftigung und Informations- und Kommunikationstechnik (Employment and ICT) steht im Mittelpunkt der dreitätigen Zero Project Conference 2021 von 10. bis  12. Februar. Auf drei Kanälen gibt es insgesamt 86 Stunden Programm.

Der Themendreiklang Arbeit – Inklusion – Informationstechnologie bestimmt die digitale Konferenz.

Einen Überblick über die üppige Agenda der österreichischen, international besetzen Veranstaltung gibt es in englischer Sprache unter (externer Link) Zero Project Conference 2021 – Schedule.  Dort steht das Programm auch als PDF zum Download bereit. Ein Überblick, den man vermutlich gut gebrauchen kann: Bereits die äußerst umfangreiche (externer Link) Liste der Speaker lässt den Umfang des Programms und der Themen ahnen. Die – in diesem Jahr digitale – Zero-Project-Konferenz findet noch bis zum 12. Februar statt. Weiterführende Informationen und der Link zur Registrierung auf (externer Link): Zero Project Conference 2021.

Die virtuelle Auftaktveranstaltung der Konferenz firmierte unter dem Titel „Arbeit – Inklusion – Informationstechnologie“. Im Fokus stand der Perspektivenwechsel durch Digitalisierung in der inklusiven Beschäftigung

Österreichs Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka betonte, dass die Digitalisierung, die während der Corona-Pandemie einen Schub gemacht habe, eine neue Art der Inklusion ermöglichen müsse. Arbeitsminister Martin Kocher zeigte sich in seiner Keynote überzeugt, dass Digitalisierung viele Chancen – gerade auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen – biete, aber kein Allheilmittel sei. Es brauche daher weiterhin politische Maßnahmen, um alle Gruppen mitzunehmen.

Der CEO Consumer Banking and Payments der Barclays-Bank, Ashok Vaswani, zeigte in seiner Keynote auf, warum die Inklusion von Menschen mit Behinderungen nicht nur moralisch geboten, sondern auch unternehmerisch sinnvoll ist. Behinderungen existierten nicht nur in Extremen, sondern entlang eines breiten Spektrums – die Mitarbeiter eines Unternehmens müssten Kunden entlang dieses großen Spektrums widerspiegeln. Nur so könnten alle Perspektiven eingebracht und auf die Bedürfnisse aller eingegangen werden.

Der Gründer der Essl Foundation und Zero-Project-Initiator Martin Essl betonte, dass die Rechte von Menschen mit Behinderungen nur durch Innovationen vorangetrieben werden könnten. Ziel  seiner Stiftung (siehe auch externer Link Zero Project) ist es, soziale Innovationen, Social Entrepreneurs und Menschen mit Behinderung zu unterstützen. Essl stellte den „Zero-Project-Almanach 2021″ vor, der auf 300 Seiten die Arbeit von Zero Project mit insgesamt 662 ausgezeichneten Innovationen dokumentiert. Weil herausragende Lösungen oft im Verborgenen blieben, wolle Zero Project eine globale Plattform und die Möglichkeit zur Vernetzung mit Entscheidungsträgern bieten,  so Essl.

Essl ging zudem auf die schwierige Situation von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt ein. Er wies darauf hin, dass viele Menschen mit Behinderungen sich nicht als arbeitssuchend melden würden, weil sie nach den vielen Diskriminierungen und Frustrationen aufgegeben hätten. Dabei sei ein Job essenziell, weil er das Selbstverständnis eines Menschen ausmache. Er appellierte daher an die Unterstützung der Entscheidungsträger, um Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Wirkung der vielen Initiativen auch in Österreich umzusetzen.