Tees bei Schlafstörungen

Schlafstörungen können für Menschen mit Rückenmarksverletzung ein großes Problem darstellen, wie im Beitrag Schlafstörungen bei Querschnittlähmung erläutert wird. Kräutertees können zu einer Lösung beitragen.

Traditionell gibt es viele Heilpflanzen, denen schlaffördernde Eigenschaften zugesprochen werden. Meist wirken sie entspannend und beruhigend, und bei leichten bis mäßigen Schlafproblemen sind sie durchaus einen Versuch wert. In der kalten Jahreszeit können sie warm, in der warmen Jahreszeit kühl genossen werden. Die wichtigsten werden im Folgenden genannt:

  • Baldrian
    Baldrian wirkt schlaffördernd und angstlösend. Mehrere klinische Studienhaben seine Wirksamkeit bestätigt.
  • Eisenkraut/Verbene
    Das ursprünglich aus Südamerika stammende Eisenkraut hat eine schlaffördernde und beruhigende Wirkung.
  • Enzian
    Enzian wird in der Kräuterkunde hauptsächlich bei Verdauungsproblemen eingesetzt, wirkt aber auch stärkend auf das Nervensystem.
  • Frauenmantel
    Frauenmantel kann Hormonschwankungen regulieren und beruhigend und krampflösend wirken.
  • Holunderblüten
    Holunderblüten sollen dazu beitragen Stress und Sorgen zu verarbeiten, sodass man besser in den Schlaf findet.
  • Honigklee/Steinklee
    Honig- bzw. Steinklee kann helfen das Gedankenkarussell zu stoppen, das oft zu Einschlafstörungen beiträgt.
  • Hopfen
    Hopfen hat soll eine beruhigende Wirkung haben und die Schlafqualität verbessern können.
  • Johanniskraut
    Johanniskraut entspannt, hilft bei Stress, wirkt langfristig stimmungsaufhellend (siehe hierzu: Phytopharmaka für die Seele).
  • Kamille
    Kamille schmeckt gut und wirkt sich wohltuend auf die Psyche aus, nicht zuletzt deshalb, weil viele die Kamille noch aus der Kindheit kennen und mit „gesund werden“ und Geborgenheit in Verbindung bringen.
  • Lavendel
    Lavendel kann beruhigend und angstlösend wirken.
  • Lindenblüten
    Lindenblüten wirken schlaffördernd und entspannend.
  • Melisse
    Melisse bzw. Zitronenmelisse kann ähnlich wie Baldrian wirken, nur nicht ganz so stark.
  • Orangenblüten
    Orangenblüten wirken beruhigend und finden bei Schlafstörungen und Spannungszuständen Verwendung. Der liebliche Duft trägt zum Wohlgefühl bei.
  • Passionsblume
    Die Passionsblume beruhigt und wird bei Nervosität eingesetzt.
  • Rosskastanie
    Die Blüten der Rosskastanie sollen beruhigen und Ängsten entgegenwirken können.
  • Schlüsselblume
    Schlüsselblume kann beruhigend wirken und so beim Einschlafen und Durchschlafen helfen.
  • Waldmeister
    Waldmeister kann beruhigend und krampflösend wirken.
  • Weißdorn
    Blüten und Blätter des Weißdorns können Stress mindern und helfen negative Gemütszustände zu überwinden.

Kräutertees

In den meisten Fällen werden die oben genannten Kräuter als Tee getrunken. Es gibt eine Vielzahl an Vorschlägen für besonders vielversprechende Mischungen, von denen hier nur einige genannt werden:

  • Schlaftee aus Baldrian und Hopfen

Man mischt je 50 Gramm Baldrian und Hopfen (aus der Apotheke).

Zur Zubereitung übergießt man einen Esslöffel dieser Mischung mit siedendem Wasser, so dass eine größere Tasse gefüllt ist.

Fünfzehn Minuten abgedeckt ziehen lassen.

Den Tee etwa eine halbe Stunde vor dem Einschlafen trinken (Zorn, 2021).

Dies ist die Basis, auf der weitere Mischungen erstellt werden können; Baldrian und Hopfen sind immer dabei, doch weitere Kräuter verleihen dem Tee andere, teils weichere Noten.

  • Schlaftee mit Frauenmantel und Enzian

Hierzu je 10 Gramm Frauenmantel und Melisse, 20 Gramm Enzian und Baldrian sowie 30 Gramm Hopfen, Schlüsselblume und Thymian mischen.

Für zwei Tassen Tee übergießt man zwei Esslöffel der Kräuter mit kaltem Wasser, bringt die Mischung zum Kochen, lässt sie drei Minuten kochen und anschließen zehn Minuten ziehen. Dann siebt man den Tee ab und trinkt einmal im Laufe des Tages und einmal vor dem Schlafengehen je eine Tasse warm.

  • Schlaftee mit Waldmeister

Zu gleichen Teilen (z. B. je 30 Gramm) Waldmeister, Baldrian, Hopfen, Melisse und Thymian mischen.

Einen Teelöffel der Mischung zusammen mit einer Tasse Wasser aufkochen, dann abgedeckt zehn bis fünfzehn Minuten ziehen lassen.

Vor dem Zubettgehen schluckweise und ungesüßt trinken (Kräuterverzeichnis, 2021).

  • Schlaftee mit Passionsblume

Je drei Teile Baldrianwurzel und Melissenblätter mit zwei Teilen Passionsblumenkraut und einem Teil Lavendelblüten mischen.

Einen Teelöffel der Mischung mit einer Tasse kochendem Wasser aufgießen, dann abgedeckt zwanzig Minuten ziehen lassen.

Vor dem Zubettgehen schluckweise trinken (elfenkindberlin, 2021).

Wieso man Schlaftee ungesüßt trinken sollte

Zuckerhaltiges kann zu Blutzuckerschwankungen führen, d. h. ein stark mit Zucker oder Honig gesüßter Tee kann zunächst zu einem Energiehoch führen, was das Einschlafen erschwert – wenige Stunden später fällt der Blutzuckerspiegel dann ab, was ein plötzliches Aufwachen zur Folge haben kann. Dieser Effekt kann natürlich individuell unterschiedlich sein, doch wer auf Nummer Sicher gehen möchte, verzichtet lieber auf die Süßmacher im Tee.

Vorsicht bei zu viel Flüssigkeit vor dem Zubettgehen

Das antidiuretische Hormon (ADH) sorgt nachts dafür, dass die Harnproduktion reduziert wird. Bei Querschnittgelähmten ist diese Regulation jedoch häufig gestört. Die Blase füllt sich und ggf. der Harndrang oder die Symptome der Autonomen Dysreflexie bei hohen Lähmungen wecken den Betroffenen auf. Deshalb sollten Menschen mit Querschnittlähmung direkt vor dem Schlafengehen die Blase entleeren und den Schlummertrunk frühzeitig einnehmen. Welcher Rhythmus am besten geeignet ist, muss individuell ausgetestet werden.

Zu einer Liste von Nahrungsmitteln, die schlaffördernd wirken können, geht es im Beitrag Alternative Methoden für einen besseren Schlaf.


Dieser Text wurde mit größter Sorgfalt recherchiert und nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Die genannten Produkte, Therapien oder Mittel stellen keine Empfehlung der Redaktion dar und ersetzen in keinem Fall eine Beratung oder fachliche Prüfung des Einzelfalls durch Fachspezialisten wie z. B. Ärzte oder Apotheker.