Darauf haben Patienten Anspruch: Wechselwirkungs-Check von Medikamenten und Medikamentenplan

Verträgt sich das Antispastikum mit PDE-5-Hemmern? Können Blutdruckmedikamente bedenkenlos zeitgleich mit Schmerzmitteln eingenommen werden? Und was, wenn mal wieder eine Antibiotikaeinnahme nötig ist?

Es ist möglich, dass man als Mensch mit Querschnittlähmung aufgrund der evtl. gegebenen Komplikationen, Folge- und Begleiterkrankungen u. U. mehr und andere Medikamente einnehmen muss als Menschen ohne Rückenmarksverletzungen. Da sich nicht jedes Arzneimittel mit einem beliebig anderen verträgt, kann eine Überprüfung auf Wechselwirkungen hilfreich sein.

Um einige Bespiele zu nennen: Abführmittel verstärken die Wirkung bestimmte Medikamente zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, bestimmte Mittel gegen Sodbrennen verringern die Wirkung von z. B. Antibiotika ebenso wie die Nahrungsergänzungsmittel Calcium, Eisen, Magnesium und Zink und Johanniskraut verringert die Wirkung von oralen Kontrazeptiva. 

Erste Anlaufstelle sollte bei der Frage nach den Wechselwirkungen der behandelnde Arzt oder Apotheker sein, der Patienten über Eventualitäten aufklären kann und die Einnahmezeiten von Medikamenten entsprechend planen sollte.

Falls aber Unklarheiten zu den Wechselwirkungen bestehen sollten, stehen auch Online-Tools zur Verfügung, die alle nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren:

  • Schritt 1: Man gibt den Namen des Medikaments oder die Pharmazentralnummer (PZN) in das Suchfeld ein.
  • Schritt 2: Eine Liste öffnet sich und man klickt das gemeinte Präparat an.
  • Schritt 3: Dann gibt man ein oder mehrere weitere Medikamente im Suchfeld an.
  • Schritt 4: Wenn alle Präparate angegeben sind, klickt man auf „Prüfen“ und erhält eine Liste aller möglichen bekannten Wechselwirkungen.

Zu einen beispielhaft ausgewählten Wechselwirkungschecks geht es hier:

Der Medikamentenplan

Leichter wird der Überblick mit einem Medikamentenplan (auch: Medikationsplan), auf den alle Patienten Anspruch haben, die gleichzeitig drei oder mehr Arzneimittel nehmen und das für mind. 28 Tage. So ein Plan wird (meist vom Hausarzt) nach einheitlichen Standards erstellt, weshalb er immer gleich aussieht, selbst wenn andere Ärzte, Apotheker oder Therapeuten im Krankenhaus den Plan aktualisieren. Aufgelistet werden alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die der Patient einnehmen muss. So wird ein Überblick geschaffen und mögliche Wechselwirkungen können gleich berücksichtigt werden, auch und vor allem dann, wenn der Patient bei Ärzten verschiedener Fachrichtungen in Behandlung ist.

In dem Medikamentenplan müssen sämtliche Angaben zu den verordneten Präparaten aufgeführt sein. Dazu gehören:

  • Handelsname
  • Wirkstoffe und die Wirkstärke
  • Darreichungsform
  • Verordnete Einnahme und Menge
  • Spezielle Hinweise und der Grund für die Medikation

Zusätzlich können frei verkäufliche Medikamente ebenfalls in dem Medikamentenplan eingetragen werden, falls ihre Einnahme aus ärztlicher oder pharmazeutischer Sicht sinnvoll ist. Auch regelmäßig genutzte Medizinprodukte, wie beispielsweise Insulin-Pens bei Diabetikern, gehören in den Plan. Außerdem sind Name und Geburtsdatum des Patienten sowie die Kontaktdaten des ausstellenden Arztes und das Datum des Ausdrucks Pflichtangaben (verbraucherzentrale.de, 2021).

Zu einem bespielhaften Vordruck geht es hier: Medikamentenplan

Siehe auch: Die häufigsten Wechselwirkungen zwischen Arznei- und Nahrungsmitteln