Paralympics: Mehr als ein Viertel der Aktiven Menschen mit Querschnittlähmung

134 Athletinnen und Athleten wurden vom Deutschen Behindertensportverband für die Paralympics in Tokio nominiert – darunter zahlreiche Spitzensportler mit Querschnittlähmung oder Spina bifida (siehe Liste am Ende des Textes).

In Japan haben viele querschnittgelähmte Spitzensportler ihre Medaillenchancen genutzt.

Vom 24. August bis 5. September wurden in Tokio rund 4400 Sportlerinnen und Sportler mit Behinderung erwartet – unter ihnen auch das 134-köpfige bundesdeutsche Aufgebot (58 Athletinnen, 76 Athleten).

Die Medaillen-Bilanz:

Das Team Deutschland (siehe unten) konnte mit 43 Medaillen nach Hause zurückkehren, darunter 13 Gold-, 12 Silber- und 18 Bronzemedaillen. Einige besonders bemerkenswerte Leistungen:

  • Die Schwimmer holten erstmals seit neun Jahren wieder Gold. Die querschnittgelähmte Schwimmerin Verena Schott konnte gleich dreimal Bronze für sich erkämpfen.
  • Beim Para Radsport kehren die Athleten gleich mit einem Dutzend Medaillen zurück – was im Vergleich zu anderen Paralympics immer noch wenig ist. Eine der Siegerinnen: Annika Zeyern, die Gold und Silber holte.

Die Schweizer holten sich insgesamt 14 Medaillen (7 Gold, 4 Bronze, 3 Silber). Eines der Highlights: Heinz Frei holte sich mit 63 Jahren seine 35. Paralympische Medaille – es waren bereits die zehnten Sommer-Paralympics, an denen er teilnahm (siehe auch Beiträge Leben mit Querschnittlähmung: „Nachhaltig glücklich macht uns das, wofür wir Energie einsetzen mussten“ sowie Leben mit Querschnittlähmung: Parasport-Legende Heinz Frei über die Kunst, das Bestmögliche zu erreichen). Die Österreicher hatten 9 Medaillen (1 Gold, 5 Silber, 3 Bronze) auf der Heimfahrt im Gepäck.


Einige Zahlen aus deutscher Sicht:

  • Insgesamt 43 Athletinnen und Athleten feierten paralympische Premiere, die meisten – acht von elf – in der Disziplin Schwimmen.
  • Jüngste deutsche Teilnehmerin war Para-Leichtathletin Lise Petersen mit 16 Jahren.
  • Älteste Teilnehmerin war Dressursportlerin Heidemarie Dresing mit 66 Jahren.
  • Zum ersten Mal paralympisch: Para Badminton. Gleich vier Menschen mit Querschnittlähmung repräsentierten hier die Farben Deutschlands repräsentieren.
  • Die Athletin mit den meisten Starts bei Paralympics ist die 61-jährige querschnittgelähmte Speerwerferin Martina Willing; sie wird in Tokio ihre achten Spiele erleben.
  • Für den inkomplett querschnittgelähmten Para Radsportler Michael Teuber (siehe auch Beitrag Gipfelstürmer mit inkompletter Querschnittlähmung)  wird es die sechste Teilnahme sein.
  • Ebenfalls zum sechsten Mal bei Paralympics dabei: Die querschnittgelähmte Handbikerin Andrea Eskau (siehe auch Beitrag Starte Deinen Weg in den Parasport).

Bei den Paralympics sind also – anders als bei Olympia – lange aktive Sportkarrieren möglich. Auch das ein wichtiges Zeichen, das das drittgrößte Sportevent der Welt setzt.

Spitzensportler mit Querschnittlähmung im Team Deutschland Paralympics

Mehr als ein Viertel der Sportlerinnen und Sportler im Team Deutschland Paralympics sind Menschen mit Spina bifida, Paraplegie oder Tetraplegie. Im Folgenden sind die Aktiven aufgelistet, die im – jeweils verlinkten – Portrait auf den Seiten des Deutschen Behindertensportverbands (National Paralympic Committee Germany) entsprechende Angaben zu ihrer Behinderung machten.

Para Badminton (mehr zu dieser Sportart im Beitrag Rollstuhl-Badminton: Inklusiver Sport für alle Altersklassen)

Valeska Knoblauch

Young-Chin Peter Mi

Elke Rongen

Thomas Wandschneider

Para Boccia (mehr zu dieser Sportart im Beitrag Boccia für Rollstuhlfahrer)

Para Bogensport (mehr zu dieser Sportart im Beitrag Bogenschießen für Rollstuhlfahrer)

Maik Szarszewski

Goalball

Para Judo

Para Kanu (mehr zu dieser Sportart im Beitrag Kanusport für Rollstuhlfahrer)

Anja Adler

Katharina Bauernschmidt

Edina Müller

Para Leichtathletik (mehr zu dieser Sportart im Beitrag Leichtathletik)

Alhassane Baldé

Sebastian Dietz

Martina Willing

Para Radsport (mehr zu dieser Sportart in den Beiträgen Handbiken sowie Handbiken – Die neue Mobilität)

Andrea Eskau

Bernd Jeffré

Vico Merklein

Matthias Schindler

Michael Teuber

Annika Zeyen

Para Dressursport (mehr zum Thema Pferdesport im Beitrag Leben mit Querschnittlähmung: „Mit Pferd und Kutsche zurück ins Leben“)

Saskia Deutz

Rollstuhlbasketball (mehr zu dieser Sportart im Beitrag Rollstuhlbasketball)

Annabel Breuer

Laura Fürst

Anne Patzwald

Catharina Jule Weiss

Johanna Welin-Ryklin

Jens-Eike Albrecht

André Bienek

Thomas Böhme

Tobias Hell

Christopher Huber

Jan Sadler

Phillip Schorp

Rollstuhlfechten (mehr zu dieser Sportart im Beitrag Rollstuhlfechten – wie D’Artagnan und die Musketiere)

Rollstuhltennis (mehr zu dieser Sportart im Beitrag  Rollstuhltennis)

Katharina Krüger

Para Rudern (mehr zu dieser Sportart im Beitrag Pararudern – Rudern mit Querschnittlähmung)

Para Schwimmen (mehr zu dieser Sportart in den Beiträgen Schwimmen mit Querschnittlähmung: Optimales Training für den Körper und die Seele sowie Schwimmen mit Querschnittlähmung)

Verena Schott

Sitzvolleyball 

Para Sportschießen (mehr zu dieser Sportart im Beitrag Sportschießen für Rollstuhlfahrer)

Natascha Hiltrop

Para Tischtennis (mehr zu dieser Sportart im Beitrag Rollstuhl-Tischtennis)

Thomas Brüchle

Sandra Mikolaschek

Thomas Schmidberger

Para Triathlon (mehr zu dieser Sportart im Beitrag Paratriathlon – Triathlon für Rollstuhlfahrer)