„Menschen haben keine Behinderung – Orte schon“: Kampagne der Aktion Mensch

Für Menschen ohne Behinderung sind Barrieren oft nur eine Unannehmlichkeit – für Menschen mit Querschnittlähmung oder anderen Behinderungen dagegen oft ein unüberwindbares Hindernis und damit das „Aus“ für eine gleichberechtigte Teilhabe. Eine Kampagne ruft dazu auf, aus „Orten mit Behinderung“ #OrteFürAlle zu machen.

Jede Barriere ist zu viel, konstatiert die Aktion Mensch. Und startet eine neue Kampagne für mehr Barrierefreiheit.
Unterstützt die Kampagne: Spitzensportler Alhassane Baldé.

Die Aktion Mensch setzt sich in der Inklusionskampagne #OrteFürAlle für mehr Barrierefreiheit in Deutschland ein. Denn nahezu zwei Drittel der Menschen – mit und auch ohne Behinderung – stoßen in ihrem Alltag auf Barrieren. Versperrte Wege, schlechter Straßenbelag und schwierige Formulare führen das Ranking an.

Mit prominenter Unterstützung gegen Barrieren

Wie stark allgegenwärtige Barrieren in das Leben von Menschen mit Behinderung eingreifen, zeigt die Organisation in einem TV-Spot, u.a. mit Alhassane Baldé. Der querschnittgelähmte Leichtathlet nimmt dieses Jahr bereits zum vierten Mal an den Paralympics teil (siehe auch Beitrag Paralympics: Mehr als ein Viertel der Aktiven Menschen mit Querschnittlähmung). Zudem ist er als Inklusionsbotschafter bei der Bundesagentur für Arbeit tätig.

Baldé ist überzeugt: „Barrierefreiheit gibt die Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Es bedeutet, dass man nicht mehr darüber nachdenken muss, ob man in einen Club reinkommt, dass blinde Menschen einfach über die Straße kommen oder dass gehörlose Menschen verstanden werden und öffentliche Einrichtungen erreichbar sind – einfach, dass jeder die Möglichkeit bekommt, selbstbestimmt zu leben.“ Weitere Prominente wie TV-Moderatorin Motsi Mabuse oder Sängerin Vanessa Mai untersützen die Kampagene ebenfalls.

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„Barrierefreiheit? In Deutschland noch immer Fehlanzeige“

Denn in Sachen Barrierefreiheit gibt es noch viel zu tun, sie sei in Deutschland „noch lange keine Realität“, betont die Aktion Mensch. 65 Prozent aller Menschen – sowohl mit als auch ohne Behinderung – stoßen hierzulande in ihrem Alltag auf Barrieren, so das Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage „Barrieren im Alltag – wer sie wahrnimmt und wen sie behindern“ (im Auftrag der Aktion Mensch, Januar bis und Juli 2021, siehe nebenstehende Grafik).

Mit besonders vielen Barrieren müssen sich Menschen in den fünf größten Städten Deutschlands auseinandersetzen – hier treffen bis zu 79 Prozent der Menschen „häufig bis sehr häufig“ auf Barrieren. Dabei ist Köln absoluter Negativ-Spitzenreiter, gefolgt von Frankfurt am Main, Berlin, München und Hamburg.

„Bereits vor zwölf Jahren hat Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet und sich damit zu Barrierefreiheit verpflichtet. Doch Barrieren sind nach wie vor überall in unserem Land sichtbar“, kommentiert Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch. „Diesen Missstand möchten wir kurz vor der Bundestagswahl einmal mehr in den Fokus der Gesellschaft rücken – und damit gleichzeitig an die Politik appellieren, Barrierefreiheit endlich überall umzusetzen.“ Mit der Inklusionskampagne sollen alle Bürger dazu aufgerufen werden, „in ihrem Umfeld ein klares Zeichen für Inklusion zu setzen – damit aus „Orten mit Behinderung“ #OrteFürAlle werden.“

Für weiterführende Informationen siehe (externer Link): Menschen haben keine Behinderung. Orte schon.Deshalb lasst uns gemeinsam diese Orte verändern.