Junge Mode aus Österreich für Menschen im Rollstuhl

Das junge österreichische Label MOB Industries (MOB steht für „Mode ohne Barrieren“) entwirft „Designermode im mittleren Preissegment für alle Körper“.  Menschen im Rollstuhl sind die Zielgruppe – für sie will das Label Kleidung offerieren, die mehr zu bieten hat als bloße „Funktionsästhetik“.

Welcome to the Großstadt-Jungle: Der Produzent und Videokünstler Billy ist „MOB-Rollmodel“ und macht Videos für das Label – hier in adaptiven Hosen und Jacken mit Magnetverschluss.
Der lässige Herr trägt eine adaptive Hose und ein Shirt mit dem schönen Namen „Prolo“.

MOB will „barrierefreie Kleidung“ verkaufen, die Spaß macht. Ihre Motivation beschreiben die Wiener so: Menschen mit Behinderung hätten einen erschwerten Zugang zu passender Kleidung für Beruf, Freizeit und besondere Anlässe. Zudem würden Menschen mit Behinderung – was die Bekleidung anbelangt – häufig als Patienten angesehen, Funktionsästhetik bestimme das Design: „Uns hat es gereicht!  2019 haben wir in Wien MOB Industries gegründet, um frischen Wind in den Markt für barrierefreie Mode zu bringen. … Der Name ist Programm: Das MOB in MOB Industries steht für „Mode ohne Barrieren“. MOB verbindet Fun, Funktion und Mode — für Menschen mit und ohne Behinderungen.“

Auf den Seiten des Labels finden sich zum Beispiel jede Menge adaptive Hosen unter 100 Euro und Oberbekleidung. Spaß macht allein schon die doppeldeutige Namensgebung („Rollmodel 3010K“) und das Stöbern in den sehr ästhetischen Fotos. Magnetverschlüsse sollen das An- und Ausziehen erleichtern, verwendet wird laut Eigenbeschreibung ein „weltweit einzigartiges und innovatives Verschlusssystem, das in Österreich produziert wird“.

Jacke und Hose können alle tragen, optimiert sind sie jedoch für Menschen im Rollstuhl.

MOB bietet Mode nicht nur für Menschen im Rollstuhl – weshalb unterschiedliche Fittings (siehe externer Link: Unsere Passformen) angeboten werden. Unterschieden wird zwischen

  • Standard Fit: Diese Passform geht von der Sitzposition aus und für Menschen im Rollstuhl optimiert. Einige Details:
    • Leichtes An- und Auskleiden durch innovative Magnetverschlüsse
    • Oberteile vorne kürzer und hinten länger geschnitten
  • Standard Fit + Care: Optimiert für Menschen im Rollstuhl mit starken Bewegungseinschränkungen. Einige Details:
    • Schnelles, leichtes und gesundheitsschonendes An- und Auskleiden für den Menschen im Rolltuhl und assistierende Personen
    • Jacken: Geeignet für unterschiedliche Rollstuhlarten, Rückenbereich wenig Stoff
    • Hosen: Flache Nähte, keine Gesäß- oder andere Taschen, elastischer Bund, längere Hosenbeine, hinten höher geschnitten als vorne, im Gesäßbereich weiter geschnitten (Tragekomfort auch mit Inkontinenzmaterialien), Elasthan-Anteil im Stoff
  • Companion Fit: Optimiert für Nicht-Rollstuhlnutzende
  • Uni Fit: Für Rollstuhlnutzende und Nicht-Rollstuhlnutzende gleichermaßen geeignet. Einige Details:
    • Leichtes An- und Auskleiden durch Magnetverschlüsse
    • Hosen: flache Nähte, keine Gesäßtaschen, vorhandenen Taschen sind in der Sitzposition leicht zugänglich, elastischer Bund, längere Hosenbeine

Das Wiener Unternehmen stellt laut Eigenbeschreibung die Ansprüche von Menschen im Rollstuhl „ins Zentrum. Deshalb sind diese von Anfang an maßgeblich an der Entwicklung der Kollektionen beteiligt. Zudem kooperieren wir mit jungen Modelabels.“ Die MOB-Mode wird „unter Verwendung hochwertiger Materialien und innovativer Verschlusssysteme“ in Österreich produziert. Individuelle Wünsche können berücksichtigt werden, einige Änderungen (z.B. Kürzen oder Verlängern der Hosenbeine oder Erhöhen des Hosenbunds am Rücken) sind kostenfrei.

In einem Video stellen die Macher von MOB sich und ihre Mode vor:

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