Die richtige Ernährung bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen

Wer häufig unter Harnwegsinfektionen leidet, könnte sich für eine Ernährung interessieren, die das Immunsystem stärken, gute Darmbakterien fördern und Entzündungen vorbeugen kann.

Harnwegsinfektionen sind eine der häufigsten Komplikationen bei Querschnittlähmungen. Jenseits von Antibiotika gibt es verschiedene Möglichkeiten ihnen vorzubeugen. Auch die Ernährung kann eine wichtige Rolle spielen.

Lebensmittel mit hohem Vitamin C Gehalt und Säuren wählen

Zitrusfrüchte und Beeren sind reich an Vitamin C, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen, die sich positiv auf die Blasengesundheit auswirken und schädliche Keime in der Blase bekämpfen können.

Johannisbeeren, Preiselbeeren und Cranberrys enthalten Salicylsäure und Gerbstoffe, die den Urin ansäuern und entzündungshemmend wirken. Zudem können sich gewisse Inhaltsstoffe an der Blaseninnenwand festsetzen, so dass Keime keinen Nährboden mehr finden.

Andere Beeren, wie Himbeeren, Brombeeren oder Heidelbeeren sind reich an Vitamin C und Ballaststoffen und können nach Auffassung der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) die Nierenfunktion unterstützen und so bei Blasenproblemen helfen.

Harntreibende Lebensmittel bevorzugen

Um Bakterien aus der Blase auszuspülen ist eine gewisse Menge Urin nötig. Nicht umsonst ist der wichtigste Schritt bei einer Blasenentzündung viel zu trinken. Harntreibende Tees (siehe: Tees bei Blasenproblemen) und auch Lebensmittel mit einem hohen Wasseranteil (siehe: Lebensmittel mit hohem Wassergehalt) können dazu beitragen Krankheitserreger schnell loszuwerden. Als außerdem besonders harntreibend gelten kaliumreiche Obst-, Gemüse und Getreidesorten wie:

  • Aprikose
  • Avocado
  • Banane
  • Fenchel
  • Gurke
  • Rettich
  • Reis
  • Rhabarber
  • Petersilie
  • Sellerie
  • Tomate
  • Wassermelone

Ebenfalls harntreibend sind:

  • Spargel

Spargel enthält Asparaginsäure, die für ihre harntreibende Wirkung nebst intensivem Geruch bekannt ist.

  • Artischocke

Artischocken enthalten sekundäre Pflanzenstoffe (vor allem Chlorogensäure, Cynarin, Luteolin-7-O-glucosid (Cynarosid) und Luteolin-7-O-rutinosid (Scolymosid)) und vor allem Kaffeesäure, die harntreibend wirken können.

Gesundes Mikrobiom fördern

Blasenentzündungen werden häufig von Bakterien verursacht, die im Darm vorkommen. Wer diese für die Blase schädlichen Bakterien in Schach halten möchte, kann dies tun, indem er die guten Darmbakterien gezielt füttert. Dies geschieht durch eine ausgewogene abwechslungsreiche gesunde Ernährung (siehe: Ernährung bei Querschnittlähmung), die reich an Ballaststoffen (Präbiotika) und Probiotika ist.

  • Ballaststoffe sind in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Nüssen und Saaten sowie den meisten Obst- und Gemüsesorten vorhanden (siehe: Ballaststoffe für die Verdauung). 30 Gramm sollten täglich auf dem Speiseplan stehen. Wenn man diese Menge an Ballaststoffe nicht gewohnt ist, kann sie zu Blähungen führen, weshalb eine schrittweise Erhöhung der Zufuhr sinnvoll ist. Das Beratungszentrum für Ernährung und Verdauung Querschnittgelähmter empfiehlt den Tag mit einem leckeren Müsli zu starten. Siehe hierzu: Das richtige Müsli bei Verdauungsproblemen.
  • Probiotika sind in der Regel besonders robuste Milchsäurebakterien (v. a. Bifiobakterien und Laktobazillen), von denen ein Großteil die Magenpassage überlebt und durch die Produktion von Milch- und z. T. auch Essigsäure ein lebensfeindliches Milieu für Krankheitserreger schaffen. Probiotika kommen in Joghurts oder Buttermilch aber auch in milchsauer vergorenen, nicht pasteurisierten Lebensmitteln wie Sauerkraut, Kimchi, Kefir und milchsauer vergorenen Gemüsesäften vor. (Siehe: Prä- und Probiotika für die Verdauung).

Extra-Tipp: Vorsicht bei der Einnahme von Antibiotika. Sie kann die Diversität der Darmflora erheblich schädigen.

Entzündungshemmende Nahrungsmittel bevorzugen

Lebensmitteln, denen entzündungshemme Eigenschaften zugeschrieben werden, sind z. B. neben den ballaststoffreichen Lebensmitteln auch jene, die reich an Mikronährstoffen, Antioxidantien, sekundären Pflanzenstoffen Omega 3 und 6 Fettsäuren sind.

  • Fettreicher Fisch

Fetter Seefisch, wie Lachs, Hering und Thunfisch, ist reich an Protein, Mineralstoffen und den wichtigen Omega-3-Fettsäuren. Dazu gehören z. B. Eicosapentaen- (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), die starke Entzündungshemmer sind.

  • Grünes Blattgemüse

Grünes Blattgemüse ist reich an Vitaminen, Beta-Carotin, Eisen, Magnesium und in vielen Fällen auch an Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren. Auch das enthaltende Chlorophyll soll hilfreich sein: Der Pflanzenfarbstoff kann die Leber dabei unterstützen, entzündungsfördernde Schwermetalle und Umweltgifte auszuleiten (siehe auch: Grüne Smoothies für einen gesunden Darm).

  • Nüssen und Saaten

Die meisten Nüsse und Saaten sind nicht nur reich an Antioxidantien und Ballaststoffen, sondern bieten auch eine gute Kombination aus Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die dafür sorgen, dass z. B. Blutgefäße vor Entzündungsreaktionen geschützt werden.

  • Zwiebelgewächse

Zwiebeln, Schalotten, Lauch und Knoblauch gehören zur Familie der Zwiebelgewächse, die sich durch ihre gesundheitsfördernden Schwefelverbindungen auszeichnen. Während Zwiebeln in das Schwefelmolekül Onionin A und das Antioxidans Quercetin gegen entzündliche Prozesse vorgehen, ist auch Knoblauch mit seinen schwefelhaltigen Stoffen z. B. Diallyldisulfid ein altbewährtes Hausmittel gegen Entzündungen. Alle Zwiebelgewächse sind reich an der entzündungshemmenden Aminosäure Methionin

Nahrungsmittel, die Entzündungen im Körper fördern können und eingeschränkt bzw. gemieden werden sollten

Nahrungsmittel, die im Verdacht stehen, Entzündungen im Körper, speziell in den Schleimhäuten, zu fördern, sollten Menschen mit häufig wiederkehrenden Harnwegsinfektionen weitgehend meiden. Dazu gehören Weißmehlprodukte, Frittiertes, Süßigkeiten und zuckerhaltige Produkte wie z. B. Fruchtjoghurts oder Ketchup, Fertigprodukte sowie Wurstwaren und Schweinefleisch.

Siehe auch: Der Sieben-Punkte-Plan zu Vermeidung von Harnwegsinfektionen und Alternative Methoden zur Vorbeugung und Heilung von bakteriellen Harnwegsinfekten


Dieser Text wurde mit größter Sorgfalt recherchiert und nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Die genannten Produkte, Therapien oder Mittel stellen keine Empfehlung der Redaktion dar und ersetzen in keinem Fall eine Beratung oder fachliche Prüfung des Einzelfalls durch Fachspezialisten wie z. B. Ärzte oder Apotheker.