Bitte nachmachen! Stadtratssitzung im Rollstuhl

Wie erklärt man den politisch Verantwortlichen, was eine Barriere ist – und wieso es so wenige wie möglich geben sollte? Die Beratungsstelle Inklusion St.Gallen hatte da eine gute Idee: Sie setzte fünf Stadträte in den Rollstuhl und ließ sie die Stadt erkunden. Sofern Bordsteine, Türen und Aufzüge dies zuließen …

Wie barrierefrei ist die Stadt wirklich? In St. Gallen machten Stadträte den Selbsttest.

Die Idee stammt von Cem Kirmizitoprak, Leiter der Beratungsstelle Inklusion St.Gallen. Kirmizitoprak – ein Mann mit zerebraler Tetraspastik – initiierte die Stadtratstour im Rollstuhl, weil er in seinem Alltag die Erfahrung machen musste, dass die Stadt St. Gallen sich barrierefreier gibt, als sie wirklich ist. Um den Verantwortlichen klar zu machen, welche Hindernisse hohe Amtsschalter und schmale Türen, die sich vom Rollstuhl aus kaum öffnen lassen, tatsächlich sind, lud er zur Rundfahrt.

Über die nachahmenswerte Aktion berichtete das St. Gallener Tagblatt (externer Link): „Der Stadtrat fährt mit dem Rollstuhl durch St.Gallen – und spürt die Schwierigkeiten des Alltags einer beeinträchtigten Person“.