Inklusionspreis für die Wirtschaft 2021: Das sind die Gewinner

2021 sind vier Unternehmen mit dem Inklusionspreis für die Wirtschaft ausgezeichnet worden, weil sie in besonderer Weise gezeigt haben, wie Inklusion erfolgreich gelingt: die Deutsche Post DHL Group, Ford-Werke, Goldbrötchen Bäckerei Ralf Jahnsmüller und DokuService Knoll.

Deutsche Post DHL Group

Wie Inklusion in der Praxis aussieht, zeigen die innovativen Maßnahmen, die DPDHL Group an seinen unterschiedlichen Standorten umsetzt und die zur Nachahmung anregen sollen: In Köln wurde eine eigene Inklusionsabteilung gegründet, um Menschen mit Autismus zu beschäftigen. In Leipzig startete der Konzern ein Gehörlosenprojekt: Barrierefreie Arbeitsbedingungen u.a. dank des Einsatzes von Pagern und Blinkleuchten, aber auch besondere Trainings- und Schulungsmaßnahmen, ermöglichten hier die Einstellung mehrerer gehörloser Beschäftigten. Auch bei der Nachwuchsförderung setzt DPDHL Group besonders auf Inklusion – z. B. mit einer kostenlosen Beratungshotline für Jugendliche mit Behinderung, einer Social Media Kampagne oder einem Pilotprojekt in Kooperation mit verschiedenen Trägern, um Jugendliche gezielt zu rekrutieren.

Ford-Werke

Ford setzt auf innovative Projekte und Insourcing-Maßnahmen. „Dabei sind uns sowohl Wertschätzung als auch Wertschöpfung gleichermaßen wichtig, was zur Zufriedenheit und Motivation unserer Belegschaft beiträgt“, erklärt Wolf. Im Bereich Büroarbeit und Koordination entstanden beispielsweise zwölf neue Arbeitsplätze für leistungsgewandelte Mitarbeitende, indem Logistikleistungen für die europaweiten Fahrzeugtransporte wieder selbst verantwortet werden – mit hohem Einsparpotenzial. Auch bei der Montage von Fahrzeugtüren gelang durch Insourcing die Weiterbeschäftigung von 31 Beschäftigten mit schweren erworbenen Einschränkungen. Das Projekt „3auf2“ integriert zudem Angestellte, die keine 100-prozentige Leistung mehr erbringen können – beispielsweise aufgrund von Covid19-Spätfolgen: Hier teilen sich drei Mitarbeitende jeweils zwei voll ausgelastete Arbeitsplätze. Besonders innovativ ist das Pilotprojekt KOBOT, bei dem Ford gemeinsam mit der RWTH Aachen und dem LVR Mensch-Roboter-Kollaborationen entwickelt. Durch robotische Hilfssysteme soll die Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten mit Schwerbehinderungen unterstützt und damit eine langfristige Wirtschaftlichkeit gesichert werden. Um auch psychisch erkrankte Mitarbeitende im Unternehmen zu halten, bildet der Automobilhersteller zudem „Mental Health“-Ersthelfende aus, die als Erstkontakt beraten und vermitteln.

Goldbrötchen Bäckerei Ralf Jahnsmüller

Elf Beschäftigten mit Schwerbehinderungen machen heute mehr als ein Drittel des Teams aus. Jeder von ihnen hat einen eigenen Förderplan, der individuelle Fähigkeiten und Bedürfnisse berücksichtigt und die Wirtschaftlichkeit sichert. Dafür arbeitet die Bäckerei eng mit der Agentur für Arbeit, dem Integrationsfachdienst und dem Kommunalen Sozialverband Sachsen zusammen. Alle Arbeitsplätze und Filialen sind barrierefrei eingerichtet. Die Beschäftigten können bei Bedarf schnell reagieren, um akute Beschwerden zu lindern: Beispielsweise mit dem Wechsel in einen Ruheraum – oder an einen anderen Arbeitsplatz. Eigens dafür wurde für die traditionelle Schaubäckerei des Unternehmens eine neue Abteilung „Brennholzproduktion und Landschaftspflege“ geschaffen, die den Beschäftigten auch kurzfristig ein anderes Einsatzgebiet im Außenbereich sichert. Damit solche Arbeitsplatz-Wechsel ohne viel Bürokratie möglich sind, wurde die Goldbrötchen-Bäckerei 2020 zum anerkannten Inklusionsbetrieb.

DokuService Knoll

Bei DokuService Knoll arbeiten heute bereits acht Menschen mit Schwerbehinderung oder Gleichstellung, auch auf leitender Ebene. Inhaber Peter Knoll sieht die inklusive Beschäftigung als persönliches Engagement, aber auch als klaren Erfolgsfaktor für sein kleines Unternehmen: Im strukturschwachen Vorpommern und in einer von Fluktuation geprägten Branche sichert er sich gut qualifizierte Fachkräfte. Nicht zuletzt profitiert sein Unternehmen von einem besonders positiven Betriebsklima, das durch den engen Austausch und die gegenseitige Unterstützung im Team entstanden ist – neben notwendigen Hilfsmitteln ein wichtiger Faktor, um individuelle Defizite der Beschäftigten im betrieblichen Alltag ausgleichen zu können.

Die Initiierenden des Preises sind die Bundesagentur für Arbeit, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, die Charta der Vielfalt sowie das UnternehmensForum.

Für weitere Informationen zu den Preisträgern und zum Inklusionspreis der deutschen Wirtschaft siehe: www.inklusionspreis.de