Sicher mit Rollstuhl und Co. im Straßenverkehr

Mit Rollstuhl und Co. im Straßenverkehr unterwegs zu sein, kann eine große Herausforderung sein, vor allem, wenn man Neueinsteiger ist. Eine neue Broschüre will informieren und mit Tipps zur Sicherheit beitragen.

Das Bundeministerium für Digitales und Verkehr (BMVI) bietet die Broschüre des Deutschen Verkehrssicherheitsrat e. V. „Sicher mobil mit Rollstuhl und motorisiertem Krankenfahrstuhl“ zum kostenfreien Download an. BMVI – Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V.: Broschüre „Sicher mobil mit Rollstuhl und motorisiertem Krankenfahrstuhl“

Aus dem Inhalt

Wenn z. B. nach Eintritt einer Querschnittlähmung der Umstieg auf einen Rollstuhl oder motorisierten Krankenfahrstuhl notwendig ist, ergeben sich neue Herausforderungen beim Bewältigen alltäglicher Wege. Oft können bekannte Strecken nicht ohne weiteres mit einem Rollstuhl zurückgelegt werden. Betroffene sollten daher wissen, was auf sie zukommt und mit den folgenden Informationen entsprechen vorbereitet sein.

  • Mit dem passenden Rollstuhl und individuellen Einstellungen sicher im Straßenverkehr

Thematisiert werden u. a. die Aspekte der Rollstuhlanpassung

  • Zubehör erleichtert den Alltag im Straßenverkehr
    • Kippschutz
    • Kompaktbremse
  • Welche Regeln gelten für Rollstuhlfahrer im Straßenverkehr?
  • Mit dem Rollstuhl in den öffentlichen Verkehrsmitteln?
  • Motorisierte Krankenfahrstühle (siehe auch: Führerschein und Versicherung: Regelungen für Rollstuhlzuggeräte)
  • Welche Regeln für motorisierte Krankenfahrstühle im Straßenverkehr?
  • Sichere Teilnahme am Straßenverkehr
  • Wege planen
    • Überqueren der Fahrbahn
    • Sicher über die Ampel
    • Sicher über den Zebrastreifen
    • Hindernisse im Blick
    • Vor der eigenen Haustür
    • Sicherheit durch Sichtbarkeit (siehe auch: Sichtbarkeit und Sicherheit im Rollstuhl)

Diese Punkte heben die Autoren als besonders wichtig hervor:

  • Zum Führen eines motorisierten Krankenfahrstuhls ist eine ausreichende körperliche und geistige Leistungsfähigkeit erforderlich!
  • Nutzen Sie mit Krankenfahrstühlen wenn möglich Gehwege! Achten Sie hier besonders auf das Einhalten der Schrittgeschwindigkeit – höchstens 6 km/h!
  • Planen Sie Ihre Wege. Meiden Sie schmale und unbefestigte Gehwege und Baustellen auf Ihrer Route! Achten Sie auf eine gegebene Barrierefreiheit!
  • Radwege dürfen ausschließlich für die Auf- und Abfahrt benutzt werden! Nutzen Sie mit Ihrem elektrisch betriebenen Krankenfahrstuhl die Fahrbahn, so gelten die Regeln, die auch für andere Fahrzeuge vorgeschrieben sind!
  • Überqueren Sie die Fahrbahn nur an gut überschaubaren Stellen und nutzen Sie Fußgängerampeln, Fußgängerüberwege oder Stellen mit Verkehrsinseln zur sicheren Überquerung!
  • Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, den Verkehr zu beobachten, bevor Sie die Fahrbahn überqueren! Machen Sie ggf. durch Handzeichen auf sich aufmerksam und stellen Sie möglichst Blickkontakt zu den Auto Fahrenden her!
  • Bedenken Sie, dass Sie von Auto Fahrenden wegen der geringeren Höhe nicht immer gut gesehen und erkannt werden. Fahren Sie vorausschauend!

Direkt zum kostenfreien pdf Dokument geht es hier: sicher-mobil-rollstuhl.pdf (bmvi.de)

Ein Aspekt, den die Broschüre nicht nennt, ist die Wichtigkeit eines Rollstuhltrainings. Mit dem Rollstuhl auf Sand, Gras, Kies unterwegs zu sein, Gefälle zu befahren, Bordsteinkanten zu überwinden oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, im richtigen Moment zu drehen, zu kippen, die Balance zu halten – diese Fähigkeiten bedeuten ein Maximum an Mobilität und Unabhängigkeit im Straßenverkehr. Und sie müssen unter Anleitung erlernt und geübt werden. Siehe hierzu: Rollstuhlhandhabung: Mobil im Rollstuhl

Siehe auch:
Acht Dinge, die man beachten sollte, wenn man (neu) im Rollstuhl unterwegs ist