Ab GdB 50: Weiterhin Ticketkauf beim Zugbegleiter möglich

Die Bahn hat zum Jahresbeginn 2022 den Ticketkauf beim Schaffner eingestellt. Einzige Ausnahme: Menschen mit Schwerbehinderung wie z.B. Querschnittlähmung können ihre Fahrkarte weiterhin bei den Zugbegleitern kaufen.

Ab GdB 50 dürfen Bahnreisende weiterhin Tickets beim Schaffner nach-lösen.

Generell gilt seit 2022: Wer keine Zeit hatte, vorab ein Ticket zu lösen, kann dies – ohne Aufschlag – im Zug nachholen. Allerdings braucht er dazu Zugriff aufs Internet, denn die Tickets können nur noch in der App „DB Navigator“ oder auf bahn.de gekauft werden. Und: Die Uhr läuft! Dieser Service ist aus „technischen Gründen“ nur in den ersten zehn Minuten nach Abfahrt des Zuges möglich, so die Pressestelle der Bahn auf E-Mail-Anfrage.

10 Minuten können für Menschen mit Schwerbehinderung viel zu kurz sein, um z.B. für sich und ihren Rollstuhl einen freien Platz zu finden und sich sicher zu positionieren.

Deshalb, so die DB-Pressestelle weiter, dürfen Menschen mit einem Grad der Behinderung ab 50 weiterhin gegen Vorlage des Schwerbehindertenausweises ihre Fahrkarte beim Zugpersonal kaufen.

Voraussichtlich ab Herbst 2022 wird sich dies noch einmal ändern: Die Barzahlung beim Schaffner wird dann durch einen Kauf auf Rechnung ersetzt. Reisende mit Schwerbehinderung können sich zwar beim Zugbegleiter ein Ticket holen – bezahlt wird aber später per Überweisung, Klarna, PayPal oder in einem DB-Reisezentren.

Diese Regelungen gelten auch für Reisende mit einem Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen „B“ (berechtigt zur Mitnahme einer Begleitperson) – die Begleitperson fährt in diesem Fall ohnehin kostenfrei mit. Für alle anderen Leute, mit denen ein Mensch mit Querschnittlähmung oder anderen schweren Behinderungen unterwegs ist, gilt das oben erwähnte 10-Minuten-Limit.

Weitere Informationen DB-Regelungen für Menschen mit Schwerbehinderung im Beitrag Auf geht´s! Serviceleistungen, die Bahnreisende im Rollstuhl kennen sollten