Klassifizierung im Parasport

Im Parasport starten Athleten mit unterschiedlichen Einschränkungen. Um möglichst faire und vergleichbare Bedingungen zu schaffen, werden sie für die Teilnahme an internationalen Wettkämpfen innerhalb ihrer Sportart in unterschiedliche Startklassen eingeteilt. Wie diese Klassifizierung funktioniert, erklärt der Deutsche Behindertensportverband (DBS).

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Ziel der Klassifizierung

Die Richtlinien und Vorgaben der Klassifizierung werden vom Paralympischen Weltverband (IPC) und den jeweiligen internationalen Sportverbänden unter Hinzunahme von internationalen Experten entwickelt. Die Klassifizierung soll einen Leistungsvergleich möglich machen und faire Wettkämpfe gewährleisten. Nicht die Behinderung soll über Sieg oder Niederlage im paralympischen Wettkampf entscheiden, sondern die individuellen Fähig- und Fertigkeiten der Sportler die antrainierte Fitness, Kraft und Ausdauer sowie taktisches Geschick und mentale Stärke.

Klassifizierungssystem

Für jede Sportart (derzeit sind 31 paralympische Sportarten registriert) gibt es ein eigenes Klassifizierungssystem. Maßgeblich ist dabei nicht die Art der Behinderung, sondern welchen Einfluss das jeweilige Handicap auf das Ausüben der Sportart hat. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hat zehn Behinderungen aufgelistet, die zur Teilnahme an sportlichen Ereignissen innerhalb der paralympischen Bewegung auf internationaler Ebene berechtigen.

  1. Beeinträchtigung der Muskelkraft
    hierzu zählen u. a. völlige oder partielle Lähmung, Tetra- und Paraplegie, Post Poliomyelitis und Spina Bifida.
  2. Beeinträchtigung des passiven Bewegungsapparats
  3. Fehlen von Gliedmaßen
  4. Unterschiedliche Beinlänge
  5. Kleinwuchs
  6. Muskelhypertonie
  7. Ataxie
  8. Athetose
  9. Beeinträchtigung der Sehfähigkeit
  10. Intellektuelle Beeinträchtigung

Diese zehn Arten von Beeinträchtigungen berechtigen zur Teilnahme an den Paralympischen Spielen, d. h. nicht jeder Sportler mit Behinderung kann für internationale Wettkämpfe in paralympischen Sportarten klassifiziert werden, da dies an festgelegte Kriterien geknüpft ist. Auf nationaler Ebene können auch andere bzw. abweichende Voraussetzungen für die Teilnahme an Wettbewerben gelten.

Wer entscheidet über die Klassifizierung


Die Ausbildung zum Klassifizierer erfolgt bei den internationalen Verbänden der jeweiligen Sportarten. Voraussetzung sind Kenntnisse im medizinischen Bereich oder aus dem Sport, d. h. zur Ausbildung zugelassen werden z. B. Physiotherapeuten, Ärzte oder Sportwissenschaftler.

Eine Entscheidung wird nie alleine, sondern im Team getroffen.

So funktioniert die Klassifizierung

Um eine Klassifizierung vornehmen zu lassen, müssen die Sportler ihre medizinischen Unterlagen und Gutachten einreichen, worauf die jeweiligen Behinderungen und individuellen Bewegungsmöglichkeiten untersucht werden. Zusätzlich müssen sportartspezifische Tests unter der Beobachtung der Klassifizierer durchgeführt werden. Diese Informationen bilden die Basis für die Zuordnung zu einer Startklasse. Diese muss nicht notwendigerweise für immer gelten; wenn sich die Einschränkungen des Einzelnen verändern oder der internationale Verband neue Regularien einführt, werden Athleten neu klassifiziert.

Zum DBS Klassifizierungscode und weiteren klassifizierungsrelevanten Dokumenten geht es hier. DBS | Leistungssport im Behindertensport – Aktuelle Meldungen aus dem Bereich Leistungssport | Downloads (dbs-npc.de)