Hilfsangebote für geflüchtete Menschen mit Querschnittlähmung aus der Ukraine

Verschiedene Organisationen in Deutschland bieten Hilfe für geflüchtete Menschen aus der Ukraine, die eine Behinderung haben. Auch Angebote speziell für Menschen mit Querschnittlähmung sind dabei.

  • Ukrainian SCI Relief: Hilfe für Menschen mit Querschnittlähmung aus der Ukraine

Die Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten in Deutschland e.V. (FGQ), die Deutschsprachige Medizinische Gesellschaft für Paraplegiologie (DMGP) und die Deutsche Stiftung Querschnittlähmung (DSQ) verurteilen den völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine auf das Schärfste und beobachten mit großer Sorge die sich stetig verschlechternde humanitäre Situation in den Krisengebieten, von der vor allem auch Menschen mit einer Behinderung betroffen sind.

„Gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen bauen wir in der Nähe der polnisch-ukrainischen Grenze Anlaufstellen für Menschen mit Behinderung auf und überführen diese nach einer Erstversorgung mit Transporten in sichere Gebiete. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei auf Menschen mit einer Querschnittlähmung, die für den Umgang mit dieser Behinderung auf lebenswichtige Hilfsmittel sowie in den meisten Fällen auch auf medizinische, pflegerische und therapeutische Unterstützung angewiesen sind. Wir bieten Informationen zu geeigneten medizinischen Behandlungszentren für Querschnittgelähmte in Deutschland, Österreich und der Schweiz an.“ Zentrale Auskunft erteilt die Geschäftsstelle der FGQ.

Aktuelle Informationen unter: www.fgq.de

Kontakt Geschäftsstelle der FGQ:

Tel. +49 6226 960 211, info@fgq.de

Spendenaufruf


Darüber hinaus rufen wir zu Geldspenden auf, um die Menschen mit Behinderung in diesen Anlaufpunkten medizinisch und pflegerisch zu betreuen, sie bedarfsgerecht mit dringend benötigten Hilfsmitteln zu versorgen und um den weiteren Transport nach Deutschland organisieren zu können.

Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten in Deutschland e.V.

Volksbank Neckartal

IBAN: DE21 6729 1700 0028 2344 06

BIC: GENODE61NGD

Stichwort „Ukraine“

  • ESCIF Help Alliance: Ukrainian SCI Relief   

Die European Spinal Cord Injury Federation (ESCIF) Help Alliance betreibt mit Unterstützung mehrerer europäischer SCI-Organisationen ein „Safe House“ für behinderte Kriegsflüchtlinge in der Ukraine – mit Schwerpunkt auf Menschen mit Rückenmarksverletzungen. Die Pension befindet sich etwa 30 km von der ukrainischen Grenze entfernt in Wólka Cycowska 13n, 21-070 Cyców, und besteht aus 27 Schlafzimmern sowie einem Büro, einem Besprechungs- und einem Speisesaal. Das Haus ist größtenteils barrierefrei. Die Verantwortlichen vor Ort haben am Mittwoch, dem 6. April, mit der Aufnahme von Menschen beginnen.

Es ist wichtig zu betonen, dass das „Safe House“ als Unterkunft für Menschen mit chronischer Querschnittlähmung gedacht ist. Das Haus bietet ihnen die Möglichkeit, sich ein paar Tage auszuruhen und sich medizinisch untersuchen zu lassen, bevor ein endgültiger Aufenthaltsort gefunden wird. Das Haus ist nicht für Menschen gedacht, die eine neu erworbene Verletzung haben oder eine akute medizinische Behandlung benötigen. Das „Safe House“ wird von ESCIF mit logistischer und finanzieller Unterstützung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS) und der Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten in Deutschland e.V. (FGQ) betrieben.

Mehr Informationen über das Projekt und Kontaktadressen gibt es: www.escif.org

Weitere Hilfsangebote für geflüchtete Menschen mit Behinderung aus der Ukraine

  • Aktion Mensch: Hilfe für geflüchtete Menschen mit Behinderung

Die Aktion Mensch will für eine Vernetzung von verschiedenen Akteuren beim Hilfsangebot für geflüchtete Menschen aus der Ukraine sorgen und plant weitere Unterstützung für Menschen mit Behinderung sowie für Kinder und Jugendliche.

Auch werden auf der Seite Ukraine – Aktion Mensch (aktion-mensch.de Links zu hilfreichen Informations- und Unterstützungsangeboten gesammelt dargestellt.

Der Familienratgeber.de der Aktion Mensch informiert zudem in einem Überblick zu folgenden Fragen: Welche Rechte habe ich? Wo gibt es Beratung? Welche Hilfen und medizinische Versorgung bekommen geflüchtete Menschen mit Behinderungen?

  • Informationen des DRS: Hilfe für die Ukraine

Seit Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine haben uns zahlreiche Anfragen von Vereinen, Verbänden und Einzelpersonen erreicht, die entweder helfen wollen oder Hilfe suchen.

Im Fokus der Anfragen, die den Deutscher Rollstuhl-Sportverband e. V. erreichen, liegen besonders Menschen mit Behinderungen oder mobilitätseingeschränkte Personen, deren besonderen Bedürfnisse in der Fülle allgemeiner Hilfsangebote oft nicht ausreichend berücksichtigt werden können. Aufgrund des großen öffentlichen Interesses, den Rollstuhlnutzern in der Ukraine und denen, die geflüchtet sind, unbürokratisch zu helfen, hat der DRS hier einige relevante Informationen zusammengestellt: Ukraine helfen | drs.org

  • Hilfsabfrage.de: Datenbank zu Hilfsangeboten für behinderte Menschen aus der Ukraine

Die Internetseite www.hilfsabfrage.de soll dazu beitragen, die bestehenden Wohn- und Unterstützungsangebote sowie Transferangebote für behinderte Menschen aus der Ukraine zu bündeln und übersichtlich aufzuführen, um die zur Verfügung stehenden Ressourcen flächendeckend zu nutzen.

In den vergangenen Tagen hat das Büro des Landesbehindertenbeauftragten von Bremen in Zusammenarbeit mit einer Reihe von Akteuren, wie beispielsweise dem Martinsclub Bremen, der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), der Bundesvereinigung Lebenshilfe, den Sozialhelden oder Handicap International, diese Datenbank zu Hilfsangeboten für geflüchtete behinderte Menschen auf www.hilfsabfrage.de erstellt.

Deutschlandweit werden Organisationen der Behindertenhilfe gebeten, in den Rubriken „Transfer“ und „Wohnen“ ihre Hilfsangebote zu hinterlegen. Organisationen in der Ukraine, in den Grenzregionen sowie in Deutschland können dann ein sogenanntes „matching“ zwischen den behinderten geflüchteten Menschen und den Hilfsangeboten in Deutschland herstellen.

„Viele Einrichtungen haben sich bereits selbst auf den Weg gemacht und Unterstützung organisiert. Das ist großartig. www.hilfsabfrage.de soll nun das Angebot bündeln und übersichtlich darstellen. Eine redaktionelle Überwachung der eingetragenen Angebote findet statt. In meiner Funktion als Landesbehindertenbeauftragter möchte ich alle Behinderteneinrichtungen herzlich einladen, ihr jeweiliges Angebot auf die Seite einzustellen. Ferner habe ich die Bitte, dass dieser Aufruf bundesweit breit gestreut wird“, teilte der Landesbehindertenbeauftragte von Bremen, Arne Frankenstein, in einer Mail an verschiedene Akteur*innen der Behindertenhilfe und -selbstvertretung mit.

Link zur Datenbank

Für Ottmar Miles-Paul von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) ist es wichtig, dass bei der Unterstützung von geflüchteten behinderten Menschen das know how und die verschiedenen Angebote möglichst schnell gebündelt werden. Denn behinderte Menschen benötigten oft sehr umfassende und nachhaltige Unterstützung.

Ukraine 🇺🇦
Geflüchtete aus Ukraine mit Behinderung: Voller Barrieren (taz.de)  Unter den Geflüchteten sind auch viele Menschen mit Behinderung. Doch für sie gibt es kaum Anlaufstellen, wenn sie hier in Deutschland ankommen. Ohne Ehrenamtliche würde das System in Deutschland längst zusammenbrechen.
  Ukraine-Flüchtlinge in Berlin: Gehörlose fordern Bleiberecht (taz.de) 180 gehörlose Geflüchtete sollen nach Köln, doch sie wollen bleiben. Nur Berlin biete ihnen Perspektiven – zudem habe es Franziska Giffey versprochen.
  Linksammlung für Geflüchtete aus der Ukraine (bag-selbsthilfe.de)  bag-selbsthilfe hat eine Reihe an Hilfsangeboten für Menschen aus der Ukraine mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen zusammengetragen. Die Liste ist alphabetisch nach Betroffenheit sortiert und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie wird regelmäßig überarbeitet und erweitert.
  Newsletter informiert u.a. über Ukraine-Hilfen (kobinet-nachrichten.org)  Der neueste Newsletter des Landesbehindertenbeauftragten von Bremen, Arne Frankenstein, befasst sich u.a. mit den Hilfen für behinderte geflüchtete Menschen aus der Ukraine. Zudem berichtet der Newsletter über eine Reihe von Aktivitäten und Veranstaltungen der letzten Wochen.
  Ukraine: für Hilfe da, wo sie gebraucht wird (betterplace.org) Be an Angel e.V. evakuiert pragmatisch und schnell ukrainische Flüchtlinge. Sie haben bisher über 2000 Menschen in Sicherheit gebracht. Sie tun das seit Beginn des Flüchtlingsstroms, seit 4. März 2022 auch persönlich vor Ort.
  Hilfe zur Beratung von Migranten mit Behinderung (caritas-os.de) Leitfaden zur Beratung von Menschen mit einer Behinderung im Kontext von Migration und Flucht.
  Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten: Ukraine-Krieg (bvkm.de) Der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (bvkm) beobachtet mit großer Sorge die verzweifelte Situation der Zivilbevölkerung im Kriegsgebiet der Ukraine. Besonders Menschen mit Behinderung und ihre Familien sind aufgrund von Mobilitätseinschränkungen, mangelnder Versorgung mit Medikamenten, Hilfsmitteln und fehlender Fachkräfte zusätzlichen Gefahren ausgesetzt. Inzwischen sind mehr als zwei Millionen Menschen aus der Ukraine geflüchtet, darunter auch Menschen mit Behinderung und ihre Familien.