Ein Sportgerät für Rollstuhlfahrer: Wie Skifahren ohne Schnee

Das Trainingsgefährt Spike bietet Menschen mit Querschnittlähmung die Möglichkeit eine adaptive Ausdauersportart mit Spaß im Freien – sogar Off-Road – zu verbinden. Die Mischung aus Sitz-Ski und Rennrollstuhl wird mit Stöcken angetrieben.  

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Spike ist ein neues adaptives Sportgerät, mit dem Rollstuhlfahrer auf unterschiedlichstem Terrain aktiv sein können. Laut dem norwegischen Hersteller können Nutzer (nach Übung) problemlos von asphaltierten Straßen zu Waldwegen wechseln und sind damit bei der Wahl ihres Trainingsortes ziemlich unabhängig.

Entwickelt wurde Spike mit dem Ziel es dem norwegischen Para-Ski-Team zu ermöglichen sich auch im Sommer auf Meisterschaften und die Paralympics vorzubereiten.  Geeignet ist es für Menschen mit Querschnittlähmung und ähnlichen Behinderungen (z. B. Polio) sowie für Beinamputierte.

Training mit Spike

Spike funktioniert so ähnlich wie ein Sitz-Ski, nur dass er auf Rollen fährt. Angetrieben wird, wie beim Langlauf, über Skistöcke, mit denen man sich nach hinten abstößt. Der Fahrer befindet sich beim Fahren in einer knieenden Haltung und muss daher über ausreichend Rumpfstabilität und -muskulatur verfügen; mit einem Riemen werden Hüften und beide Knie fixiert. Gelenkt wird die Verlagerung des Oberkörpers.

Beim Fahren mit Spike werden Rumpfmuskulatur, Schultern und Arme sowie Tiefenmuskulatur und Gleichgewicht trainiert werden. Zudem ist das schnelle Fahren ein effektives Herz-Kreislauftraining. Durch die Bewegung wird der Stoffwechsel angeregt und die alternative Art des Antrieb schonen Handballen und -gelenke.

Der Hersteller empfiehlt mit dem Training auf einem flachen reibungsarmen Boden zu beginnen; geeignet sind z. B.  Leichtathletikbahnen oder asphaltierten Straßen. Anspruchsvoller sind Strecken mit unebenem Bodenbelag wie Schotter oder mit Steigungen bzw. Gefälle.

Für wen ist Spike geeignet?

Die Spike-Variante, in der man kniet, ist für Menschen mit tiefen Lähmungen geeignet. Für Menschen mit höheren Lähmung (oder Knieproblemen) gibt es eine Variante, in der man sitzen kann (wie in einem Sitz-Ski). Der Sitz kann für eine Körpergröße zwischen 145 und 205 Zentimetern angepasst werden, jedoch ist zu beachten, dass Nutzer nicht schwerer als 105 Kilo sein sollen.

Die Fortbewegung mit den Stöcken mag zunächst ungewohnt sein und ein gewisses Maß an Koordination erfordern, doch Menschen, die sportbegeistert und gerne im Freien unterwegs sind, werden ihren Spaß an Spike haben.

Was kostet das?

Spike (sowohl das Modell, in dem man sitzt, als auch das, in dem man kniet) kostet knapp 5.000 Euro zzgl. Steuer und Transport/Importkosten. Geeignete Stöcke (vom Hersteller Swix) sind im Preis mit inbegriffen (Stand: Aug. 2022).

Es gibt auch eine Variante, die für das Fahren im Schnee gedacht ist und auf Kufen statt auf Rädern fährt. Diese ist mit knapp 3.000 Euro zwar etwas günstiger, kann aber natürlich auch nur dann verwendet werden, wenn auch wirklich Schnee liegt.

Zu beziehen sind alle Modelle direkt beim norwegischen Hersteller Home (exerotech.com).


Dieser Text wurde mit größter Sorgfalt recherchiert und nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Die genannten Produkte stellen keine Empfehlung der Redaktion dar und wurden (falls nicht anders vermerkt) nicht getestet. Der-Querschnitt.de verkauft keine Produkte. Leser, die Interesse an den genannten Produkten haben, wenden sich bitte direkt an den Hersteller.