Aktion Mensch-Umfrage: Barrieren erschweren Reisen für Menschen mit Behinderung

Nach den Einschränkungen der Corona-Zeit steht Reisen wieder ganz oben auf der Wunschliste. Für Menschen mit Behinderung, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, ist unbeschwertes Reisen aber kaum möglich.

Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Aktion Mensch nehmen rund 85 Prozent der Befragten mit Behinderung Barrieren beim Reisen wahr, über ein Drittel (34 Prozent) sogar häufig. Bei Menschen ohne Behinderung sind es dagegen nur 18 Prozent, die häufig Barrieren wahrnehmen. Die drei Top-Barrieren im Urlaub für Menschen mit Behinderung sind Treppen und Stufen (29 Prozent), fehlende öffentliche barrierefreie Toiletten (24 Prozent) sowie schlechte Orientierungsmöglichkeiten am Urlaubsort (22 Prozent).

Barrieren gibt es aber nicht nur am Urlaubsort, sondern bereits bei der Planung und Anreise: 16 Prozent der Menschen mit Behinderung nennen die fehlende Barrierefreiheit bei den Verkehrsmitteln als eine der Top-Barrieren, jede*r Neunte von ihnen (11 Prozent) empfindet die Buchungsportale als schlecht nutzbar, ebenfalls 11 Prozent bemängeln falsche oder fehlende Angaben zur Barrierefreiheit am Urlaubsort. „Die Umfrageergebnisse zeigen deutlich, dass Barrierefreiheit bei Reisen dringend vorangetrieben werden muss. Reise-Anbieter müssen diesen Bedarf in Zukunft mitdenken und mehr barrierefreie Angebote schaffen, damit Menschen mit Behinderung nicht länger ausgeschlossen werden“, so Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch.

Reiseangebote für alle

Um diesem Missstand entgegenzuwirken, fördert die Aktion Mensch zahlreiche inklusive Hotels, Ferienanbieter und Gastronomiebetriebe, so etwa das Familienferiendorf in Schillig an der Nordsee, das vom Integrationsunternehmen AWO SANO gGmbH betrieben wird. Dort ist Urlaub für Menschen mit und ohne Behinderung in barrierefreien Ferienhäusern und Apartments möglich. Aber nicht nur die Unterkünfte, sondern auch die Freizeitangebote sind für alle zugänglich: Es werden beispielsweise barrierefreie Wattwanderungen in Wattmobilen angeboten.

Damit auch ein Bewusstseinswandel bei den Tourismus-Anbietern stattfindet, unterstützt die Aktion Mensch zudem Projekte wie „OUTdoor Inklusiv“ des Kreisjugendrings Rems-Murr e.V.: Hier werden Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam zu „Inklusions-Teamern“ geschult. Dabei lernen sie in Tandems, Freizeitaktivitäten so zu gestalten, dass alle daran teilhaben können. Dieses Wissen geben sie wiederum an andere Jugendgruppen weiter, sodass Inklusion auch im Freizeitbereich zunehmend berücksichtigt wird.

Weiterführende Informationen der Aktion Mensch:

Barrierefreies Reisen: Linkliste Tourismus (hier) und Informationen zu Urlaub mit Behinderung (hier)