Ergebnisse zur Repräsentativbefragung zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

Die „Repräsentativbefragung zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“ steht ab sofort auf der Website des BMAS zum Download bereit. Die Studie untersucht die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in zentralen Lebensbereichen.

Auf Grundlage einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe wurden 22.000 Personen ab 16 Jahren mit und ohne Beeinträchtigungen in Privathaushalten befragt, sowie weitere 3.350 Personen, die in besonderen Wohnformen für Menschen mit Behinderungen oder Senioreneinrichtungen leben. Ein großer Fortschritt für die Teilhabeforschung besteht in der systematischen Einbeziehung von Personenkreisen, die aufgrund ihrer Beeinträchtigungen oder ihrer Wohnform in aller Regel nur selten durch Befragungen erreicht werden.

Abschlussbericht Repräsentativbefragung zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

Die „Repräsentativbefragung zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“ untersucht die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in zentralen Lebensbereichen. Zum Forschungsbericht geht es hier.

„Früher wurde über die Menschen mit Behinderungen geredet, jetzt haben wir belastbare Aussagen von ihnen selbst zur Teilhabesituation in fast allen zentralen Lebensbereichen. Der heute veröffentlichte Bericht gibt den Menschen mit Behinderungen eine eigene Stimme auf repräsentativer Basis. Mit der Anschlussfähigkeit an die ICF vollziehen wir einen Paradigmenwechsel, der auch den Anforderungen an die Staaten zur Bereitstellung von Forschungsdaten aus der UN-Behindertenrechtskonvention gerecht wird, so der zuständige Staatssekretär Dr. Rolf Schmachtenberg: Die Teilhabeforschung ist damit nicht mehr allein auf den Schwerbehindertenstatus angewiesen. Ziel sei es, von Ansätzen der Betroffenheit und Fürsorge wegzukommen, hin zu einer evidenzbasierten Politik für eine möglichst selbstbestimmte Lebensführung.

Die Studie wurde zwischen 2017 und 2021 durchgeführt, Auftragnehmer war das Sozialforschungsinstitut infas (Institut für angewandte Sozialforschung, Bonn) in Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung sowie der Hochschule Fulda.

Diese Repräsentativbefragung ist die erste Erhebung ihrer Art in Deutschland und auch weltweit eine der bislang wenigen empirischen Studien, die die Internationale Klassifika­tion von Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (International Classification of Functioning, Disability and Health, ICF) zur Definition von Menschen mit Behinderungen methodisch umsetzt. Dabei geht es darum, Menschen mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen selbst einschätzen zu lassen, ob und inwieweit Barrieren in ihrer räumlichen und gesellschaftlichen Umwelt ihre gesellschaftliche Teilhabe in verschiedenen Lebensbereichen einschränken. Die Untersuchung unterscheidet infolgedessen analytisch zwischen Menschen mit Beeinträchtigungen und Menschen mit (selbsteingeschätzten) Behinderungen. Erstmals kommen somit in einer Befragung in Deutschland viele Personen zu Wort, die bisher nicht befragt oder um Einschätzungen zu ihrem Lebensalltag gebeten wurden. Ziel ist es, belastbare Aussagen über die Lebenslagen von Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen zu treffen und verbleibende Inklusionshürden zu identifizieren.