Adaptives Angelzubehör: Ideen gesucht

Angeln ist populär, auch bei Menschen mit Querschnittlähmung. Aber das Angebot an adaptiven Zubehör ist eher mager, bis kaum vorhanden. Anscheinend sind bei Sportanglern mit entsprechenden Behinderungen eher individuelle Selfmade-Lösungen gefragt. Und die würden wir gerne kennenlernen.

Rutenhalter für Menschen mit eingeschränkter oder keiner Hand- oder Fingerkraft.

Angeln ist eine beliebte Freizeitaktivität. Auch für Menschen mit Querschnittlähmung. Gut erreichbare – optimalerweise rollstuhlgerecht ausgebaute – Angelplätze dürften vielen Paraplegiker als Grundvoraussetzung genügen (siehe Beitrag Barrierefreie Angelplätze: Rollstuhltaugliche Spots für naturnahes Hobby). Beim Hegefischen werden sie deshalb häufig von der Angelplatz-Verlosung ausgenommen. Die Rollstuhltauglichkeit sticht eindeutig die Losgerechtigkeit.

Die Rute wird in der Armmanschette fixiert.

Sobald zur Lähmung der unteren Extremitäten jedoch Einschränkungen der Finger-, Hand- oder Armfunktion hinzukommen, wird es schwierig: Die Hobbyangler brauchen nicht nur einen guten Stellplatz, sondern unterstützende Hände. Oder die passenden Hilfsmittel.

Der britische Hilfsmittelhersteller „active hands“ hat in seinem Sortiment eine Lösung für angelbegeisterte Menschen mit eingeschränkter oder keiner Hand-/Fingerkraft: Den Angelrutenhalter Strong Arm 2 (siehe auch externer Link: Strong Arm 2 fishing aid – The Active Hands Company). Dank der Armmanschette aus dickem Leder soll es möglich sein, seine Angelrute in einer guten Position zu halten und abzuwerfen, ohne die Rute überhaupt greifen zu müssen.

Fast keine adaptiven Produkte von der Stange

Neben diesem Produkt fand zumindest die Redaktion trotz üppiger Recherche keine weiteren adaptive Ausrüstungsgegenstände. Auch eine Nachfrage von Der-Querschnitt.de bei Jürgen Rosenthal, dem Referenten Angeln/Fischen für Menschen mit Behinderung im Deutschen Angelfischer-Verband e.V. (DAFV) ergibt: Nichts.

Zumindest keinen Hinweis auf eine Lösungen von der Stange: „Wir machen uns da natürlich viele Gedanken, wie man für Menschen mit eingeschränkter Arm- oder Handfunktion das Angeln erleichtern könnte, in manchen Fällen muss man ja fast schon sagen: Das selbstständige Angeln überhaupt erst möglich machen könnte“, bedauert Rosenthal. „Aber ich sehe das auch bei vielen Angelevents: Wenn überhaupt, helfen sich die Angelfreunde mit selbstgebauten, individuellen Lösungen. Die tun gut ihren Zweck, passen aber nur gut zu diesem einem speziellen Angler.“

Denn so individuell jede Behinderung sich auf Motorik und Mobilität auswirkt, so individuell müsste auch das entsprechende Hilfsmittel sein, das den querschnittgelähmten oder anderweitig behinderten Angler bei der Ausübung seines Hobbys unterstützt.

Individuelle Ideen gesucht

Andererseits: Gut kopiert ist besser als gar nicht angeln können. Und deshalb bittet Der-Querschnitt.de zusammen mit dem Referat „Angeln für Menschen mit Behinderung“ des DAFV um Ideen-Spenden: Es wäre toll, wenn Angler, die sich ihr Hobby durch ein cleveres, selbstentworfenes Hilfsmittel erleichtern oder ermöglichen, diese Idee anderen angelbegeisterten Menschen mit Behinderung als Anregung zur Verfügung stellen: Einfach Foto und eine kurze Textbeschreibung an die Redaktion (ursula.willimsky@manfred-sauer-stiftung.de ) mailen. Die Bilder und Ideen werden nach Prüfung auf Der-Querschnitt.de und/oder den Seiten des DAFV veröffentlicht.