Ausgezeichnet: Herausragende Berichterstattung über den Behindertensport

Schon zum 21. Mal wurde der German Paralympic Media Award (GPMA) in Berlin vergeben. Die Preisverleihung fand nach einer einjährigen Pause wieder in Präsenz statt. Mit dem Award zeichnet die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) herausragende Berichterstattung über den Breiten-, Rehabilitations- und Leistungssport von Menschen mit Behinderung aus.

Schirmherr der diesjährigen Veranstaltung ist der blinde kenianische Marathonläufer Henry Wanyoike. Der Sonderpreis ging in diesem Jahr an die Paralympische Nationalmannschaft der Ukraine. Der Preis wurde von Valerii Sushkevych, dem Präsidenten des Nationalen Paralympischen Komitees der Ukraine, entgegengenommen. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgte durch eine renommierte Jury unter dem Vorsitz von Gerd Schönfelder, dem weltweit erfolgreichsten paralympischen Alpinsportler.

DIE PREISTRÄGERINNEN UND PREISTRÄGER DES JAHRES 2022 SIND:

KATEGORIE FOTO

Marcus Brandt, dpa Deutsche Presse-Agentur
Das Gewinnerfoto „Platten-Star“ fängt einen außergewöhnlichen Moment ein: Der ägyptische Tischtennisspieler Ibrahim Elhusseiny Hamadtou zeigt, was mit Willen und Einsatz alles möglich ist. Seit einem Unfall ist Hamadtou ohne Arme. Deshalb hält er den Tischtennisschläger mit dem Mund und nimmt für Aufschläge die Füße zu Hilfe. Mit seiner Energie und seiner Dynamik löst er beim Betrachten des Fotos Bewunderung aus. Ebenso sind der Witz und Charme des Moments ein Zeichen für die Emotionalität des Para-Sports, in dem oft so viel mehr möglich ist als man denkt. Hier geht es zum Beitrag.

KATEGORIE ONLINE-PLATTFORM / SOCIAL-MEDIA-KANAL

Dorian Aust und Philip Wegmann, Instagram / Facebook
Mit den Seiten „Alles Para?!“ auf Instagram und Facebook haben die beiden Sportjournalisten eine Plattform geschaffen, die viel Wissenswertes rund um die Themen Sport und Inklusion vorstellt. Interviews, Fotos, Podcasts – alles wird barrierefrei zur Verfügung gestellt, um auch Menschen mit Behinderung alle Inhalte zugänglich zu machen. Die Beschäftigung mit Fragestellungen, die zum Nachdenken anregen, aber auch die Vielseitigkeit und Barrierefreiheit der Inhalte haben die Jury überzeugt. Hier geht es zum Beitrag.

KATEGORIE AUDIO

Heike Mund, WDR Hörfunk / WDR 5
Das Radiofeature „Silke Pan: Vom Renn-Bike zurück zur Artistik“ schildert die beeindruckende Geschichte der vielseitigen Athletin und zieht die Zuhörenden in seinen Bann. Der Spannungsbogen der Inhalte, die verschiedenen Stilmittel des Hörfunkbeitrags sowie die vermittelten Informationen aus Forschung und Entwicklung sorgen für eine hervorragende Dramaturgie. Durch die emotionale Botschaft, dass man seine Träume niemals aufgeben sollte, lernen die Zuhörenden: Nichts ist unmöglich, solange man es nicht versucht hat. Hier geht es zum Beitrag.

KATEGORIE FILM / VIDEO

Henrik Diekert, ZDF
Die Reportage „Josia“ geht den Zuschauenden unter die Haut. Sie begleitet den Para-Schwimmer Josia Topf nach seiner Teilnahme bei den Paralympics in Tokio. Es wird eine ergreifende Geschichte gezeigt, die mit den Kämpfen und Erfolgen von Josia und seinen Eltern tiefe emotionale Einblicke gibt und berührt. Josia nimmt kein Blatt vor den Mund, er sagt: „Ich würde jede meiner Medaillen, jeden meiner Rekorde dagegen eintauschen, um normal zu sein.“ Die Reportage erzählt von Liebe, die Grenzen überwindet und von der Kraft des Sports, von Inklusion und Zuversicht. Hier geht es zum Beitrag.

KATEGORIE ARTIKEL

Thorsten Schmitz, Süddeutsche Zeitung
Der Artikel „Ins kalte Wasser“ ist herausragend geschrieben und besitzt eine hervorragende grafische Aufmachung. Der Text über die deutsche paralympische Schwimmerin Gina Böttcher ist gleichermaßen voller Emotionen und Informationen. Er macht neugierig, denn bereits die ersten Zeilen fesseln die Lesenden sofort. Der Artikel ist eine Musterlösung, um die Mauer zwischen dem Para-Sport als Nische und dem Allgemeininteresse zu durchbrechen. Hier geht es zum Beitrag.

SONDERPREIS 2022

Paralympische Nationalmannschaft der Ukraine
In ihrer Heimat ist Krieg, doch trotz aller Sorgen und Ängste um Familie und Freunde erbringt das paralympische Team Höchstleistungen bei den Paralympics in Peking. Die Mannschaft holt den 2. Platz im Medaillenspiegel. Athletinnen und Athleten widmen ihre Medaillen dem Frieden. Nach den Spielen kehren fast alle trotz des Krieges in die Ukraine zurück. Ihre Familien zu schützen und ihr Heimatland zu verteidigen, steht für die Sportlerinnen und Sportler an erster Stelle. Der Auftritt und das Engagement des ukrainischen Para-Teams sind vorbildhaft, verdienen Bewunderung und sind aller Ehren wert. Um ein Zeichen der Solidarität zu setzen, geht der Sonderpreis des German Paralympic Media Award an die paralympische Mannschaft der Ukraine.

Für mehr Informationen siehe: DGUV-German-Paralympic-Media-Award.de