Behindertenbeauftragter Dusel fordert Hitzeschutzpläne

In den letzten Tagen und Wochen wird viel über das Thema Hitzeschutz diskutiert. Auch Jürgen Dusel ist der Ansicht, dass mit Blick auf die zukünftigen klimatischen Entwicklungen Schutzpläne erarbeitet werden müssen, die insbesondere auch die Belange von Menschen mit Behinderungen berücksichtigen. Unter anderem nimmt er Kommunen und Gesundheitseinrichtungen in die Pflicht.

Schutz vor den Auswirkungen einer Hitzewelle: Dusel nimmt Kommunen und Gesundheitseinrichtungen in die Pflicht.

Aus Sicht von Jürgen Dusel müsste es für jede Einrichtung der Behindertenhilfe, für jedes Krankenhaus und für jede andere Gesundheitseinrichtung verschriftlichte und gemeinsam erarbeitete Aktionspläne geben, die Fragen aus ganz unterschiedlichen Bereichen beantworten, zum Beispiel:

  • Gibt es eine verantwortliche Person für den Hitzeschutz in der Einrichtung?
  • Wie ist der Informationsstand bei Mitarbeitenden und/oder Bewohnern und Bewohnerinnen?
  • Braucht es Schulungen? Gibt es genügend Wasservorräte?
  • Sind Wasserspender barrierefrei?
  • Kann ein „Kühlraum“ für Notfälle eingerichtet werden?
  • Welche Erfrischungsmöglichkeiten gibt es?
  • Muss die Medikation bei Einzelnen angepasst werden? (siehe auch Beitrag Bei Hitze: unter Umständen Anpassung der Medikamenten-Dosierung ratsam)
  • Wie kann die Menüplanung umgestellt werden? (siehe auch Beitrag Richtig essen an heißen Tagen: Sechs Tipps für den Speiseplan)
  • Wie können Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit systematisch und regelmäßig erfasst werden?
  • Muss die Personalplanung aufgrund eines höheren Pflegebedarfs angepasst werden?

Kurz zusammengefasst die Forderungen für einen „inklusiven Hitzeschutz“

Menschen mit Behinderungen leben, so Dusel weiter, aber nicht nur in Einrichtungen. Auch deswegen sei es wichtig, dass auch die Kommunen Hitzeschutzpläne erarbeiten. Dies ist auch ein Ergebnis der (externer Link) „Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen zum Schutz der menschlichen Gesundheit“, veröffentlicht 2017 vom Bundesumweltministerium. Auch hier müsse zwingend von Beginn an die Perspektive der Menschen mit Behinderungen berücksichtigt werden, zum Beispiel durch die kommunalen Behindertenbeauftragten. Diese wissen im Idealfall, welche Bedarfe da sind und wer gegebenenfalls gesondert einbezogen werden muss – also welche Einrichtungen es gibt, wo es besondere Wohngruppen gibt, wie viele Menschen mit Behinderungen es insgesamt gibt etc.

  • Die Einrichtungen sollten Hitzeschutzpläne erarbeiten, um vulnerable Gruppen zu schützen. Dabei müssen die Selbstvertretungen in jedem Fall einbezogen werden. Die Heimaufsichtsbehörden sollen unterstützend tätig werden und sicherstellen, dass Hitzeschutzpläne existieren.
  • Die Kommunen sollten Hitzeschutzpläne erarbeiten, diese gibt es bislang kaum. Ebenfalls unter Einbeziehung der kommunalen Behindertenbeauftragten und der Menschen mit Behinderungen. Auch auf Landesebene muss diese Perspektive selbstverständlich berücksichtigt werden.
  • Alle zentralen Informationen müssen so aktuell wie möglich in Leichter Sprache und Gebärdensprache kommuniziert werden. Zum Beispiel beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, bei den Landesministerien und auch in den Medien!
  • Grundsätzlich sollte dieses Vorgehen für alle Extremwetter-Ereignisse und Katastrophen gelten. Es braucht einen inklusiven Gesundheits- und Bevölkerungsschutz!

Das komplette Statement von Jürgen Dusel kann auf seiner Seite nachgelesen werden: Hitzeschutz inklusiv umsetzen! (behindertenbeauftragter.de)