Mineralsupplemente und Medikamente und ihr Einfluss auf die Verdauung

Bestimmte Mineralsupplemente und Medikamente können die Verdauung beeinflussen und z. B. Verstopfung aber auch Durchfall begünstigen. Menschen mit Querschnittlähmung sollten daher bei der Einnahme auf eventuelle Verdauungsprobleme vorbereitet sein.

Mineralsupplement und die Verdauung

Wenn ein Nährstoffmangel auftritt, kann es u. U. sinnvoll sein Mineralstoffe (und Vitamine) über Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel) zuzuführen. Menschen, die z. B. aufgrund einer Neurogenen Darmfunktionsstörung, ohnehin schon Probleme mit der Verdauung haben, sollten darauf vorbereitet sein, dass die Einnahme von Eisen, Kalzium und Magnesium, Einfluss auf die Stuhlkonsistenz und damit auf das Darmmanagement haben kann.  

Wichtig!


Mineralsupplemente sollte man immer erst dann nehmen, wenn von einem Arzt eine Unterversorgung festgestellt wurde. Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen, weil man glaubt, sie seien per se gesund, ist keine gute Idee.

  • Eisen

Die meisten Eisenpräparate, die eingesetzt werden, um einen Eisenmangel auszugleichen, nennen Verdauungsbeschwerden als häufige Nebenwirkungen. Möglich sind: „Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall, Verstopfung, Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen. Dabei nimmt die Häufigkeit mit steigender Dosis zu. Eine im Verlauf der Behandlung auftretende dunkle Verfärbung des Stuhls kann auf den Eisengehalt zurückzuführen sein und ist unbedenklich.“

  • Kalzium

Ein (durch Supplementierung) erhöhter Kalziumspiegel kann zu Verstopfung führen. Weitere Symptome sind z. B. Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit.

  • Magnesium

Wer Magnesium in Form von Supplementen oder auch als angereichertes Mineralwasser (!) zuführt, muss mit damit rechnen, dass es zu Durchfällen kommen kann. Das sollte nicht nur wegen dem Darmmanagement vermieden werden; Durchfälle können auch zu einer Unterversorgung des Körpers mit Mineralien und Vitaminen führen.

Magnesium kann auch gezielt als Mittel gegen Verstopfung eingesetzt werden. Dies macht allerdings nur dann Sinn, wenn die Ursache der Verstopfung ein Magnesiummangel ist. In allen anderen Fällen, sind andere Laxanzien vorzuziehen.


Auch zusätzlich eingenommene Vitamine (z. B. Vitamin D) können zu Verdauungsbeschwerden führen. Allerdings i. d. R. nur dann, wenn sie überdosiert werden.


Medikament und die Verdauung

  • Verstopfung durch Medikamente

Es gibt einige Medikamente, die zu Verstopfung führen können, z.B. H2-Rezeptorantagonisten, Protonenpumpenblocker, ferner Aluminium- oder kalziumsalzhaltige Magensäurebinder (alles Mittel, die die Bildung der Magensäure reduzieren oder blockieren und bei Sodbrennen eingesetzt werden), Colestyramin (Inhibitor der Gallensäureresorption), Codein (Hustenmedikament), Herz- und Kreislauf-Medikamente wie Kalziumantagonisten sowie Diuretika (wassertreibende Medikamente, die z. B. bei Ödemen eingesetzt werden).

Ebenfalls Verstopfung verursachen können Schlaf- und Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Medikamente gegen Epilepsie, gegen Morbus Parkinson, gegen Blasenschwäche, Antihistaminika sowie gegen krampfartige Schmerzen (Spasmolytika) z. B. bei Koliken.

Auch starke Schmerzmittel wie Morphinpräparate dämpfen den Darm oft erheblich.

Zu einer (englischsprachigen) Liste von Medikamenten, die verstopfend wirken können, geht es hier: list of medications 

  • Durchfall durch Medikamente

Vor allem Antibiotika können im Darm Chaos verursachen. Dies begründet sich daraus, dass die antibakteriellen Wirkstoffe die normale Darmflora verändern, und sich widerstandsfähige Arten übermäßig vermehren können, was wiederum zu Durchfällen führen kann. Beobachtet wurde ein Auftreten von 30-50% einer antibiotikaassoziierten Diarrhoe (AAD) mit steigender Tendenz (Deutsche Gesundheitshilfe, 2015; Nutrimmun, 2015). Siehe hierzu: Antibiotika & Probiotika – Auswirkungen auf den Darm.

Zu den Medikamenten, die Durchfall verursachen können, zählen z. B. Präparate gegen Demenz, die den Parasympathikus anregen, das Antidiabetikum Metformin, das Bluthochdruckmedikamen Olmesartan, sowie Medikamente, die gewollt oder als Nebenwirkung die Produktion der Magensäure hemmen (z. B. Omeprazol und Pantoprazol). Durch eine verminderte Konzentration der Magensäure können mehr Keime in den Darm gelangen und Durchfall auslösen. Andererseits können bei entsprechenden Medikamenten (wieder z. B. Omeprazol und Pantoprazol) auch Übelkeit, Erbrechen oder Verstopfung auftreten.

Wichtig!


Nur weil ein Medikament Verdauungsstörungen auslösen kann, bedeutet das nicht, dass es diese Verdauungsstörungen auslösen wird. Individuell reagieren Einzelne unterschiedlich auf Inhaltsstoffe, so dass weder Verstopfung noch Durchfall eintreten müssen. Falls Verdauungsstörungen als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten, sollte Betroffene mit ihrem Arzt über Alternativen sprechen, auf die sie weniger stark reagieren.


Dieser Text wurde mit größter Sorgfalt recherchiert und nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Die genannten Produkte, Therapien oder Mittel stellen keine Empfehlung der Redaktion dar und ersetzen in keinem Fall eine Beratung oder fachliche Prüfung des Einzelfalls durch Fachspezialisten wie z. B. Ärzte oder Apotheker.