Rollstuhltypen von A – Z

Ein Rollstuhl ist laut DIN 13240 „ein Fortbewegungsmittel für Personen deren Gehfähigkeit eingeschränkt ist“. Ein Rollstuhl ist jedoch mehr als ein Fortbewegungsmittel. Er ist ein angepasstes orthopädisches Hilfsmittel, das ausgefallene oder teilweise ausgefallene Körperfunktionen ersetzen und Restbeweglichkeit so gut wie möglich unterstützen soll (Harfich/et al., 2001).

Bild 56093068 copyright Kjpargeter, 2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Es existiert eine Vielzahl an Rollstühlen. In diesem Artikel soll in alphabetischer Reihenfolge eine Übersicht über die Hauptvertreter bei den Rollstuhltypen gegeben werden.

Ganz generell unterscheiden sich die Rollstühle nach ihrem Antrieb.

  • Greifreifenrollstuhl
  • Manueller Rollstuhl mit Zusatzantrieb
  • Rollstühle mit Einhandantrieb (hier wird das 2. Rad über das 1. Rad mitgesteuert)
  • Elektrorollstuhl oder Rolli, mit Elektromotor-Antrieb
  • Schieberollstuhl (passive Form der Fortbewegung)

Adaptivrollstuhl (auch: Aktivrollstuhl)

Der Aktivrollstuhl hat seinen Namen, weil er aktiv selbst gefahren wird. Aktivrollstühle gibt’ es als faltbare Modelle aber auch nicht faltbare Starrrahmen-Modelle. Ein Starrahmen-Modell hat in der Regel eine bessere Fahreigenschaft, da die Kraft zum Antrieb des Rollstuhls direkt übertragen wird und er eine höhere Stabilität aufweist.

klein faltrollstuhl ohne beschriftungDer faltbare Rahmen kann zusammengeklappt werden und so platzsparend verstaut oder auch in das Auto gepackt werden. Das Gewicht eines faltbaren Rollstuhls ist in der Regel höher als das Gewicht beim Starrrahmen-Modell.

Räder können über Steckachsen schnell und einfach gewechselt werden.

Ein leichter Radsturz – Stand der Räder unten weiter auseinander als oben, führt zu einer schnelleren Wendigkeit, da der Auflagedruck des Reifens geringer ist und bietet gleichzeitig eine bessere Seitenstabilität. Die bessere Wendigkeit hat dazu geführt, dass diese Rollstühle oft als Sportrollstühle eingesetzt werden. Je nach Gewicht wird der Aktivrollstuhl auch Leichtgewichtsrollstuhl genannt.

Duschrollstuhl

Zum Duschen gibt es spezielle Rollstühle die auf Grund spezieller Materialien unempfindlich gegen Wasser sind. Diese Rollstühle lassen sich meist auch als Toilettenrollstühle benutzen.

Diese gibt es als Selbstfahrerstühle und als Stühle in denen man geschoben werden kann. Siehe auch: Die barrierefreie Dusche

Elektrorollstuhl

Die Elektrorollstühle gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Ganz grob werden E-Rollis für den Innenbereich und Außenbereich unterschieden. Sie haben einen integrierten Elektromotor mit Batterie, variieren zwischen Vorderrad- und Hinterradantrieb, sind mit diversen Steuerungen wie Joystick, Kinn- oder Kopfsteuerung ausrüstbar und die Sitzsysteme können individuell auf die Bedürfnisse angepasst werden.

Geländerollstühle

Gelände- oder Outdoor-Rollstühle gibt es für den manuellen Gebrauch oder als Elektrorollstühle. Sie haben meist sehr breite Reifen oder fahren auf Gleisketten, sodass Unebenheiten und/oder weicher Bodenbeschaffenheiten leichter befahren werden können.  Für einen Übersichtsbeitrag zu den jeweiligen Ausführungen siehe: Ab ins Gelände mit manuellen Outdoor-Rollstühlen bzw. (Elektro-) Outdoor-Rollstühle für den Trip ins Abenteuer.

Handbikes

Eine Sonderform des Rollstuhls bilden die Handbikes. Es gibt die sogenannten Adaptivdbikes oder Vorspannbikes, bei denen ein 3. Rad mit einer Handkurbel an den Rollstuhl montiert wird. Die andere Variante ist ein Knie-, Sitz- oder Liegebike als eigenständiger dreirädriger Rollstuhl. Neue Varianten bieten auch schon analog den E-Bikes bei den Fahrrädern E-Motor-Unterstützung an.

Die Varianten der Handbikes reichen vom Vorspannbike der den Arbeitsweg ermöglicht bis hin zu High-End-Rennsportgeräten für den Hochleistungssport. Siehe: Handbikes: Varianten von Hybrid bis Extremhttps://www.der-querschnitt.de/archive/23196

Bild copyright Andreas Kiemes, 2013 Mit freundlicher Genehmigung von A. Kiemes

Kinderrollstühle

Wie der Name schon sagt, sind Kinderrollstühle auf die Anforderungen von Kindern ausgerichtet. Kinderrollstühle sind oft so ausgerichtet, dass Sie mitwachsen können. Aktiv Kinderrollstühle weisen oft einen neg. Sturz der Antriebsräder auf. So erreicht man eine bessere Stabilität aber auch einen Schutz gegen das Umkippen.

Leichtgewichtsrollstuhl

In der Regel ein Adaptivrollstuhl, der ein leichtes Gewicht und dadurch verschiedene Vorteile in Wendigkeit und Handhabung aufweist.

Manueller Rollstuhl mit Zusatzantrieb

Ein Zusatzantrieb erhöht die Mobilität für mechanische Rollstühle, sodass beispielsweise Steigungen mit geringem Kraftaufwand problemlos bewältigt werden können. In den Radnaben der Antriebsräder befindet sich ein Motor. Der Rollstuhl wird wie der klassisch manuelle Rollstuhl über die Greifreifen bewegt. Sensible Sensoren melden die Kraft und geben die Messungen an die Elektronik weiter, welche den Antriebsmotor dann entsprechend ansteuert. D.h. der Motor verstärkt die vorhandenen Restkräfte des Nutzers beim Fahren als auch beim Bremsen.

Multifunktionsrollstuhl (oft auch: Pflegerollstuhl)

Ein Multifunktionsrollstuhl ist gekennzeichnet durch seine vielfältigen Einstellmöglichkeiten, da er sowohl zum Sitzen aber auch zum Liegen, sowie zur Unterstützung der Sitzposition genutzt werden kann.

Sportrollstühle

Die Sportrollstühle sind in der Regel Aktivrollstühle, die auf die jeweiligen Anforderungen der Behindertensportarten angepasst sind.

So werden folgende Sportrollstühle unterschieden:

  • Rollstuhltennis
  • Basketball
  • Rubgy
  • Cross-Country
  • Rennrollstühle

Ein extremer Radsturz – nach unten der Radabstand weiter – sorgt für einen gute Wendigkeit und Drehbarkeit. Dies ist besonders bei den schnellen Sportarten von großer Bedeutung für das Tempo. Gleichzeitig schützt der Radsturz auch vor seitlicher Instabilität. Spezielle Metallverstärkungen, Rammschutz oder Schutzbügel sind am Rollstuhl angebracht bzw. fest angeschweißt. Die Sportrollstühle sind auf das notwendigste reduziert, so dass z. B. Bremsen entfallen, Griffe an der Rückenlehne etc. Da diese Zubehörteile alle Gewicht ausmachen, wird oft auf sie verzichtet. Je nach Sportart gibt es dann zusätzlichen Kippschutz vorne oder auch hinten.

Für einen ausführlichen Beitrag siehe: Sportrollstühle

Standardrollstuhl

Die Bezeichnung „Standardrollstuhl” weist bereits darauf hin, dass diese Modellgattung generelle statt individuelle Funktionen beinhaltet. Eine Grundversorgung für die nicht dauerhafte Benutzung ist damit abgedeckt. Deshalb dient ein Standardrollstuhl häufig als Transportmittel, eventuell (im stationären Bereich) auch für verschiedene Personen (Harfich/ et al., 2001).

Stehrollstuhl (auch: Aufrichtrollstuhl)

Mit einem Stehrollstuhl hat man die Möglichkeit sich manuell oder elektronisch unterstützt aufzurichten. D. h. von einer sitzenden Position in eine aufrechte Stehhaltung zu wechseln. Der sichere Stand im Stehrollstuhl wird durch spezielle Fixiermöglichkeiten gewährleistet. Einige Modelle von Stehrollstühlen können in der stehenden Position gefahren werden.

klein shutterstock_110262815 federicofotoStrand-Rollstuhl

Der Strandrollstuhl ist ein Rollstuhl mit speziellen Ballonrädern. Damit kann man bis zum bzw. ins Wasser fahren. Im Wasser selbst schwimmt der Rolli mit den Ballonrädern. Durch nach vorne kippen kann man im Wasser den Rollstuhl verlassen und wenn man die Sitzfläche nach vorne neigt, kann man durch aufstützen an den Armlehnen auch wieder in den Stuhl  einsteigen. Je nach Wasserverhältnissen und Handicap werden bis zu zwei Hilfspersonen benötigt.

Für einen ausführlichen Beitrag siehe: Strandrollstühle – Für Sand, Wellen und Watt.

Trekking-Rollstuhl

Para-Mounty – der mobile Trekking Rolly für den Bergsport. Es werden mindestens zwei Begleitpersonen benötigt. Geeignet für unebenes Gelände und Wanderungen sowie Trekkingtouren.

 

Einige große Anbieten von Rollstühlen*

*Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung der Redaktion dar.

 

Siehe auch: Segways für Rollstuhlfahrer

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