Dekubitusratgeber für Betroffene und Pflegende

Für jeden Menschen, der permanent eine sitzende oder liegende Position einnimmt, oder jene, die beruflich oder privat mit der Pflege von Betroffenen betraut sind, sind Druckstellen und deren Behandlung bzw. Prophylaxe ein wesentliches Thema. Trotzdem kommt es in Deutschland jährlich zu über 400.000 Fällen von Dekubitus.

Bild 74446063 Copyright GRei, 2013. Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Allzu oft werden die Maßnahmen zu Vorbeugung von Druckstellen unzureichend durchgeführt. Gründe dafür sind z. B. Unwissenheit über die Wichtigkeit der prophylaktischen Maßnahmen, nicht korrekte Anwendung von Hilfsmitteln oder falsch ausgeführte Positionierungstechniken. Verschiedene Publikationen geben hier ausführliche Hilfestellung*.

  • Das in zweiter Auflage erschienene Buch „Pflegepraktischer Umgang mit Dekubitus“ liefert Basiswissen zur Wundheilung und Wundversorgung und gibt Tipps zur Pflege. Die Autoren beschreiben wie Dekubiti verhindert oder behandelt werden und erklärt wie man ihn erkennt.
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  • Für Betroffene, Angehörige und Pflegende, hat das Schweizer Paraplegiker-Zentrum einen Lehrfilm über Dekubiti bei Querschnittgelähmten mit dem Titel „Haut unter Druck – Dekubitus“ realisiert. Er informiert anschaulich sowohl über Hintergründe und Ursachen als auch über Behandlung und Präventionsmöglichkeiten.

 „Haut unter Druck – Dekubitus“ kann bezogen werden über:
http://www.paraplegie.ch/de/pub/spz/bereiche/ergotherapie/antidekubitus-lehrfilm.htm

  • In dem 2012 erschienenen Kompendium „Störfall Decubitus“ stellt ein Team von Spezialisten für Prävention und Therapie des Dekubitus eine fachübergreifende Darstellung aller Aspekte von Druckstellen in allen Stadien zusammen. Betroffene und Vertreter aus Pflegeberufen finden in diesem Buch einen Überblick über Hintergründe, Vorbeugung und Behebung von Dekubiti.

 Weitere Informationen

Für weitere Informationen zu den Themen Haut und Dekubitus siehe: Para- und Tetraplegie/Haut

* Die Liste stellt Vorschläge aber keine explizite Empfehlung der Redaktion dar und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Fragen & Kommentare

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  1. Sebastian Feder 21.05.2014, 14:56 Uhr

    Hallo, ich sitze im Rollstuhl und hatte vor 4 Jahren einen Dekubitus am Gesäß, etwa 2 cm im Durchmesser.
    Welche Stufe es war kann ich nicht mehr genau sagen aber es war schon relativ tief in der Haut etwa 1,5 cm.
    Nachdem ich mir einen Sitz gebaut hatte die diese Stelle entlastete, und ein Hautarzt mir Verbände etc verschrieben hat, ging er wieder zu, danach bekam ich ein Roho Sitzkissen. Ich habe dort wo der Dekubitus war, eine 50 cent Stück große Narbe die ein wenig nach innen gewölbt ist, aber tatsächlich nur ein wenig. Nachdem mein sitzkissen am 31 April kaputtging, bestellte ich mir ein neues, und musste bis gestern darauf warten, Zwischenzeitlich tat die stelle weh weil ich in diesem Zeitraum auf Handelüblichen Kissen für den Rollstuhl gesessen habe. Nun habe ich ein anderes Kissen bekommen wie das Roho sitzkissen. undzwar ein Debbon Air Dynamics, 6 cm hohe Lufteinschlüsse. Ich habe nun am 3 Juni einen Termin bei dem selben Hautarzt wie damals. Meine Frage wäre nun, ob ich bis zu diesem Termin mit diesem Kissen die Stelle belasten darf, und ob die Narbe an der Stelle des ehemaligen Dekubitus normal bzw gefährlich und noch zu behandeln ist.
    Mfg

    • Tanja Konrad 22.05.2014, 11:43 Uhr

      Guten Tag Herr Feder,
      leider können wir Ihnen bei dieser Frage nicht helfen, da wir als Informationsportal nicht dazu berechtigt sind individuelle medizinische Auskünfte zu geben. Generell muss sicherlich ein neues Sitzkissen immer geprüft werden, ob es bei Nutzung zu Hautveränderungen kommt. Im Zweifelsfall macht es sicherlich Sinn, dass Sie Rücksprache mit Ihrem behandelnden Hautarzt halten, bevor Sie zu dem Termin fahren.
      Viele Grüße
      Tanja Konrad