Ingwer – Wohltuende Schärfe

Der unterirdische Spross des Liliengewächs Zingiber officinalis, die Ingwerknolle, hat es in sich. Schon seit über 3.000 Jahren wird Ingwer im Fernen Osten als Gewürz- und Heilpflanze genutzt und auch hierzulande ist seine wohltuende wärmende Schärfe als Fitmacher im Winter längst kein Geheimtipp mehr. Aber Ingwer kann noch mehr.

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In der Hausapotheke

Die wichtigste gesundheitliche Wirkung des Ingwers liegt in der Stärkung des Immunsystems. Zu seinen Inhaltstoffen gehören Vitamin C, Eisen, Magnesium, Calcium, Kalium, Natrium und Phosphor. In der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) wird Ingwer die innerlich wärmende Funktion zugeschrieben, die ihn in der kalten Jahreszeit so beliebt macht. Er wirkt schweißtreibend und seine ätherischen Öle haben einen positiven Effekt auf die Atemwege. So wirkt er als Tee genossen sehr gut – sowohl vorbeugend als auch behandelnd – gegen Erkältungen.

Zudem haben die ätherischen Öle des Ingwers eine Reihe weiterer beachtlicher Eigenschaften. Sie wirken

  • Entzündungshemmend
  • Antibakteriell
  • Antiviral
  • Durchblutungsfördernd
  • Stoffwechselanregend

Weiter fördern sie die Durchblutung und die Bildung von Gallensaft und helfen gegen Übelkeit (z. B. bei Schwangerschaft oder Reisen) und Verdauungsbeschwerden, wie Blähungen oder Bauchkrämpfen.

Neuste Studien belegen dem Ingwer gar jene schmerzlindernde Wirkung bei Rheuma, Muskelschmerzen und Arthrose, die die TCM und die Tradition des Ayurveda ihm schon lange zuschreiben.

In der Küche

Ein weiteres Plus, das Ingwer zum erklärten Lieblingsrhizom aller Hobbyköche machen sollte, ist sein Aroma. Frische Knollen riechen intensiv, sind fest und saftig und schmecken scharf und würzig. Überraschend vielseitig, passt Ingwer sowohl zu pikanten als auch zu süßen Speisen und rundet den Geschmack eines Gerichtes harmonisch ab.

Geschält und gerieben wird Ingwer kurz vor Ende der Garzeit zu den Gerichten gegeben, da sich die ätherischen Öle sonst schnell verflüchtigen. Getrocknet und pulverisiert ist Ingwer eine gelungene Beigabe in Keksen; kandiert wird er mit oder ohne Schokoladenüberzug als Konfekt genossen.

Ingwer passt besonders gut zu asiatischen Gerichten, z. B. in Chutneys, Curries (siehe auch: Warum Inder mit Querschnittlähmung keine Verdauungsprobleme haben), Gerichten mit Lamm, Fisch, Gemüse und Hülsenfrüchten oder zu Süßspeisen und Gebäck, z. B. Kompott, Lebkuchen und Obstsalat.

Das Schälen der Ingwerknolle ist eine gewisse Herausforderung, und wird immer kniffliger, je länger der Ingwer schon lagert. Die Schale sollte möglichst dünn entfernt werden, damit alle wertvollen Inhaltsstoffe des Ingwers auch wirklich in das zuzubereitende Gericht kommen und nicht in den Biomüll. Am einfachsten gelingt dies bei ganz frischem Ingwer, den man im Ganzen mit einem Teelöffel abscharbt. Die Teile, die man nicht verwendet, kann man sehr gut einfrieren.

In der Tasse

Als Getränk hat Ingwer auch im Westen eine lange Tradition. Ingwerbier bzw. Ginger Ale ist eine alkoholfreie Limonade, die vor allem in England beliebt war und ist. In heißeren Ländern ist Ingwer als Zusatz in Kaffee oder Tee bekannt. Ingwertee oder Ingwerwasser ist die Bezeichnung für das reine Aufgussgetränk, das behandelnd oder prophylaktisch zu den oben beschriebenen gesundheitlichen Zwecken eingesetzt werden kann.

Bild 132106709 copyright Kuttelvaserova Stuchelova, 2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.comFür Ingwertee wird ein walnussgroßes Stück Ingwer in dünne Scheiben geschnitten und zusammen mit einer geviertelten unbehandelten Zitrone aus biologischem Anbau mit einem Liter kochendem Wasser übergossen. Der Tee sollte mindestens zehn Minuten ziehen. Für den europäischen Gaumen ist dieses Aufgussgetränk eher gewöhnungsbedürftig; viel Menschen süßen anfänglich mit etwas Honig oder Agavendicksaft, lernen den scharfen, brennend-würzigen Geschmack aber mit der Zeit schätzen.

Morgens frisch zubereitet wird Ingwertee in eine Thermoskanne abgefüllt und schluckweise über den Tag verteilt getrunken. So kann er gegen Unruhe im Bauch und auch gegen Blähungen helfen. Querschnittgelähmte, die häufig frieren, berichten von der wohltuenden Wärme, die sich bei dieser Anwendung ausbreitet und teilweise auch von der schmerzlindernden Wirkung des Ingwers.

Siehe auch: Kräuter und Gewürze

 

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