Trinkverhalten bei Querschnittlähmung

Menschen müssen trinken, um zu überleben. Sie müssen auch essen. Allerdings kommt man ohne Nahrungsaufnahme deutlich länger aus als bei ausbleibender Flüssigkeitszufuhr. Grund hierfür ist, dass die Energie, die mit der Nahrung aufgenommen wird, im Körper gespeichert werden kann; in Organen, Muskeln und vor allem dem Fettgewebe. Körpereigene Wasserreservoirs jedoch gibt es nicht. Daher muss täglich eine entsprechende Menge an Getränken aufgenommen werden.

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Der Hauptbestandteil des menschlichen Körpers ist Wasser. Alters- und geschlechtsabhängig macht es 50 – 70% des Körpergewichts aus. Und nicht nur eine fehlende, auch eine ungenügende Flüssigkeitszufuhr kann sehr schnell negative Auswirkungen auf den Körper haben.

Um Körperfunktionen aufrecht zu erhalten, muss die Flüssigkeit, die jeden Tag über Urin, Atmung und Haut ausgeschieden wird, regelmäßig ersetzt werden. Andernfalls droht eine Dehydrierung, d. h. ein Austrocknen des Körpers.

Folgen eines Wassermangels

2.000 Liter Wasser durchströmen täglich die Nieren, 1.400 Liter das Gehirn. Diese beiden wasserreichsten Organe reagieren – zusammen mit Herz, Lunge und Muskulatur – auf einen Flüssigkeitsmangel am empfindlichsten. Funktionsstörungen sind möglich. Auch das Blut, das zu 83 % aus Wasser besteht, verliert bei einem nicht ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt seine Fließeigenschaft (Viskosität). Es kommt u. a. zu:

  • Körperlicher Schwäche
  • Müdigkeit
  • Niedrigem Blutdruck
  • Kopfschmerzen
  • Trockenen Schleimhäuten
  • Unruhe und Verwirrtheit
  • Temperaturdysregulationen
  • Muskelkrämpfen
  • Einer Unterversorgung von Gewebe mit Nährstoffen
  • Einer gestörten Sauerstoffversorgung von Muskeln und Organen
  • Einer Beeinträchtigung der Barrierefunktion der Haut

Diese Faktoren erhöhen das Risiko von:

  • Hautinfektionen und –schädigungen, z. B. Dekubitus
  • Harnwegsinfektionen
  • Nierenschäden
  • Infektionen der Atemwege
  • Verstopfung
  • Thrombosen
  • Stürzen aus dem Rollstuhl
  • Bewusstseinsstörungen
  • Schlaganfällen
  • Hypovolämischen Schocks
  • Etc.

 

Auslöser eines Flüssigkeitsmangels

Ein Flüssigkeitsmangel kann einerseits durch eine verringerte Trinkmenge ausgelöst werden, andererseits über einen gesteigerten Flüssigkeitsverlust.

  • Verminderte Flüssigkeitsaufnahme
    Da mit einer Querschnittlähmung häufig eine Blasen– bzw. Stuhlinkontinenz einhergeht, schränken viele Betroffenen ihre Trinkmenge ein, in der Hoffnung das Blasenmanagement so vereinfachen zu können. Weitere Gründe für eine verminderte Flüssigkeitszufuhr sind:

  • Gesteigerter Flüssigkeitsverlust

 

Flüssigkeitszufuhr

Die Flüssigkeitszufuhr muss auf die Ausscheidung abgestimmt sein. Bei Querschnittlähmung muss darauf geachtet werden, dass sowohl Blasen- als auch Darmmanagement von der Flüssigkeitsmenge beeinflusst werden. Die empfohlene Ausscheidungsmenge in Anlehnung an Befürwortungen aus neurologischer Sicht beträgt 1500 ml täglich. Um diese Menge zu erreichen, müssen täglich ca. 1500 – 2000 ml Flüssigkeit aufgenommen werden. Eine ballaststoffreiche Ernährung und verschiedene andere Faktoren erhöhen den Flüssigkeitsbedarf (vgl. Auslöser eines Flüssigkeitsmangels).

 

 

Siehe auch: Viel Trinken an heißen Sommertagen und Lebensmittel mit hohem Wassergehalt sowie Trinken nicht vergessen mit Smartphone-Apps

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