Arbeit für Menschen mit Handicap: Eine Win-Win-Situation

Arbeitsberater sprechen von einem „Vermittlungshemmnis“, wenn sie für Arbeitssuchende mit Behinderung eine geeignete Stelle finden sollen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen beschäftigen kaum Personen mit Handicap. Dagegen hat die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. (ISL e.V.) die Initiative „Job-win-win!“ gestartet: Arbeitgeber von Menschen mit Behinderung geben ihre Erfahrungen an andere Arbeitgeber weiter und tragen so dazu bei, Hemmungen und Vorbehalte aufzulösen.

Bild 50745640 Copyright Bertold Werkmann, 2013. Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Die Idee greift den sogenannten Peer-Effekt auf, das Wissen, dass Erfahrungen und Informationen glaubwürdiger und wirkungsvoller ankommen, wenn sie innerhalb einer Gruppe von Betroffenen untereinander ausgetauscht werden. „Unter den Verantwortlichen kursieren nebulöse Ängste, z. B. vor Bürokratie oder vor einem undurchsichtigen Kündigungsschutz“, sagt Sigrid Arnade, Geschäftsführerin des ISL e.V. und Ansprechpartnerin des Projekts. „Dem wollen wir mit Informationen und konkreten Beispielen begegnen, die zeigen, dass die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung einen Mehrwert für die Unternehmen hat.“ Die finanzielle Förderung in Form von Eingliederungszuschüssen stelle dabei zwar einen Anreiz dar, entscheidend sei aber die Frage, ob der Arbeitnehmer dauerhaft in ein Unternehmen passe. In großen Konzernen sind solche Arbeitsverhältnisse deutlich stärker vertreten, sie können oft flexibler mit ihrer Aufgabenverteilung umgehen und bieten mehr Teilzeitstellen an. Die Überzeugungsarbeit gilt also vor allem den kleinen und mittelständischen Betrieben, deren Vertreter nicht auf Erfahrungswerte zurückgreifen können.

Informationen für interessierte Arbeitgeber plus Download Flyer: www.job-win-win.de

 

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