Mineralwasser – Mehr als nur Durstlöscher

Der menschliche Körper verliert am Tag ungefähr zweieinhalb Liter Wasser. Bei starker körperlicher Tätigkeit oder starkem Schwitzen noch mehr. Einen Teil des Wassers nimmt man durch Ernährung wieder auf und der Rest muss in Form von Getränken aufgenommen werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, zwischen 1,5 und 2 Liter täglich zu trinken.

 

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Der Mensch besteht zu 50 bis 80% aus Wasser. Jedoch kann er keine Wasserreserven bilden und muss von daher die Flüssigkeitsverluste ständig ausgleichen. Mit dem Flüssigkeitsverlust geht auch ein Verlust an wichtigen Mineralstoffen einher. Stoffe, die der Körper zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen benötigt und nicht selbst herstellen kann.

Im Wasser liegen die Mineralstoffe in gelöster, ionisierter Form vor, sodass sie vom Körper gut aufgenommen werden können (IDM, 2013).

Beim Trinkwasser werden folgende Wässer unterschieden

  • Natürliches Mineralwasser: Hat seinen Ursprung in unterirdischen, vor Verunreinigung geschützten Wasservorkommen. Es ist von ursprünglicher Reinheit und gekennzeichnet durch seinen natürlichen Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen. Seine Mineralisierung muss im Rahmen natürlicher Schwankungen konstant bleiben und darf in seinen wesentlichen Bestandteilen nicht verändert werden. Mineralwasser muss am Quellort abgefüllt werden. Es bedarf als einziges deutsches Lebensmittel einer amtlichen Anerkennung.
  • Tafelwasser: Es muss nicht natürlichen Ursprungs sein und ist eine künstliche Mischung aus Leitungswasser und anderen Zutaten wie Salzwasser oder Mineralwasser. Da Tafelwasser nicht an eine bestimmte Quelle gebunden ist, darf es an jedem Ort hergestellt und abgefüllt werden und auch „lose“, also über Zapfanlagen, angeboten werden. Im Gegensatz zu Mineralwasser muss es nicht amtlich anerkannt werden.
  • Leitungswasser: Leitungswasser ist im Gegensatz zu Mineralwasser kein Naturbelassenes Produkt. Es wird in Deutschland zu rund 2/3 aus Grundwasser und zu etwa 1/3 aus Oberflächenwasser (Flüsse, Seen, Talsperren) gewonnen. Um sowohl die hygienischen als auch allgemeine Qualitätsanforderungen zu erfüllen, muss es erst zu Trinkwasser aufbereitet und gereinigt werden. Hierzu sind eine Reihe von Verfahren und chemischen Hilfsstoffen zugelassen.
  • Quellwasser: Stammt aus unterirdischen Wasservorkommen. Im Gegensatz zu Mineralwasser muss es aber keine nachweisbaren Wirkungen auf die Gesundheit haben, keine bestimmte, gleich bleibende Menge an Mineralstoffe enthalten und wird auch nicht amtlich anerkannt.
  • Natürliches Heilwasser unterliegt, anders als Mineralwasser, dem Arzneimittelgesetz und bedarf der Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Es muss nachweisen, dass es aufgrund seiner natürlichen Zusammensetzung an Mineralien vorbeugende, lindernde oder heilende Eigenschaften besitzt. In allen anderen Punkten muss es dieselben Kriterien erfüllen wie Mineralwasser (Gerolsteiner, 2013)

Mineralstoffe und deren Wirkung

Natürliche Mineralwässer enthalten eine wohldosierte Kombination aus Mengen- und Spurenelementen, die für den Körper förderlich ist. Nachfolgend werden die einzelnen Elemente mit ihrem Tagesbedarf und ihrer Funktion sowie den Mangelsymptomen dargestellt.

Calcium

Der minimale Tagesbedarf von Calcium beträgt 1.000 mg/Tag.

Calciumhaltig ist ein Wasser, wenn es über 150 mg Calcium pro Liter enthält

Calcium dient

  • Dem Knochenaufbau
  • Stärkung der Zähne
  • Als wichtiger Faktor bei der Blutgerinnung
  • Zur Weiterleitung der Nervenimpulse bei den Muskelzellen
  • Der Beteiligung der Muskelreizbarkeit und der Kontraktion
  • Der Regulation der Herzaktivität

Mögliche Folgen eines Calciummangels sind:

  • Knochenstoffwechselstörungen
  • Demineralisierung der Knochen
  • Osteoporose
  • Muskelkrämpfe
  • Herzrhythmusstörungen
  • Zahn-, Haar- und Nagelschäden

Chlorid

Der minimale Tagesbedarf von Chlorid beträgt 830 mg/Tag.

Chlorid dient

  • Der Regulation der Wasserbilanz ( zusammen mit Natrium)
  • Als Bestandteil der Magensäure zur Förderung der Verdauung

Mögliche Folgen eines Chloridmangels sind:

  • Störung der Magensäureproduktion und der Verdauung
  • Durchfall

Hydrogencarbonat (auch: Bicarbonat)

Hydrogencarbonat kann im Gegensatz zum Beispiel zu Calcium und Magnesium vom Körper selbst gebildet werden. Eine empfohlene Tagesdosis gibt es deshalb nicht.

Bicarbonathaltiges Wasser enthält laut Mineral- und Tafelwasserverordnung 600mg/Liter

Hydrogencarbonat

  • Entfaltet eine säureneutralisierende Wirkung
  • Reguliert den Säure-Basen-Haushalt und den pH-Wert des Urins
  • kann bei Sodbrennen hilfreich sein

 Kalium

Der minimale Tagesbedarf von Kalium beträgt 1.000 bis 2.000 mg/Tag.

Kalium dient

  • Der Regulation des Flüssigkeitshaushalts
  • Ist beteiligt an der Erregungsleitung in Nerven- und Muskelzellen
  • Der Unterstützung des Säuren-Basen-Gleichgewichts
  • Der Aktivierung verschiedener Enzyme

Mögliche Folgen eines Kaliummangels sind:

  • Muskelschwäche
  • Absinken des Blutdrucks
  • Störungen der Herztätigkeit
  • Appetitlosigkeit und Verstopfung

Magnesium

Der minimale Tagesbedarf von Magnesium beträgt bei Frauen 300 mg/Tag und bei Männern 350 mg/Tag

Magnesiumhaltig wenn ein Wasser über 50 mg Magnesium pro Liter enthält

Magnesium dient

  • Der Regulierung zahlreicher Stoffwechselfunktionen
  • Ist beteiligt an der Erregungsleitung in Nerven- und Muskelfasern
  • Der Aktivierung verschiedener Enzyme für die Energiegewinnung

Mögliche Folgen eines Magnesiummangels sind:

  • Muskelkrämpfe
  • Verspannungen
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Konzentrationsschwäche
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herz-Kreislauf-Schwäche
  • erhöhtes Herzinfarkt-Risiko

Natrium

Der minimale Tagesbedarf von Natrium beträgt 550 mg/Tag.

Natriumhaltig: wenn ein Wasser über 200 mg Natrium pro Liter enthält

Natriumarm: wenn ein Wasser unter 20 mg Natrium pro Liter enthält

Natrium dient

  • Der Regulation des Flüssigkeitshaushalts
  • Der Regulation des Säuren-Basen-Gleichgewichts
  • Ist beteiligt an der Erregungsleitung in Nerven- und Muskelzellen

Mögliche Folgen eines Natriummangels sind:

  • Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts
  • Herz-Kreislauf-Probleme, niedriger Blutdruck
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche, Orientierungsschwierigkeiten
  • Schwindel, Krampfanfälle

Sulfat

In der Regel kommt aufgrund der generellen Eiweißzufuhr kein Sulfat-Mangel vor.

Sulfat ist beteiligt

  • Am Bau der Proteine
  • Am Aufbau der Knorpelsubstanz
  • An der Festigkeit von Haut und Haaren
  • Wasser mit einem Sulfatgehalt über 1200 mg/Liter wirkt abführend

 

Im Sommer 2017 testete Stiftung Warentest Mineralwasser verschiedener Anbieter und kam zu teilweise durchwachsenen Ergebnissen. Siehe: Nur jedes dritte Mineralwasser ist gut.

Siehe auch: Trinkverhalten bei Querschnittlähmung und Viel Trinken an heißen Sommertagen

 

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