Was hilft bei Sodbrennen?

Sodbrennen äußert sich in Aufstoßen mit säuerlichem Geschmack, es kann Magenkrämpfe oder Völlegefühl mit sich bringen. Als eine Ursache – in der Regel in Kombination mit Ernährungsgewohnheiten – wird immer wieder Bewegungsmangel angeführt. Daher überrascht es nicht, wenn Menschen mit Querschnittlähmung überdurchschnittlich häufig von Sodbrennen berichten.

 

Das saure Aufstoßen ist nicht nur unangenehm, sondern langfristig auch eine Gefahr für die Speiseröhre. Deren pH-Wert ist relativ neutral, während die Magensäure mit einem Wert unter 4 zum Zersetzen der Nahrung recht sauer ist. Gelangt immer wieder Magensäure in die Speiseröhre (Reflux), kann das zu einer Überreizung der Schleimhaut führen. Ein Bereich von 1,0 bis 6,9 wird als saurer pH-Wert bezeichnet, der Bereich zwischen 7,1 und 14,0 als basischer pH-Wert. Der gesunde Durchschnittswert für die Stoffwechselvorgänge im Blut liegt bei etwa 7,3.

Immer wieder wird diskutiert, welchen Einfluss eine bewusst basenbildende Ernährungsweise auf gesundheitliches Wohlbefinden hat. Mit einer Ernährung, die basenbildende Lebensmittel bevorzugt, soll einer Übersäuerung des Körpers entgegengewirkt werden. Eine Ernährungsumstellung könnte langfristig auch das Sodbrennen mindern. Viele Betroffene berichten, dass ihnen vor allem der Verzicht auf bestimmte säurebildende Nahrungsmittel wie Fettiges, Kaffee oder stark gewürztes Fleisch gegen das Auftreten von Sodbrennen helfe.

Auslöser von Sodbrennen meiden

Wer also nicht gleich seine ganze Ernährung umstellen will, kann darauf achten, bestimmte Lebensmittel zu meiden, wenn sie Sodbrennen auslösen. Folgende Nahrungsmittel haben den Ruf, das Sodbrennen zu begünstigen:

  • Frittiertes
    Wenn ungesättigte Fettsäuren hoch erhitzt werden, entstehen Transfette, die bei einigen Personen Sodbrennen hervorrufen können. Industriell hergestellte Transfette kommen z. B. in Pommes, Berlinern oder Chips vor, wenn diese in gehärteten Fetten ausgebacken wurden.
  • Kaffee und Alkohol
  • Geschmacksverstärker wie Glutamat
  • Zu viel Salz
  • Künstliche Süßstoffe
  • Stark verarbeitete Produkte
    • Sehr fettiges oder stark gewürztes Fleisch
    • Pasteurisierte Milchprodukte
    • Backwaren mit hohem Anteil an raffiniertem und gebleichtem Weißmehl, raffiniertem Zucker und ungesunden Fetten (s. o.)

Was hilft, wenn`s brennt?

Neutralisierend soll ein Glas kohlensäurefreies lauwarmes Wasser wirken. Im akuten Fall können Betroffene auch Folgendes probieren:

Bei Magensäureüberschuss:

  • Anis- oder Fencheltee trinken
  • Heilerde (als Kapseln oder mit Wasser eingenommen), bindet allerdings auch Flüssigkeit

Bei Magensäuremangel:

  • Einen sauren Apfel essen
  • Den Saft einer frisch gepressten Zitrone/Sauerkrautsaft trinken

SH-107614919-Subbotina Anna-kleinBinden die Magensäure:

  • Ein paar trockene Haferflocken
  • Ein TL Kaffeepulver
  • Weißbrot oder Zwieback
  • Banane oder Avocado
  • Ein EL klein gewürfelte rohe Kartoffeln oder Kartoffelsaft
  • Hydrogen-carbonathaltiges Wasser z.B.  Heilwasser trinken

Zum Schutz der Magenschleimhaut:

  • Eibischwurzel als Sirup oder Tee
  • Leinsamenschleim wirkt reizlindernd und legt sich schützend an die Magenwand (Focus Online, 2013)

Daneben wird bestimmten Faktoren ein günstiger Einfluss zur Linderung der Beschwerden zugesprochen:

  • Lieber fünf kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt als drei üppige
  • Möglichst zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen zu Abend essen
  • Nachts mit erhöhtem Oberkörper schlafen

So wie jeder genau beobachten sollte, welche Nahrungsmittel, Zubereitungsarten oder Essgewohnheiten bei ihm Sodbrennen auslösen, muss jeder für sich herausfinden, welche der oben genannten Soforthilfen lindernd wirken. Helfen Sofortmaßnahmen nicht weiter bzw. hält das Sodbrennen an, sollte den Ursachen auf den Grund gegangen werden.

Siehe auch:

Fünf Dinge, die man bei Sodbrennen tun kann