Fachbegriff: Pflegehilfsmittel

Hilfsmittel bei häuslicher Pflege, die nach § 40 SGB XI von der Pflegeversicherung bezahlt oder ausgeliehen werden.

Sie dienen

  • der Erleichterung der Pflege (z. B. Pflegebetten, Pflegerollstühle)
  • der Körperhygiene (z. B. Duschwagen, Urinflaschen)
  • der selbstständigen Lebensführung/Abbau der Pflege (z. B. Mobilitätshilfen, technische Küchengeräte)
  • der Linderung von Beschwerden (z. B. Lagerungshilfsmittel)

Hinzu kommen zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel wie z.B. Inkontinenzmaterial.

Vorrangig gilt bei Hilfsmitteln die Leistungspflicht der Krankenkasse. Dienen Hilfsmittel hauptsächlich der Pflegeerleichterung und sind sie im Pflegehilfsmittel-Verzeichnis der Pflegekassen gelistet, können sie von der Pflegeversicherung übernommen werden. Pflegehilfsmittel stehen am Ende der Produktgruppe 50 im Hilfsmittelverzeichnis des Spitzenverbands der Krankenkassen Bund (GKV-Spitzenverband), da die Pflegeversicherung der Krankenversicherung angegliedert ist.

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel (Produktgruppe 54) Der Versicherte kann zwischen einer Kostenerstattung für selbst beschaffte Hilfsmittel und einer Sachleistung wählen. Die Kostenerstattung wird bis zu einem Betrag von 40 Euro monatlich gewährt. Eine Sachleistung, also ein bestimmtes Produkt, stellen die Kassen zur Verfügung, indem der GKV-Spitzenverband Verträge mit Herstellern und Anbietern (Leistungserbringern) von Medizinprodukten schließt.

Alle anderen Pflegehilfsmittel werden von der Pflegeversicherung in der Regel verliehen (technische Hilfen). Bei leihweiser Überlassung von Pflegehilfsmitteln kann für den Versicherten eine Leihgebühr anfallen. Der Eigenanteil zu den Kosten für Hilfsmittel liegt bei zehn Prozent bzw. max. 25 Euro pro Hilfsmittel.

Festbeträge Für einige Pflegehilfsmittel haben die Kassen Festbeträge festgelegt. Wird ein Pflegehilfsmittel gewählt, das über dem Festbetrag liegt, muss der Versicherte die Mehrkosten selbst tragen.

Eine Hilfsmittelversorgung durch einen Rehabilitationsträger umfasst immer die Erstausstattung, Anpassung und Ausbildung im Gebrauch des Hilfsmittels, ggf. auch eine Instandsetzung bzw. Ersatzbeschaffung.

(Quelle: BSK-Rechtslexikom: Pflegehilfsmittel, in: Leben&Weg, 1/2016)