
Basiswissen Skelett & Muskeln


Skoliose bei Querschnittlähmung
Viele Menschen mit Querschnittlähmung leiden Jahre nach dem Lähmungseintritt aufgrund der ungenügenden muskulären Körperstabilität unter einer Skoliose, einer neurogenen Wirbelsäulendeformität. Das schränkt nicht nur den Bewegungsapparat ein, sondern kann auch innere Organe schädigen. Aus diesem Grund ist die Früherkennung und -behandlung äußerst wichtig.

Heterotope Ossifikation (POA) bei Querschnittlähmung
Die heterotope Ossifikation ist ein Verknöcherungsprozess von Weichteilen und Gelenken. Sie ist eine häufig – etwa in 20 bis 30% der Fälle auftretende (Zäch/Koch, 2006) – Komplikation bei Rückenmarksverletzungen, kommt aber auch bei anderen traumatisch neurologischen Krankheitsbildern wie z. B. Schädel-Hirn-Traumen vor. Wenn sie frühzeitig erkannt wird, kann ihr Voranschreiten aufgehalten werden; anderenfalls stehen operative Maßnahmen zur Entfernung des verknöcherten Gewebes zur Verfügung.

Kontrakturen bei Querschnittlähmung
Kontrakturen sind dauerhafte Verkürzungen von Muskeln, Sehnen und Bändern. Sie führen zu einer Einschränkungen der Gelenkbeweglichkeit oder zur Gelenkversteifung, d. h. eine normale Beweglichkeit der Gelenke ist nicht mehr gegeben. Bei einer Querschnittlähmung können verschiedene Faktoren zu Kontrakturen führen. Vorbeugende Maßnahmen konzentrieren sich auf die Behandlung dieser auslösenden Faktoren.

Osteoporose bei Querschnittlähmung
Zu einer Osteoporose kann es im Verlauf einer Querschnittlähmung aus verschiedenen Gründen kommen. Zum einen ist eine Unterversorgung mit Mikronährstoffen im Zuge einer Mangelernährung möglich, zum anderen haben verschiedene Medikamente Nebenwirkungen auf den Knochenstoffwechsel. Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Entstehung von Osteoporose beeinflusst, ist die fehlende Belastung der Knochen durch eingeschränkte körperliche Aktivität.
