Inkomplette Querschnittlähmung: „Wahnsinnig viele Vorurteile!“ 

Inkomplette Querschnittlähmung: „Wahnsinnig viele Vorurteile!“ 

Menschen mit Querschnittlähmung sitzen im Rollstuhl. So denken viele: Die Passantin auf dem Parkplatz, der Mann am Nebentisch, aber auch Ärztinnen und Therapeuten. Für Sabrina Dietrich ein großes Problem. Als inkomplett Gelähmte ist sie zwar mit vielen querschnittspezifischen Herausforderungen konfrontiert – aber das sieht man ihr nicht an. Und so stößt sie immer wieder auf Unverständnis und gesellschaftliche und/oder bürokratische Hürden.

So schließt man den BH bei eingeschränkter Handfunktion

So schließt man den BH bei eingeschränkter Handfunktion

Büstenhalter (BH), ein entzückend altmodischer Begriff für das Kleidungsstück, dass den Busen stützen und formen soll, können für Menschen mit eingeschränkter Handfunktion beim An- und Ausziehen eine gewisse Herausforderung darstellen. Doch es gibt Lösungen.

Leben mit Querschnittlähmung: „In der DDR war man bemüht, alle wieder in Arbeit zu bringen“

Leben mit Querschnittlähmung: „In der DDR war man bemüht, alle wieder in Arbeit zu bringen“

Jürgen Voigt hat zwei Querschnittlähmungen. 1978 hatte er, noch in der DDR, einen Wegeunfall und war seither inkomplett gelähmt. 2023 erlitt er „durch eine unglückliche Bewegung“ eine Kompression des Rückenmarks im Bereich der HWS 5/6. Der Rentner ist, so formuliert er es, also „gleich doppelt“ geschädigt. Hinzu kommt: Er kennt nicht nur ein Leben mit Paraplegie und später Tetraplegie – er kennt auch den Umgang zweier politischer Systeme mit querschnittgelähmten Menschen.

Leben mit inkompletter Tetraplegie: Ihre Blasinstrumente lassen Brigitte Sensenschmidt die chronischen Schmerzen vergessen

Leben mit inkompletter Tetraplegie: Ihre Blasinstrumente lassen Brigitte Sensenschmidt die chronischen Schmerzen vergessen

„Musik, vor allem die Blasinstrumente, waren immer mein Hobby“, sagt Brigitte Sensenschmidt. Seit einem Glatteis-Unfall vor fünf Jahren lebt sie mit inkompletter Tetraplegie. Die Folge: „Die Hände sind nicht mehr das, was sie mal waren. Und auch die Lungenfunktion ist nicht mehr so toll“. Eigentlich denkbar schlechte Voraussetzungen für eine Frau, die Blasinstrumente liebt. Außer, sie hat die richtigen Instrumente. Und die hat Brigitte Sensenschmidt.

Leben mit Querschnittlähmung: „Was man gibt, bekommt man zurück.“

Leben mit Querschnittlähmung: „Was man gibt, bekommt man zurück.“

Gabor Schneider ist seit einem Badeunfall 2010 querschnittgelähmt. Die Lähmungshöhe von C 4/5 bedeutet für ihn eine erhebliche Einschränkung im Alltag. Im Hinblick auf seine Lebensqualität nennt der 41-Jährige drei entscheidende Faktoren: die Psychotherapie, das Kolostoma und die Entscheidung kein Arschloch zu sein.

Verantwortung gegenüber der Querschnittlähmung und gegenüber der Assistenz

Verantwortung gegenüber der Querschnittlähmung und gegenüber der Assistenz

„Man hat ja eine gewisse Verantwortung – gegenüber der Querschnittlähmung und dem eigenen Körper, aber auch gegenüber seiner Assistenz“. Mit diesem einen Satz fasst Vincent Kast zusammen, was ein Leben mit Tetraplegie eben auch ist: Ein durchgeplantes, ein getaktetes Leben. Dieses Hangeln zwischen Selbstfürsorge, Verpflichtungen und Plänen kennt auch Tetraplegikerin Jana Sohm sehr gut.

Treppen? Toiletten? Tische? Die innere Checkliste von Menschen mit Querschnittlähmung, die spontan ausgehen wollen

Treppen? Toiletten? Tische? Die innere Checkliste von Menschen mit Querschnittlähmung, die spontan ausgehen wollen

„Wollen wir in das neue Café gehen? Das sieht so cool aus!“. Hmmm. Welchen Dominoeffekt im Kopf so eine nett gemeinte Einladung bei Menschen, die im Rollstuhl unterwegs sind, auslöst, darüber erzählt die Bloggerin Svenja Gluth in einem Video. „Diese Freude mit angezogener Handbremse, die kennen wir zu gut!“, sagen Jana Sohm und Vincent Kast. Beide vermissen manchmal die Spontanität in ihrem Leben. Denn wegen ihrer Tetraplegie müssen sie erst planen und abchecken – und erst danach können sie sich auf die Verabredung freuen. Oder auch nicht.