
Erfahrungen


„Vor dem Alter kann man sich nicht verstecken“ – Was macht Tetraplegiker Hennes Lübbering heute?
2019 sprach die Redaktion zum ersten Mal mit Hennes Lübbering – einem ganz alten Hasen im Rollstuhl – über das Altern mit Querschnittlähmung (siehe: Von der Bravo zur Apothekenumschau). Nach sieben Jahren stellt sich die Frage, wie es dem inzwischen 75-Jährigen heute geht. Die klare Antwort: „Es geht mir gut!“

Lifehack: Der Trick mit dem Gute-Laune-Frosch am E-Rolli
Ulrike hat über den Joystick ihres E-Rollstuhls einen knallgrünen Gummifrosch gestülpt. So kann sie ihn besser greifen. Aber ein anderer Effekt ist ihr fast noch wichtiger: Das Gummitier verändert die Art, wie Menschen mit ihr interagieren. Er zaubert ihnen ein Lächeln ins Gesicht. Der Gute-Laune-Frosch am E-Rolli – und weitere kleine Tricks, die die Stimmung heben.

Leben mit Querschnittlähmung: „Menschen mit Behinderung werden nicht als Akteure wahrgenommen“
1981. Ronald Reagan wird US-Präsident. Auf Papst Johannes Paul II. wird ein Attentat verübt – und in Graz baut ein querschnittgelähmter Künstler eine Rampe für Rollstühle. Wolfgang Temmel initiiert sie, damit er überhaupt in den Raum gelangen kann, in dem er seine Werke zeigen soll. Anfang der 1980er-Jahre sorgt eine derartige Aktion für Aufsehen; ein Jahr später bekommt Temmel für seine „Rampe in die Öffentlichkeit“ sogar einen Preis.

Leben mit Querschnittlähmung: „In der DDR war man bemüht, alle wieder in Arbeit zu bringen“
Jürgen Voigt hat zwei Querschnittlähmungen. 1978 hatte er, noch in der DDR, einen Wegeunfall und war seither inkomplett gelähmt. 2023 erlitt er „durch eine unglückliche Bewegung“ eine Kompression des Rückenmarks im Bereich der HWS 5/6. Der Rentner ist, so formuliert er es, also „gleich doppelt“ geschädigt. Hinzu kommt: Er kennt nicht nur ein Leben mit Paraplegie und später Tetraplegie – er kennt auch den Umgang zweier politischer Systeme mit querschnittgelähmten Menschen.

Erster Rekrut im Rollstuhl: Nouh Latoui setzt sich mit kämpferischer Kraft für seine Rechte ein
Nouh Latoui setzt sich vehement und zielstrebig für seine Rechte und seine Autonomie ein. Der Schweizer, der mit Spina bifida geboren wurde, kämpfte unter anderem drei Jahre dafür, Soldat werden zu dürfen. Er wurde der erste Schweizer Rekrut im Rollstuhl. Heute sagt er: „Man hat nur meinen Rollstuhl gesehen und nicht meine Fähigkeiten“

Leben mit inkompletter Tetraplegie: Ihre Blasinstrumente lassen Brigitte Sensenschmidt die chronischen Schmerzen vergessen
„Musik, vor allem die Blasinstrumente, waren immer mein Hobby“, sagt Brigitte Sensenschmidt. Seit einem Glatteis-Unfall vor fünf Jahren lebt sie mit inkompletter Tetraplegie. Die Folge: „Die Hände sind nicht mehr das, was sie mal waren. Und auch die Lungenfunktion ist nicht mehr so toll“. Eigentlich denkbar schlechte Voraussetzungen für eine Frau, die Blasinstrumente liebt. Außer, sie hat die richtigen Instrumente. Und die hat Brigitte Sensenschmidt.

Leben mit Querschnittlähmung: „Was man gibt, bekommt man zurück.“
Gabor Schneider ist seit einem Badeunfall 2010 querschnittgelähmt. Die Lähmungshöhe von C 4/5 bedeutet für ihn eine erhebliche Einschränkung im Alltag. Im Hinblick auf seine Lebensqualität nennt der 41-Jährige drei entscheidende Faktoren: die Psychotherapie, das Kolostoma und die Entscheidung kein Arschloch zu sein.

Verantwortung gegenüber der Querschnittlähmung und gegenüber der Assistenz
„Man hat ja eine gewisse Verantwortung – gegenüber der Querschnittlähmung und dem eigenen Körper, aber auch gegenüber seiner Assistenz“. Mit diesem einen Satz fasst Vincent Kast zusammen, was ein Leben mit Tetraplegie eben auch ist: Ein durchgeplantes, ein getaktetes Leben. Dieses Hangeln zwischen Selbstfürsorge, Verpflichtungen und Plänen kennt auch Tetraplegikerin Jana Sohm sehr gut.
