Ab ins Gelände mit manuellen Outdoor-Rollstühlen

Jeder sollte unter freiem Himmel durch Schlamm und Unterholz sausen, Reifenspuren auf Grünflächen hinterlassen und sich so richtig einsauen dürfen. Mit den neuen Outdoor- und Geländerollstühlen ergeben sich endlich auch richtig gute Möglichkeiten dazu.

GRIT-Freedom-Chair- Copyright gritfreedomchair.com, 2015 Mit freundlicher Genehmigung von Tish Scolnik und All-Terrain-Wheelchair-trekinetic-k2, 2015 Download http://www.trekinetic.com/k2.php

Es ist wie Inklusion, nur draußen: Das Fahren auf Strecken und zu Zielen, die für Rollstuhlfahrer bisher nicht erreichbar waren, ist eine wunderbare, aufregende Chance, die Welt ein Stückchen barrierefreier zu machen. Denn mit ihnen können Barrieren schlicht anders definiert werden. Ein steiniger Waldweg? Matschige Felder? Extreme Gefälle? Alles kein Problem, Freunde!

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um jenseits befestigter Wege im Rollstuhl unterwegs zu sein. Zum einen die manuellen Rollstühle mit Hebelantrieb und Vorspannrad, zum anderen Elektrorollstühle, die auf Ketten oder extrabreiten Reifen fahren. Um die manuellen Modelle geht es in diesem Beitrag; für Elektro-Geländerollstühle siehe: Outdoor-Rollstühle für den Trip ins Abenteuer.

Manuelle Off-Road-Optionen für Rollstuhlfahrer

GRIT Freedom Chair (externer Link)

Der GRIT Freedom Chair
Der GRIT Freedom Chair

Der GRIT Freedom Chair ist ein manuell betriebener Outdoor-Rollstuhl, mit dem der Fahrer Unebenheiten und Hindernisse (bis zu einem gewissen Grad) ohne Hilfe überwinden kann. Angetrieben werden kann er auf die herkömmliche Weise über Greifreifen an den Antriebsrädern oder über zwei Hebel an den Seiten, die hin und her bewegt und so auf ein Zahnrad an der Hinterachse übertragen werden. Wahlweise gibt es eine Gangschaltung, mit der man auf die Herausforderungen unterschiedlicher Untergründe reagieren kann.

Für einen ausführlichen Beitrag siehe: Der GRIT Freedom Chair – Das Mountainbike unter den Rollstühlen.

Mountain Trike (externer Link)

Das Mountain Trike ist ein manueller Rollstuhl mit extrabreiten Reifen und Hebelantrieb; im Gegensatz zum GRIT Freedom Chair hat er kein Vorspannrad, sondern eine Art „Nachspann“-Rad, d. h. ein Zusatzrad hinten am Rollstuhl. Dieses Zusatzrad verleiht dem Trike nicht nur eine verbesserte Stabilität; über das Zusatzrad wird auch gelenkt – die Steuerung hierfür ist in die Antriebshebel integriert.

Gebremst wird über Handbremsen, die ebenfalls in die Antriebshebel integriert sind. Eine uneingeschränkte Handfunktion bzw. -kraft ist auf wenigstens einer Seite notwendig, um das Mountain Trike sicher fahren zu können.

Um mit dem 20 kg schweren Trike nicht nur im Garten hinterm Haus, sondern auch auf anspruchsvollen Pfaden unterwegs sein zu können, lässt es sich für den Transport in einen Würfel von 83 x 73 x 74 cm zusammenfalten.

Das Mountain Trike gibt es in vielen verschiedenen Farben und wahlweise mit Gepäckträger.

Vom selben Hersteller gibt es auch ein eTrike. Es ist handbetrieben, verfügt aber zusätzlich auch über einen Elektroantrieb. Schweres Gelände kann so noch besser befahren werden.

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RAM Overlander – Ab ins Outback (externer Link)

Der RAM Overlander: Nur fliegen ist schöner.
Der RAM Overlander: Nur fliegen ist schöner.

Der Overlander ist der australische Kandidat unter den manuellen Geländerollstühlen. Sein hervorstehendes Merkmal ist das enorme Vorspannrad, mit dem er ausgestattet ist. Ebenfalls muy macho sind die extrabreiten Reifen mit einem Profil, das an einen Traktor erinnert. Laut Hersteller wurde der Overlander entwickelt, so dass Rollstuhlfahrer auf jedem Untergrund sicher unterwegs sein können. Dies umfasst den Strand samt Brandung, Campingplatze, Wüste, Busch und Outback und natürlich auch befestigte Straßen in z. B. den Innenstädten. Für den Innenraum ist er aufgrund der Größe des Vorspannrades allerdings kaum geeignet.

Trekinetic K2 (externer Link)

Der Trekinetic K2: Schafft jeden Untergrund.
Der Trekinetic K2: Schafft jeden Untergrund.

Die britischen Hersteller des Trekinetic haben sich bei ihren Geländerollstühlen Lösungen für sowohl den manuellen als auch den elektrischen Bereich einfallen lassen. Die manuelle Variante ist der Trekinetic K2 aus leichter Carbonfaser. Wie das Mountain Trike hat er ein Nachspannrad, das ihm Stabilität verleiht und extrabreite Reifen, die auf jedem Untergrund klarkommen. Angetrieben wird der K2 wie jeder handelsübliche manuelle Rollstuhl über Greifreifen.

Zugunsten einer verbesserten Stabilität im Gelände stehen die Reifen wie bei Sportrollstühlen schräg; um problemlos durch Türen zu passen, können sie einfach in eine senkrechte Position gebracht werden.

Die elektrische Variante ist der Trekinetic GTE, der alle Aspekte des K2 aufweist, mit dem Unterschied, dass er über einen Joystick gesteuert wird und einen Elektroantrieb hat. Als einziger der vorgestellten Elektrorollstühle kann er problemlos im Kofferraum (eines Mittelklassewagens) transportiert werden. Sein Gewicht beträgt gerade mal 36 kg. Für den Transfer lassen sich die Armlehnen nach hinten klappen.

Es gibt eine Vielzahl an Optionen, mit denen die Trekinetics aufgerüstet bzw. an spezielle Bedürfnisse angepasst werden können. Für Kinder, z. B. kann ein spezieller Sitz eingebaut werden, der an zunehmende Größe angepasst werden kann. Für Hundebesitzer gibt es eine Leinenhalterung. Wer gerne etwas zu trinken dabei hat, lässt die Flaschenhalterung einbauen.

Freedom Trax – Das Zusatzmodul (externer Link)

Freedom Trax: Zusatzmodul zum manuellen Rollstuhl
Freedom Trax: Zusatzmodul zum manuellen Rollstuhl

Erwähnt werden soll an dieser Stelle noch einmal der Freedom Trax. Dieses elektrisch betriebene Zusatzmodul wird unter dem eigenen manuellen Rollstuhl angebracht  (einfach indem man in die Leitschienen einfährt und die Räder dort fixiert) und wird über einen Joystick gesteuert, der an die Rollstuhllehne montiert wird. So aufgerüstet wird aus dem manuellen Rollstuhl vorübergehend ein Outdoor-Elektrorollstuhl. Damit fällt jede körperliche Herausforderung und der Trainingseffekt der, z. B. hebelbetriebenen Modelle weg, aber manchmal ist das vielleicht gar nicht das schlechteste.

Der Freedeom Trax läuft auf Gleisketten, für die unebenes Gelände, Eis, Schnee, Sand und Matsch kein Problem darstellen. Mit einer Aufladung kommt man ca. 6 Meilen (ca. 9,6 Kilometer) weit. Batterien und Ladegerät sind im Lieferumfang mitinbegriffen. Mit einem Gewicht von knapp 28 kg und Maßen von 23 cm (Höhe) und 92 cm (Länge) passt er in jeden Kofferraum oder in den Schrank bzw. die Besenkammer, wenn man ihn mal nicht braucht.

Alternativ kann man den eigenen Rollstuhl auch mit einem Vorspannrad ausrüsten. Damit ist man zwar nicht ganz so geländegängig wie mit den vorgestellten Modellen, aber immer noch besser unterwegs als komplett ohne. Und preislich sind die Vorspannräder schon eher im Bereich des Machbaren. Siehe: Das Vorspannrad – Ein fünftes Rad am Rollstuhl

Für Rollstuhltypen, die speziell für den Strandurlaub geeignet sind, siehe: Strandrollstühle – Für Sand, Wellen und Watt.


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