Posttraumatische Syringomyelie bei Querschnittlähmung

Die posttraumatische Syringomyelie (PTS) ist eine Komplikation bei Querschnittlähmung, die mit zunehmenden Verschlechterungen der motorischen, sensiblen und autonomen Funktionen einhergehen kann. Meist ist sie operativ behandelbar.

Die posttraumatische Syringomyelie (PTS) beschreibt eine über das Ausgangsniveau langsam aufsteigende Lähmung, bei der über der beschädigten Stelle ein Hohlraum entsteht, der sich mit Flüssigkeit (Liquor) füllt. Wie es zu PTS kommen kann, ist nicht vollständig geklärt. Die Entstehung kann mit verheilenden Brüchen in Knickstellung der Wirbelsäule in Verbindung gebracht werden.

Das Rückenmark ist ab dem 3ten Halswirbel durch einen flüssigkeitsgefüllten Hohlraum aufgetrieben, der sich bis zur Läsionsstelle bei Brustwirbel 6/7 nach unten fortsetzt.

Was geschieht bei einer PTS?

Bei einer PTS bildet sich zu einem unbestimmten Zeitpunkt nach Eintritt einer Querschnittlähmung ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum (Syrinx) innerhalb des Rückenmarks. Ursache hierfür kann z. B. ein Verkleben der Rückenmarkshäute oder eine Entzündung der Strukturen, die das Rückenmark umgeben, sein. Dadurch wird der normale Fluss von Liquor (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit), der das Rückenmark umfließt, behindert.

Der entstandene Hohlraum wächst langsam und kann sich sowohl nach unten als auch nach oben ausdehnen. Dadurch wird das Rückenmark gegen die knöchernen Strukturen der Wirbelsäule gedrückt und die Nervenzellen und -bahnen werden in ihrer Funktion gestört. Ein Anstieg der Lähmungshöhe kann die Folge sein.

Welche Symptome kann eine PTS haben?

Im Rückenmarkskanal sieht man das Rückenmark als dunkelgrauen Ring und darin einen kreisrunden, flüssigkeitsgefüllten Hohlraum – die Syringomyelie.

Bei Patienten mit PTS kann es zu einem langsamen und fortschreitenden Verlust von motorischen, sensiblen und sensorischen Fähigkeit kommen. Beginnend mit einem veränderten Temperaturempfinden. U. U. geht die Fähigkeit verloren heißes oder kaltes Wasser (unmittelbar oberhalb der Lähmungshöhe) auf der Haut zu spüren. Oder es kommt zu einer Überempfindlichkeit, bei der leichte Berührung Schmerzen verursacht.

Weitere Symptome können sein:

  • Fortschreitender Verlust von (Muskel-) Kraft (schnellere Ermüdung)
  • Schmerzen und Spastik
  • Hyperhidrosis (übermäßiges Schwitzen)
  • Autonome Dysreflexie (labiler Blutdruck)
  • Horner-Syndrom (geweitete Pupille) (craighospital, 2022)

Was kann man tun bei PTS?

Wenn Menschen mit Querschnittlähmung an PTS erkranken, stehen neurochirurgische Methoden zu Verfügung, mit denen versucht wird die Verklebung der Rückenmarkshäute zu lösen. Der Druck, den die mit Flüssigkeit gefüllte Syrinx auf das umliegende Gewebe ausübt, kann gemildert werden, indem die Flüssigkeit abgeleitet wird.

PTS ist eine ernste Komplikation, zu der es nach Eintritt einer Querschnittlähmung kommen kann. Mit einem (weiteren) Verlust der motorischen, sensiblen und/oder autonomen Funktionen, können für Betroffene erhebliche Nachteile verbunden sein. Im Verdachtsfall sollte so schnell wie möglich ein Termin in einem Querschnittszentrum vereinbar werden (Springer, 2022).


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