Ratgeber für Menschen mit akuter Querschnittlähmung – How to survive: Die Klinik

Hendrik Radke war 18 Jahre alt, als er sich 2020 bei einem Badeunfall eine Querschnittlähmung in Halsbereich zuzog. Anderthalb Jahre verbrachte er danach in verschiedenen Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen. Mit seinem Buch „How to survive: Die Klinik“ will er anderen jungen Menschen in ähnlichen Situationen helfen.

Die Idee zum Buch kam Radke, als er nach längerer Zeit wieder zurück in seine alte Rehabilitationseinrichtung ging. „Dabei habe ich den Klinikalltag erneut erlebt und bin über viele traurige Gesichter gestolpert“, sagt er. „Ich wollte etwas tun – einen kleinen Beitrag leisten, um Veränderungen anzustoßen. Ich glaube daran, dass jeder von uns seinen Teil zu einem erträglicheren und vor allem schöneren Klinikalltag beitragen kann.“

Das Ergebnis ist kein typischer Ratgeber voller leerer Versprechen sein, sondern versteht sich als Begleiter durch die Zeit nach einem Unfall, während des Klinikalltags und darüber hinaus. Radke beschreibt seine persönlichen Erfahrungen der Rehabilitation nach Eintritt der Querschnittlähmung; den Höhen und Tiefen, den Rückschlägen – und von den kleinen Momenten, die am Ende doch wieder Hoffnung schenken.

Aus dem Inhalt

  • Aller Anfang ist schwer
    • Take your time
    • Du bist nicht allein
    • Motivation
    • Leitsprüche und Überzeugungen – nenn es wie du willst
    • Affirmationen
    • Lebensfreude
    • Du kannst mehr als du denkst
  • Klinikalltag
    • Humor und Musik
    • Privatsphäre
    • Therapie
    • Therapeuten
    • Schweigen ist Silber, Nachfragen Gold
    • Vertrauen – Nicht nur im Therapieraum
    • Psychologische Hilfe
    • Wenn Bezugspersonen gehen
    • Balanceakt zwischen Isolation und Präsenz
  • Dein Weg nach der Klinik
    • Sozialdienst
    • Zurück nach Hause
    • Neue Umgebung
    • Auffallen
    • Lieb es oder lass es
    • Probieren über studieren 2.0
    • Hot Take zum Wort „behindert“

Dies klingt nach überraschend viel Inhalt für ein Büchlein, das keine 60 Seiten umfasst, aber genau das war die Idee. Radke hält sich zu jedem Thema erfrischend kurz, und überlastet seine (jungen) Leser damit nicht mit einem Zuviel an Information.

Zielgruppe des Buches sind junge Menschen ab dem Teenageralter, die sich wie Radke mit einer traumatischen Querschnittlähmung konfrontiert sehen. Radke wendet sich an den Leser mit folgenden Worten: „Ich habe gesehen, wie unterschiedlich man mit einem so einschneidenden Erlebnis umgehen kann – und wie wichtig es ist, nicht nur körperlich, sondern auch seelisch seinen Frieden zu finden. Darum geht es nämlich, einen Weg zu schaffen, mit der Behinderung zu leben und diese nicht als ständiges Problem zu sehen. Genau dabei soll dir dieses Buch helfen. Ich kann dir leider keinen Ratgeber in die Hand drücken, der dir verspricht, dass du in drei Monaten wieder Fußball spielst – so einfach geht das nicht. Aber ich kann dir helfen, den Klinikalltag zu überleben.“

Radkes Erfahrungsbericht kann für junge Menschen in einer ähnlichen Situation sehr hilfreich sein, denn er erklärt nicht nur die Situation in der Klinik und danach, sondern setzt vor allem auf Eigenverantwortung. Die Einrichtung, die Rehabilitation, die Therapien und Therapeuten – sie alle können nur bis zu einem gewissen Grad helfen und auch nur dann, wenn Einstellung und Herangehensweise des Betroffenen stimmen. Das ist nach einem schweren Schicksalsschlag – wie es der Eintritt einer Querschnittlähmung ohne jeden Zweifel ist – natürlich leichter gesagt als getan. Radke macht vor wie es geht.

Das Buch

  • How to survive: Die Klinik
  • Von: Hendrik Radke
  • Seiten: 59
  • ISBN: 979-826439-864-3
  • Preis: ca. 11 Euro (Stand: Dez. 2025)

Über den Autor

Hendrik Radke lebt und studiert in Erfurt. Vor seinem Unfall war er leidenschaftlicher Fußballspieler und ist heute als Rollstuhlbasketballer erfolgreich.