Trenddessert und die Verdauung: Wieso Nice Cream auch gut für die Darmgesundheit sein kann

Nice Cream ist eine Alternative zu herkömmlicher Eiscreme, deren Grundzutat meist gefrorene Bananen sind. Über die natursüße Leckerei freut sich nicht nur der Gaumen, sondern auch die Verdauung.

Eiscreme ist aus gutem Grund eine beliebte Süßspeise im Sommer. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt in Deutschland bei acht Litern im Jahr. Leider liefert die kühle Köstlichkeit vor allem Fett, Zucker und Kalorien und nur wenige für den Körper wichtige Inhaltstoffe. Weshalb man darüber nachdenken könnte, sie zumindest manchmal durch Nice Cream zu ersetzen.

Für Nice Cream (engl. für gutes/nettes Eis) werden gefrorenen Bananen püriert, bis sie eine cremige Konsistenz wie Speiseeis bekommen. Weitere Zutaten sorgen für optische und geschmackliche Abwechslung. Die enthaltenen Mineralstoffe sowie Prä- und evtl. sogar Probiotika (siehe auch: Prä- und Probiotika für eine gesunde Darmflora) kommen (nicht nur) der Verdauung zugute.  

Grundrezept

Das Grundrezept ist denkbar einfach: Für zwei Portionen Nice Cream mixt man je nach Größe ein bis zwei in Scheiben geschnittene gefrorene Bananen mit einem Schuss Milch oder Pflanzendrink. Wer es sehr süß mag, süßt mit einer kleinen Menge Honig oder Agavendicksaft.

Variationen

Für Abwechslung sorgen optionale Zutaten wie Kakao, weitere (gefrorene) Früchte wie Beeren oder Mango, oder naturbelassene Nussmuse.

  • Banane + Kakao = Schoko-Nice Cream
  • Banane + Erdbeeren = Erdbeer-Nice Cream
  • Banane + Erdnussmus = Erdnuss-Nice Cream

Für Extravaganz können Topings wie Karamellsauce, Schokoladensauce, geröstete gehakte Nüsse sorgen.

So kommen Ballast- und Nährstoffe* in die Nice Cream

Wegen der natürlichen Zutaten ist Nice Cream nicht nur ein geschmackliches Highlight. Alle Bestandteile punkten mit einem oder mehreren Vorteilen für Verdauung und Gesundheit.

Bananen

Für die Nice Cream sollten möglichst reife Bananen verwendet werden, da so die gewünschte cremige Konsistenz erreicht wird. Eine große, reife Banane enthält ca. 3 Gramm Ballaststoffe (2 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm). Aufgrund ihres hohen Fruchtzuckergehalts können Bananen leicht abführend wirken.

Grüne Bananen dürfen aber auch gerne mit in den Mixer, da sie resistente Stärke enthalten, die den guten Darmbakterien als Nahrung dient.

Bananen sind zudem eine gute Kaliumquelle und enthalten in nennenswerten Mengen Vitamin B6 und C, sowie die Mineralien Magnesium und Mangan.

Beeren

Beeren liefern je nach Sorte eine erstaunliche Menge Ballaststoffe pro 100 Gramm

  • Blaubeeren (Kulturheidelbeeren) ca. 5 Gramm Ballaststoffe
  • Brombeeren ca. 3,2 Gramm Ballaststoffe
  • Erdbeeren ca. 2 Gramm Ballaststoffe
  • Himbeeren ca. 4,7 Gramm Ballaststoffe

Neben Ballaststoffen sind die Beeren je nach Sorte reich an Vitamin A, C, K und Folsäure. Auch enthalten sie Anthocyane (die roten, blauen und violetten Farbstoffe), Flavonoide und Polyphenole, die helfen, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen und Entzündungsprozesse im Körper günstig beeinflussen können.

Gut zu wissen: Tiefgekühlte Beeren werden meist kurz nach der Ernte eingefroren. Dadurch bleiben Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe weitgehend erhalten. Sie sind deshalb eine sehr gute Alternative zu frischen Beeren.

Nussmuse

Die Zugabe von Nussmus macht die Nice Cream gehaltvoll und geschmeidig-cremig und auch hier sind Ballaststoffe (je pro 100 Gramm) zu finden.

  • Cashewnussmus ca. 2 Gramm Ballaststoffe
  • Erdnussmus ca. 8,4 Gramm Ballaststoffe
  • Haselnussmus ca. 5,4 Gramm Ballaststoffe
  • Mandelmus ca. 10,3 Gramm Ballaststoffe

Nicht nur Ballaststoffe machen Nussmuse gesund. Reine Nussmuse (100 % Nüsse, ohne Zucker oder gehärtete Fette) sind zwar sehr energiereich, doch sie enthalten auch gesunde Fette (vor allem einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren), die sich günstig auf Herz und Blutgefäße auswirken können.  Sie haben einen Eiweißanteil von bis zu 30 Prozent und sind reich an u.a. Vitamin E, Magnesium, Kalium, Kupfer und Mangan. Zudem enthalten sie Antioxidantien, die die Zellen vor oxidativem Stress schützen können.

Kakao

Fans der schokoladigen Nice Cream können sich freuen: Kakao enthält neben einem zugegeben hohen Fettanteil beträchtliche Mengen an Mikronährstoffen wie Magnesium, Kalium, Chrom, Eisen und Vitamin E. Zudem verfügt er über Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe, die den Körper vor Schäden durch freie Radikale schützen und denen eine lebensverlängernde Wirkung zugeschrieben wird (siehe auch: Schokolade macht glücklich und hilft bei Stress).

Auch ist Kakao überraschend ballaststoffreich. In schwach entöltem Kakao sind ca. 26 Gramm Ballaststoffe in stark entöltem fast 30 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm.

Und wenn man keine Bananen mag?

Sorbet


Wer keine Bananen mag, oder die relative hohe Kalorienzahl scheut, kann auch andere gefrorene Früchte mixen. Dabei entsteht zwar keine Nice Cream, dafür aber ein herrlich fruchtiges Sorbet, das sich an heißen Tagen nicht nur als Dessert, sondern auch als Durstlöscher eignet. Neben den Beerenfrüchten eigenen sich besonders Mango, Melone und Pfirsiche.