Bitterstoffe für die Verdauung

Bitterstoffe sind sekundäre Pflanzenstoffe, die die Pflanze – durch ihren bitteren Geschmack – vor Fressfeinden schützen soll. Für Menschen mit Querschnittlähmung können sie in Maßen wertvoll sein, da sie die Verdauung anregen und den Stoffwechsel unterstützen.

Der bittere Geschmack vieler Kräuter sowie mancher Obst- und Gemüsesorten ist eigentlich ein Schutzmechanismus, der die Pflanze vor Fressfeinden schützen soll. Obwohl sie in Maßen für Menschen unbedenklich sind, wird von vielen Menschen, der bitterer Geschmack als unangenehm empfunden. Wer seiner Verdauung einen Gefallen tun will, sollte aber unbedingt regelmäßig zu den bitteren Gesellen greifen.

Zur Auswahl stehen u.a.:

  • Gemüse/Salate
    • Artischocken
    • Chicorée
    • Endivien
    • Kohlsorten, allen voran Rosenkohl
    • Löwenzahn
    • Mangold
    • Radicchio
    • Rucola
    • Spinat
    • Zuckerhut
  • Obst
    • Apfelsorten, verschiedene (z. B. Jonagold, Braeburn)
    • Cranberrys
    • Granatäpfel
    • Grapefruit
    • Kumquat
    • Pomelo
    • Pomeranze (Bitterorange)
    • Quitten
  • Gewürze
    • Bohnenkraut
    • Dill
    • Oregano
    • Rosmarin
    • Salbei
    • Thymian

Vorsicht, giftig!


Wenn Zucchini, Gurken oder Kürbisse bitter schmecken, solle auf den Verzehr unbedingt verzichtet werden, da hier die Bitterstoffe auf einen hohen Gehalt des giftigen Cucurbitacin hinweisen können.

Wie verbessern Bitterstoffe die Verdauung

Bitterstoffe in den Speiseplan aufzunehmen ist aus mehreren Gründen sehr sinnvoll: Sie können zur Appetitregulation beitragen, den Insulinspiegel positiv beeinflussen und entzündungshemmend wirken. Besonders wertvoll sind sie aber für eine geregelte Verdauung.

  1. Bitterstoffe fördern die Verdauung, indem sie die Produktion von Verdauungssäften (Galle, Magensäure) anregen und
  2. die Darmbewegung (Peristaltik) steigern. Bitterstoffe stimulieren die Schleimhäute im Verdauungstrakt, was die Darmtätigkeit fördert und den Weitertransport des Nahrungsbreis beschleunigt. Verstopfung kann so gelindert oder vorgebeugt werden.
  3. Bitterstoffe können Blähungen lindern.
  4. Bitterstoffe tragen zur Balance der Darmflora bei, u.a. passiv, indem sie die Lust auf schädlichen Zucker drosseln.

Darüber, welche Mengen Bitterstoffe notwendig sind, um die Verdauung anzuregen, gibt es keine einheitlichen Aussagen, da Menschen sehr unterschiedlich reagieren können. Wer es mit Bitterstoffen versuchen möchte, beginnt am besten mit einer überschaubaren Menge, z.B. mit einem kleinen Salat mit den oben genannten Sorten als Vorspeise. Nach und nach können dann immer mehr Lebensmittel mit Bitterstoffen in den Speiseplan aufgenommen werden.

Eine andere Möglichkeit ist das Verzehren von Bitterstoffen in grünen Smoothies, siehe: Fit in den Frühling mit grünen Smoothies und Grüne Smoothies für einen gesunden Darm.  

Bitterstoffe als Nahrungsergänzungsmittel

Bitterstoffe werden von verschiedenen Herstellern als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.

Auf die Frage, wie sinnvoll diese Präparate sind, antwortet Diätassistentin Claudia Hess vom Zentrum für Ernährung und Verdauung Querschnittgelähmter: „Primär empfehle ich Bitterstoffe in Lebensmitteln zu sich zu nehmen. Die bitteren Obst- und Gemüsesorten liefern neben den Bitterstoffen auch Vitamine oder Mineralien – und je nach Sorte auch Ballaststoffe.

Sollte die Beschaffung oder Zubereitung dieser Lebensmittel zu schwierig sein – sie haben ja nicht immer Saison – kann man auf Präparate zurückgreifen. Allerdings kann es dabei schneller zu einer Überdosierung – und dadurch zu Übelkeit, Magenschmerzen, Krämpfen oder Durchfall – kommen. Und wer neben der Querschnittlähmung noch mit Gallensteinen, Magengeschwüren oder Alkoholkrankheit zu kämpfen hat, sollte vor der Einnahme auf jeden Fall ärztlichen Rat einholen.“


Dieser Text wurde mit größter Sorgfalt recherchiert und nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Die genannten Produkte, Therapien oder Mittel stellen keine Empfehlung der Redaktion dar und ersetzen in keinem Fall eine Beratung oder fachliche Prüfung des Einzelfalls durch medizinische Fachpersonen.
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