Ernährung bei Querschnittlähmung: Fisch und seine Alternativen

Fisch und Meeresfrüchte gehören für viele Menschen zu einer gesunden Ernährung. Tatsächlich bieten die Wasserbewohner wichtige Inhaltsstoffe, die auch für die Gesundheit von Menschen mit Querschnittlähmung eine wichtige Rolle spielen können.

Pokebowl: Roher Lachs auf buntem Gemüse garniert mit Sprossen.

Wieso Fisch gesund ist?

Zu den der Gesundheit zuträglichen Inhaltstoffen von Fisch gehören u.a. Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Vitamin B12, Eisen, Selen und Jod. Außerdem ist Fisch eine gute Eiweißquelle (Proteine).

  • Vitamin D und Selen tragen beide zum Schutz der Knochengesundheit bei. Dies ist für Menschen mit Querschnittlähmung besonders wichtig, da unterhalb der Lähmungshöhe das Osteoporoserisiko (siehe: Osteoporose bei Querschnittlähmung) steigt. Zudem unterstützt Selen Enzyme, die für den Abbau von freien Radikalen zuständig sind.
  • Vitamin B12 ist essenziell für das Wachstum und die Erneuerung von Zellen, insbesondere im Knochenmark und wichtig für die Regeneration und Bildung der Nervenfasern (Myelinscheiden).
  • Vor allem Meeresfrüchte wie Muscheln und Garnelen sind reich an Eisen, das wichtig für den Sauerstofftransport im Blut ist. Eisen ist entscheidend für die Energiegewinnung, Zellteilung, Immunfunktion und Gehirnentwicklung. Ein Mangel führt häufig zu Müdigkeit und Leistungsabfall. 
  • Jod ist wichtig für Stoffwechselfunktionen. Es ist an der Produktion von Schilddrüsenhormonen beteiligt, welche Stoffwechsel, Wachstum, Gehirnentwicklung, Energieregulierung und Wärmeerhaltung steuern. Damit ist Jod entscheidend für Leistungsfähigkeit, Zellwachstum und Nervenfunktion. 
  • Proteine spielen eine wichtige Rolle beim Erhalt und Aufbau von Muskelmasse und sind für die Hautgesundheit von großer Bedeutung. Für Menschen mit Querschnittlähmung besteht ein erhöhter Bedarf bei der Vermeidung und vor allem bei der Regeneration von Dekubitus (siehe: Ernährungsempfehlungen bei Dekubitus)

Wie gesund ist Fisch aus Dosen?

Dosenfisch ist per se nicht weniger gesund als frischer oder tiefgefrorener Fisch. Die Proteine, Omega-3-Fettsäuren und fettlöslichen Vitamine werden vom Verarbeitungsprozess wenig beeinflusst. Zu beachten ist allerdings, dass Fischkonserven oft Zusätze, wie viel Salz, Zucker und zugesetzte Fette enthalten. Fisch in Oliven- oder Saatenöl hat mehr Kalorien als Fisch im eigenen Saft und auch der Salzgehalt bei Fisch im eigenen Saft ist geringer.

Eine Belastung mit Bisphenol A (BPA) aus der Innenbeschichtung von Konservendosen ist möglich. BPA kann den Hormonhaushalt beeinflussen und besonders in fetthaltigen Fischkonserven ins Lebensmittel übergehen kann. Bei Untersuchungen schnitten Produkte in Öl oft schlechter ab als Fisch in eigenem Saft. Bio-Produkte und hochwertige Öle (z. B. Olivenöl) sind oft besser. 

Was spricht gegen Fisch?

Neben der Belastung mit Schwermetallen wie Quecksilber (bei Fisch aus Wildfang) oder mit Antibiotika, Pestiziden und Chemikalien (bei Fisch aus Aquakultur) und Mikroplastik (alle Arten), können Parasiten in Fischfleisch ein Problem darstellen. Man sollte daher Fisch gründlich garen und bei der Zubereitung stets Hygiene walten lassen. Fisch, der explizit mit „Sushi-Qualität“ deklariert ist, kann man zwar roh essen – er ist nur nicht immer ganz so leicht zu bekommen.

Welche Alternativen gibt es?

Wer Fisch nichts abgewinnen kann, die gesundheitlichen Vorteile der Inhaltsstoffe aber nicht missen möchte, kann zu Alternativen greifen.

  • Omega-3-Fettsäuren sind in Saaten und Nüssen wie Leinsamen, Chiasamen und Walnüssen enthalten.Man kann sie ins Müsli streue, wobei sie gleich die für die Verdauung wichtigen Ballaststoffe mitliefern, oder als Öl genießen.Ebenfalls enthalten sind sie in Algen und dem daraus gewonnenen Öl.
  • Besonders reich an Selen sind Knoblauch, Kokosnuss, Erdnüsse, Steinpilze, Vollkornprodukte, Kohlrabi, Sesam, Paranuss, Sojabohnen, Hülsenfrüchte, Hühnereier und verschiedene Käsesorten.
  • Jodhaltig sind Meeresalgen und Algenölen. Natürlich kann man auch zu mit Jod angereichertem Speisesalz greifen.
  • Vitamin D ist in Leber, Eigelb und Pilzen enthalten (siehe auch: Pilze essen und ab in die Sonne). In Innereien und Eiern sowie in Milchprodukten findet sich auch Vitamin B12.
  • Eisen ist in großen Mengen in verschiedenen Hülsenfrüchten sowie Nüssen, Saaten und grünem Gemüse enthalten. Da Eisen aus pflanzlichen Quellen schlechter verwertet werden kann, sollte es stets mit Vitamin C kombiniert werden. Zudem sollte zwischen dem Genuss von Kaffee oder grünem/schwarzen Tee und eisenreichen Mahlzeiten eine Pause von zwei Stunden bestehen, da diese Getränke Koffein, Polyphenole, Oxalsäure und/oder Tannine enthalten, die die Eisenaufnahme beeinflussen.
  • Protein ist ein wichtiger Baustein der Ernährung. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte die durchschnittliche Menge an Eiweiß, die man täglich zu sich nimmt, etwa 15% der gesamten aufgenommenen Nahrung stellen. Für Menschen mit Querschnittlähmung sind die Zahlen etwas nach oben revidiert worden (siehe auch: 14 Regeln zur Ernährung bei Querschnittlähmung), sodass die empfohlene Menge bei 15-20% der täglichen Nahrung liegt. Dies entspricht 0,8 bis 1,0 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht.

100 Gramm Lachs oder Garnelen liefern ca. 20 Gramm Eiweiß; Thunfisch fast 30 Gramm. In der gleichen Menge magerem Rindfleisch finden sich ca. 25 Gramm Eiweiß, ebenso wie in Räuchertofu. In Magerquark oder zwei Eiern finden sich ca. 12 Gramm Eiweiß. Wer sie verträgt und etwaige anfängliche Blähungen nicht scheut, kann die Eiweißversorgung mit Hülsenfrüchten ergänzen: In 100 Gramm Kidneybohnen sind über 20 Gramm Eiweiß, in der gleichen Menge Linsen bis zu 25 Gramm. Siehe auch: Pflanzliches Eiweiß: Keine Angst vor Tofu und Co.

Siehe auch:

Ernährung bei Querschnittlähmung – Der-Querschnitt.de

Das Ernährungsrad für Menschen mit Querschnittlähmung – Der-Querschnitt.de

Ernährung Archive – Der-Querschnitt.de


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