Sodbrennen: Wenn es sauer aufstößt …

Wenn es sauer aufstößt, spricht man landläufig von Sodbrennen. Im medizinischen Fachjargon auch von der Gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD), die dann auch noch unterteilt wird in mit oder ohne Entzündung der Speiseröhre. GERD entwickelt sich, wenn Mageninhalt in die Speiseröhre zurückläuft und dadurch störende Symptome oder Komplikationen verursacht werden. In Deutschland schätzt man, dass 25% der Erwachsenen eine Refluxkrankheit haben, die Zahlen nehmen mit höherem Alter zu.

Blonder Mann mit Bart in hellen Kleidern und mit schmerzverzerrtem Gesicht hält sich beide Hände an die Brust.

Der Reflux entsteht, weil der Verschluss von der Speiseröhre (Ösophagus) zum Magen ein spiralförmiger Sphinkter, nicht mehr richtig funktioniert. Es gibt Bedingungen, die diesen Reflux fördern.

  • Übergewicht
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Genetische Veranlagung
  • Hiatushernie – Das Zwerchfell hat eine kleine Öffnung, durch die die Speiseröhre durchtritt. Diese Öffnung kann sich vergrößern und Teile des Magens können nach oben rutschen. Dadurch kann das Zwerchfell die Speiseröhre nicht mehr verschließen und Magensäure zurückfließen – es besteht ein Reflux.
  • Völlerei (üppige und fettreiche Mahlzeiten)
  • Essen kurz vor dem Schlafengehen
  • Schwangerschaft
  • Medikamente (z.B. Anticholinergika oder Calciumantagonisten)
  • Auch Stress kann den Reflux fördern

Symptome der Refluxkrankheit

  • Sodbrennen, d.h. saures Aufstoßen und/oder brennende Schmerzen/Druckgefühl hinter dem Brustbein oder in der Magengegend; die Schmerzen verstärken sich nach dem Essen, beim Kopf vorne über beugen und/oder im Liegen
  • Luftaufstoßen, Blähungen und Windabgang
  • Zurückströmen von Mageninhalt (Regurgitation)
  • Schluckstörung (Dysphagie)
  • Entzündungen der Speiseröhre, die das Risko für Speiseröhrenkrebs erhöhen können.

Des Weiteren können Symptomen außerhalb der Speiseröhre auftreten:

  • Heiserkeit oder chronischer Reizhusten bis hin zur chronischen Bronchitis aufgrund von Mikroaspiration von Magensaft
  • Schlafstörungen
  • Fremdkörpergefühl im Rachen oder im Hals auch Globusgefühl genannt

Wichtiger Hinweis


Sodbrennen-Betroffene sollten verstärkt auf ihre Mundhygiene achten, denn die zurücklaufende Säure kann die Zähne und das Zahnfleisch angreifen.

Wie wird eine Refluxkrankheit festgestellt

In erster Instanz wird ein Versuch gemacht mit der Gabe eines Protonenpumpenhemmesr (PPI). Dieser hemmt die Sekretion der Magensäure (z.B. Pantoprazol©, Omiprazol©). Bessern sich die Symptome, dann ist die Diagnose schon fast gestellt. Eine Endoskopie (Spiegelung) des Ösophagus (Speiseröhre) wird nur bei Alarmsymptomen, langjährigem Leiden oder genetischer Disposition durchgeführt. Eher selten wird eine 24-Stunden pH-Messung bzw. eine pH-Metrie-Impedanzmessung in der Speiseröhre durchgeführt zur Registrierung von Refluxepisoden.

Konservative Maßnahmen zur Refluxbehandlung

  • Gewichtsreduktion
  • Reduktion von Nikotin, Kaffee und Alkohol
  • 3-4 Std. Esspause zwischen der letzten Mahlzeit und dem Zubettgehen
  • Leichte Oberkörper Hochlagerung, um das Zurücklaufen des Magensafts zu reduziert oder gar verhindern
  • Fetthaltige – üppige Mahlzeiten vermeiden
  • Herausfinden, nach welchen Lebensmitteln vermehrt Sodbrennen auftritt – oft auch einhergehend mit der Säure der Lebensmittel oder dem Fettgehalt sowie der Schärfe
  • Vermehrte Bewegung – auch das Rollstuhlfahren kann hier schon dazugezählt werden
  • Stress reduzieren
  • Medikamente überprüfen – ob diese als Nebenwirkung den Reflux angeben – und schauen ob die wirklich benötigt werden oder ersetzt werden können durch solche, die weniger Reflux produzieren

Auf der Querschnitt.de finden sich Nahrungsmittel, die in bereits in kleinen Mengen die Magensäure reduzieren wie Haferflocken, Bananen, Mandeln, Kartoffelsaft und Avocado oder Leinsamen.

  • Leinsamen enthalten eine große Menge an Schleimstoffen. Leinsamen in Wasser aufgelöst und mit dem Leinsamen getrunken bildet dies ein Gel und eine Art Schutzschicht in  der Speiseröhre und dem Magen. Aber Vorsicht – dies kann die Darmfunktion verändern.
  • Heilwässer mit einem Gehalt an Hydrogencarbonat größer als 1.200mg/l können gegen Sodbrennen helfen, da sie überschüssige Magensäure binden und so die Säureproduktion des Magens wieder normalisieren und die Magenentleerung beschleunigen. Vor und zu den Mahlzeiten trinken.
  • Heilerde gibt es in unterschiedlichen Qualitäten. So auch Heilerde, die speziell zur Bindung der Magensäure eingesetzt und innerlich angewendet werden kann. Die Säurebindung, die in mVal angegeben wird, müssen den Vorgaben des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) entsprechen und liegen bei 25 mVal, dass man von einem Antazidum (Säurebinder) sprechen kann. Die Heilerde nach Angaben im Beipackzettel anwenden und darauf achten, dass Sie wirklich zum Einnehmen gedacht ist.
  • Schüßler-Salze sind eine weitere Möglichkeit, Reflux und Sodbrennen natürlich zu behandeln. Dabei geht man davon aus, dass Krankheiten durch Störungen im Mineralhaushalt entstehen. Bei Sodbrennen wird das Schüßler Salz Nr. 9- Natrium phosporicum eingesetzt. Dies hilft den Säure-Basen-Haushalt des Körpers auszugleichen und den übersäuerten Magen zu beruhigen.
  • Es gibt verschiedene Yogaübungen, die dabei helfen können, die Magensäure zu regulieren, und auch von Rollstuhlfahrern in angepasster Form ausgeführt werden können. Auch Akupunktur kann zur Linderung von Reflux eingesetzt werden.

Einige Mythen zur Behandlung von Sodbrennen

  • Milch
    Bei Sodbrennen hilft Milch – wissenschaftlich gesehen nein. In einer Vergleichsstudie von Menschen die Wasser oder Milch getrunken haben löste die Milch öfter Sodbrennen aus. Vollmilch stärker als die fettarme Milch. Die Säurewerte nach Verzehr eines Joghurts sind ähnlich wie nach dem Verzehr eines Safts aus sauren Zitrusfrüchten. 
  • Natron, der Alleskönner
    Großmutter wusste es schon – wer unter Sodbrennen leidet, sollte auf das altbewährte Natron zurückgreifen. Natron ist ein Backtriebmittel, kann zum Reinigen oder auch als Waschmittel verwendet werden. Gegen Sodbrennen hilft es kurzfristig, wenn man es in Wasser auflöst und dann trinkt. Das Natron bekämpft die Symptome, aber nicht die Ursache, denn wenn Natron aufgelöst wird, entsteht Kohlensäure. Diese kann dazu führen, dass der Schließmuskel am Ende der Speiseröhre sich öffnet und dadurch das Gas entweicht. – Dies kann im ersten Moment erleichternd sein, aber es kann auch saurer Mageninhalt mit entweichen. Zu viel Natron kann die Bildung von Magensäure anregen was wiederum kontraproduktiv ist.
  • Schnaps fördert die Verdauung
    So sagt der Volksmund. Wenn jedoch während oder nach einer Mahlzeit Alkohol getrunken wird, verzögert dies die Verdauung. Das unangenehme Völlegefühl kann mit Alkohol reduziert werden, da Alkohol die Magenmuskulatur lockert. Aber auch der Sphinkter in der Speiseröhre ist muskulär und kann gelockert werden, so dass Mageninhalt wieder zurücklaufen kann. Zudem regt Alkohol die Magensäureproduktion an.

Siehe auch: Fünf Dinge, die man bei Sodbrennen tun kann – Der-Querschnitt.de und Kräutertees, die bei Sodbrennen helfen können – Der-Querschnitt.de


Eine Version dieses Textes wurde in Ausgabe 1/2026 von PARAplegiker erstveröffentlicht.


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