Nutri-Score – Einfache Nährwertkennzeichnung bei Lebensmitteln
Nutri-Score ist ein System zur Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln, bei dem eine fünfstufige Farb- und Buchstabenskala einen Überblick über die Nährwertqualität eines Lebensmittel liefern. Die Einführung in Deutschland fand im November 2020 statt und ist für Hersteller freiwillig. Seit Januar 2026 gelten strengere Regeln.

Der Nutri-Score wurde im Jahr 2017 von den französischen Gesundheitsbehörden ins Leben gerufen. Die wissenschaftliche Grundlage lieferten Ernährungswissenschaftler aus Großbritannien und Frankreich. Sein Ziel ist es, eine Orientierung beim Kauf von Lebensmitteln zu geben und dadurch das Bewusstsein hinsichtlich einer ausgewogenen Ernährung zu steigern. Insbesondere erleichtert er die Unterscheidung ähnlicher Lebensmittel. Wie in den folgenden, von Foodwatch.org (externer Link) zur Verfügung gestellten Beispielen:



Einführung in Deutschland: November 2020
Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, die im September 2019 die Einführung des Nutri-Scores ankündigte, sagt: „Der Wunsch der Verbraucher nach mehr Sicherheit und Transparent beim Kauf von Lebensmitteln – das zeigen die Ergebnisse – ist groß. Für viele erscheint es bisher schwer, beim Thema „gesunde Ernährung“ vieles richtig zu machen und sich sicher bei der schnellen Kaufentscheidung zu fühlen. Gerade in einer Zeit, in der vermehrt zu Fertigprodukten gegriffen wird, die teilweise zu viel Zucker, Salz oder Fette enthalten. Das hat gesundheitliche, aber auch volkswirtschaftliche Folgen, die ich nicht hinnehmen will. Mit dem Nutri-Score soll es nun eine Kennzeichnung auf der Vorderseite geben, die viele der Anforderungen erfüllt, die die Verbraucher an ein zusätzliches Nährwertkennzeichen formulieren: Er ist auf den ersten Blick erfassbar, leicht zu verstehen und nutzt die eingängige, bereits gelernte Farbwelt einer Ampel. Der Nutri-Score lässt dabei zwar keine Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Nährwerte zu. Verbraucher erwarten vor allem aber eine zusammenfassende Bewertung, die schnelle Orientierung gibt. Weitere Informationen kann man weiterhin der Nährwerttabelle sowie der Zutatenliste entnehmen.“
Die Kennzeichnung mit dem Nutri-Score wurde in Deutschland im November 2020 eingeführt.
Vergleichbarkeit erleichtern
Für Menschen mit Querschnittlähmung ist eine verbesserte Übersicht hinsichtlich des Nährwertes von Nahrungsmittel besonders wichtig, da der verringerte Grundumsatz (siehe: Ernährung und Energiebedarf bei Querschnittlähmung) das Risiko von Übergewicht erhöht (siehe: Was tun bei Übergewicht? Abnehmen bei Querschnittlähmung).
Ärzteverbände, medizinische Fachgesellschaften und Verbraucherorganisationen fordern schon seit langem verbindliche Maßnahmen gegen Fehlernährung und Übergewicht – eine verständliche Nährwertkennzeichnung in Ampelfarben ist dabei ein wichtiger Baustein. In Ermangelung einer verbindlichen EU-weiten Regelung haben inzwischen mehrere Länder Ampelkennzeichnungen auf freiwilliger Basis eingeführt. Der von unabhängigen französischen Wissenschaftlern entwickelte Nutri-Score wird bereits in Frankreich und Belgien sowie anderen europäischen Ländern verwendet.
Das Modell nimmt eine Gesamtbewertung der Nährwertzusammensetzung eines Produktes vor, indem es ernährungsphysiologisch günstige und ungünstige Nährwertbestandteile miteinander verrechnet und auf einer von grün nach rot abgestuften Farbskala einordnet. Mit dem Nutri-Score lassen sich so die Nährwerte verschiedener Lebensmittel wie Tiefkühlpizzen, Frühstücksflocken oder Fruchtjoghurts auf einen Blick vergleichen. Diese Vergleichbarkeit ist zumindest in der Theorie gegeben. In der Praxis wird das Konzept dadurch erschwert, dass die Verwendung des Nutri-Scores für die Hersteller freiwillig ist.
Informationen sind freiwillig
Kein Hersteller ist dazu verpflichtet Produkte mit dem Nutri-Score zu markieren. Es ist zwar so, dass sich ein Unternehmen, wenn es sich für die Verwendung des Nutri-Score freiwillig angemeldet hat, verpflichtet ist, nach einer Übergangszeit alle von ihm produzierten Lebensmittel mit dem Nutri-Score zu versehen, aber das war es auch schon. Ungesunde Produkte können also durchaus ohne Kennzeichnung bleiben. Und: Alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent sind von einer Kennzeichnung mit dem Nutri-Score grundsätzlich ausgenommen.
Neuerungen 2026
Ab 2026 gilt der strengere Nutri-Score für alle – zm-online
Dieser Text wurde mit größter Sorgfalt recherchiert und nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Die genannten Produkte, Therapien oder Mittel stellen keine Empfehlung der Redaktion dar und ersetzen in keinem Fall eine Beratung oder fachliche Prüfung des Einzelfalls durch medizinische Fachpersonen.
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