Nutri-Score – Einfache Nährwertkennzeichnung bei Lebensmitteln
Der Nutri-Score ist ein System zur Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln, bei dem eine fünfstufige Farb- und Buchstabenskala einen Überblick über die Nährwertqualität eines Lebensmittel liefern. Die Einführung in Deutschland fand im November 2020 statt und ist für Hersteller freiwillig. Seit Januar 2026 gelten strengere Regeln.

Der Nutri-Score wurde im Jahr 2017 von den französischen Gesundheitsbehörden ins Leben gerufen. Die wissenschaftliche Grundlage lieferten Ernährungswissenschaftler aus Großbritannien und Frankreich. Sein Ziel ist es, eine Orientierung beim Kauf von Lebensmitteln zu geben und dadurch das Bewusstsein hinsichtlich einer ausgewogenen Ernährung zu steigern. Insbesondere erleichtert er die Unterscheidung ähnlicher Lebensmittel. Wie in den folgenden, von Foodwatch.org (externer Link) zur Verfügung gestellten Beispielen*:



Nutri-Score soll die Vergleichbarkeit erleichtern.
Die Kennzeichnung mit dem Nutri-Score wurde in Deutschland im November 2020 eingeführt. Seit Januar 2026 gelten strengere Regeln für eine positive Bewertung.
Für Menschen mit Querschnittlähmung ist eine verbesserte Übersicht hinsichtlich des Nährwertes von Nahrungsmittel besonders wichtig, da der verringerte Grundumsatz (siehe: Ernährung und Energiebedarf bei Querschnittlähmung) das Risiko von Übergewicht erhöht (siehe: Was tun bei Übergewicht? Abnehmen bei Querschnittlähmung).
Das Nutri-Score-Modell nimmt eine Gesamtbewertung der Nährwertzusammensetzung eines Produktes vor, indem es ernährungsphysiologisch günstige und ungünstige Nährwertbestandteile miteinander verrechnet und auf einer von grün nach rot abgestuften Farbskala einordnet. Mit dem Nutri-Score lassen sich so die Nährwerte verschiedener Lebensmittel wie Tiefkühlpizzen, Frühstücksflocken oder Fruchtjoghurts auf einen Blick vergleichen. Diese Vergleichbarkeit ist zumindest in der Theorie gegeben. In der Praxis wird das Konzept dadurch erschwert, dass die Verwendung des Nutri-Scores für die Hersteller freiwillig ist.
Informationen sind freiwillig
Kein Hersteller ist dazu verpflichtet Produkte mit dem Nutri-Score zu markieren. Es ist zwar so, dass sich ein Unternehmen, wenn es sich für die Verwendung des Nutri-Score freiwillig angemeldet hat, verpflichtet ist, nach einer Übergangszeit alle von ihm produzierten Lebensmittel mit dem Nutri-Score zu versehen, aber das war es auch schon. Ungesunde Produkte können also durchaus ohne Kennzeichnung bleiben. Und: Alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent sind von einer Kennzeichnung mit dem Nutri-Score grundsätzlich ausgenommen.
Neuerungen 2026
Hersteller müssen ab sofort diese Regeln berücksichtigen, wenn sie ihre Lebensmittel auf der Nutri-Score-Skala von A bis E einordnen:
- Produkte mit einem hohen Zucker- und Salzgehalt erhalten schlechtere Bewertungen.
- Getränke, die mit künstlichen Süßstoffen gesüßt werden, erhalten zusätzlich vier Negativpunkte und werden so automatisch eine Nutri-Score-Klasse schlechter eingruppiert.
- Auch ein geringer Ballaststoffegehalt wirkt sich negativ aus. Der Mindestgehalt an Ballaststoffen wurde von 0,9 Gramm auf 3 Gramm pro 100 Gramm Lebensmittel angehoben.
- Lebensmittel, die viel Protein enthalten, werden besser bewertet. Diese Regel gilt nicht für „rotes Fleisch“.
- Für Nüsse, Saaten, Raps-, Oliven- und Walnussöl gibt es die neue Kategorie „Öle und Fette“. Bei der Ermittlung ihres Nutri-Scores wird der Energiegehalt aus gesättigten Fettsäuren stärker berücksichtigt. Folglich fallen gesundheitsförderliche pflanzliche Fette und Nüsse mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren positiver ins Gewicht.
- Flüssige Lebensmittel gelten nun einheitlich als Getränke und werden mit dem Rechenmodus für Getränke bewertet. Bisherige Ausnahmen, etwa für Milchmischgetränke, gelten nicht mehr (ZM, 2026).
*Produkte sind keine Empfehlungen der Redaktion
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