Verblüffend vitaminreich: Salami, Shrimps und Kartoffelchips
In Salami steckt viermal so viel Vitamin C wie in Äpfeln. Da Fleisch – im Gegensatz zu vielen pflanzlichen Lebensmitteln – von Natur aus wenig oder gar kein Vitamin C enthält, stellt sich die Frage: Wie kommt der Mikronährstoff rein in die Dauerwurst?

Als Lebensmittelzusatzstoff wird Ascorbinsäure – ein Synonym für Vitamin C – als Säuerungsmittel und Antioxidans bei der Herstellung und Verarbeitung verschiedener Produkte eingesetzt, d. h. sie werden durch diese Zugabe länger haltbar und behalten ihre Farbe. Auf der Zutatenliste erscheint dann meist der Deckname E 300 (siehe auch: Zusatzstoffe in Lebensmitteln). In 100 Gramm Salami sind bis zu 50 Milligramm Vitamin C enthalten; etwa genauso viel wie in 100 Gramm Zitrone. 100 Gramm Apfel enthalten nur 12 Milligramm Vitamin C.
Die Salami ist nicht der einzige Überraschungsgast unter den Vitamin C Bomben. Auch Shrimps enthalten eine beträchtliche Menge, da sie nach dem Fang zügig in ein Ascorbinsäurebad verfrachtet werden, das sie vor dem Verderben schützt und zum Erhalt ihres frischen Teints beiträgt. Dank desselben Kniffs der Lebensmittelindustrie bleiben Tiefkühlpommes beim Backen gelb und knackig und auch Kartoffelchips versorgen den Konsumenten beim Knabbern von 100 Gramm mit immerhin 17 Milligramm Vitamin C. Die artverwandten Kartoffelsticks bringen es auf 44 Milligramm und verpassen damit knapp den Gleichstand mit der Gallionsfigur der Vitamin C Propaganda, der Orange.
Die Salami enthält also mehr Vitamin C als ein Apfel. Ist sie dadurch auch gesünder?
Mitnichten, sagt Daniela Krehl, Ernährungswissenschaftlerin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Denn neben Vitamine C liefert der Apfel eine ganze Palette sekundärer Pflanzenstoffe, die zusätzlich gut für das Immunsystem sind. Außerdem haben diese Früchte viel Pektin, ein Ballaststoff, der nicht nur die Verdauung reguliert, sondern auch den Cholesterinspiegel senken kann. Zudem enthält Salami neben viel Fett und Kalorien auch eine Menge Cholesterin. Der Apfel ist als Snack in jedem Fall vorzuziehen.
Der VitaminC-Bedarf
Vitamin C ist wichtig für die Gesundheit des Menschen. Da es vom Körper nicht selbst produziert werden kann, muss es mit der Nahrung zugeführt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt derzeit eine Tagesdosis von 100 Milligramm. Diese Empfehlungen beruhen auf Schätzwerten, denn es gibt keine Methode, um einen tatsächlichen Vitaminbedarf zu ermitteln. Weltweit schätzen die Gesellschaften für Ernährung übrigens unterschiedlich: In den USA empfiehlt man 60 Milligramm Vitamin C am Tag zu konsumieren, in Großbritannien 30 Milligramm und in Italien 40 Milligramm. Man kann wohl davon ausgehen, dass ein Vitaminbedarf von Individuum zu Individuum schwankt, nicht von Land zu Land. Ein erhöhter Bedarf ergibt sich aus verschiedenen Krankheitsbildern und einer Störung der Darmfunktion. Vitamin C wird über die Mundschleimhaut, vor allem aber über den Dünndarm aufgenommen. Wenn Erkrankungen oder Störungen der Dünndarmfunktion – etwa im Rahmen einer neurogenen Darmfunktionsstörung oder einer permanent und/oder wiederholt geschädigten Darmflora (z. B. verursacht durch Durchfälle und/oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten) – vorliegen, kann eine vermehrte Einnahme über die Nahrung sinnvoll sein.
Vitamin C erfüllt im Körper vielfältige Schutzfunktionen, stärkt das Immunsystem (siehe: Das Immunsystem), fördert die Eisenresorption und ist wichtig für den Aufbau von Bindegewebe, Zähnen, Zahnfleisch und Knochen. Zudem spielt Vitamin C bei verschiedenen Stoffwechselprozessen, z. B. bei der Hormonbildung, eine wichtige Rolle (Hansmeier, 2012).
Die Top Twenty der Vitamin C-reichen Obst- und Gemüsesorten*:
- 1.300 – 1.700 mg in 100 g Acerola-Kirschen.
- Bis zu 1250 mg in 100 g Hagebutte.
- 450 mg in 100 g Sanddornbeeren.
- 275 mg in 100 g Guave.
- 177 mg in 100 g schwarzen Johannisbeeren.
- 140 mg in 100 g Paprika.
- 112 mg in 100 g Rosenkohl.
- 110 mg in 100 g Brokkoli.
- 105 mg in 100 g Grünkohl.
- 100 mg in 100 g Kiwi.
- 93 mg in 100 g Fenchel.
- 80 mg in 100 g Papaya.
- 69 mg in 100 g Blumenkohl.
- 63 mg in 100g Kohlrabi.
- 57 mg in 100 g Erdbeeren.
- 51 mg in je 100 g Spinat enthalten und Zitrone.
- 50 mg in je 100 g Wirsing und Rotkohl.
- 45 mg in 100 g Orange .
Auch nicht schlecht:
- 39 mg Vitamin C sind in 100 g roher Rinderlunge.
- 36 mg Vitamin C sind in je 100 g Mango und roten Johannisbeeren.
- 20 mg Vitamin C sind in 100 g Sauerkraut.
- 12 mg Vitamin C sind in 100 g Apfel .
Vitamin C ist allerdings – wie viele Vitamine – eine Diva, wenn es um Licht, Hitze und Sauerstoff geht, d. h. durch Lagerung und Kochen der Obst- und Gemüsesorten bzw. der Innereien geht relativ viel Vitamin C verloren. Ein schneller Verbrauch und der Verzehr im Rohzustand empfehlen sich daher.
*Die Milligramm-Angaben pro 100 Gramm beziehen sich auf das reife, frische, rohe Lebensmittel. Die Werte sind Schwankungen unterworfen.
Siehe auch: Das Immunsystem stärken
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