Studie zu den psychische Folgen einer Querschnittlähmung
Eine Studie aus dem Jahr 2025 zeigt, dass Menschen mit Querschnittlähmung deutlich häufiger psychische Probleme haben als andere. U.a. leiden sie häufiger an Depressionen, Angstzuständen und Posttraumatischer Belastungsstörung.

Das Narrative Review* mit dem Titel Impact of Spinal Cord Injury on Mental Health: A Narrative Review (dt.: Auswirkungen einer Rückenmarksverletzung auf die psychische Gesundheit) unterstreicht die dringende Notwendigkeit, psychologische Betreuung direkt in die Erstrehabilitation nach Eintritt einer Querschnittlähmung und die langfristige Nachsorge zu integrieren.
Bei der Analyse von Studien, die zwischen 2015 und 2025 veröffentlicht wurden, stellten die Forscher fest, dass bei 16 % bis 35 % der Menschen mit Querschnittlähmung die Diagnose Depressionen vorlag und 10 % bis 26 % über Angstzustände (siehe: Angststörungen und Querschnittlähmung) berichten. Die Übersicht identifizierte zudem ein signifikantes Auftreten von Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) (12 % bis 36 %) (siehe: PTBS bei Querschnittlähmung) und Suizidgedanken (11 % bis 33 %) bei Menschen mit Querschnittlähmung.
Wichtigste Ergebnisse
• Hohe Prävalenz von Komorbiditäten
Depressionen (siehe: Depressionen und Querschnittlähmung) sind die am häufigsten genannten psychische Folgeerkrankung sowohl in der Akut- als auch in der Langzeitrehabilitation.
• Risikofaktoren für eine schlechtere psychische Gesundheit
Zu den wichtigsten Faktoren, die zu einer schlechten psychischen Gesundheit beitragen, gehören chronische Schmerzen, sekundäre Gesundheitsprobleme (z. B. Druckgeschwüre), sozioökonomische Benachteiligung und finanzielle Belastungen.
• Schutzfaktoren
Eine höhere Resilienz (siehe: Resilienz und Querschnittlähmung), Selbstwirksamkeit und starke soziale Unterstützung waren durchweg mit besseren psychischen Gesundheitsergebnissen verbunden.
• Auswirkungen von COVID-19
Im Jahr 2020 durchgeführte Studien zeigten, dass pandemiebedingte Einschränkungen bei der Assistenz und soziale Isolation zu erhöhten psychischen Problemen führten.
Schlussfolgerungen
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Rehabilitationsprogramme routinemäßige psychische Gesundheitsscreenings (unter Verwendung validierter Instrumente wie PHQ-9 und GAD-7) beinhalten und den Aufbau von Resilienz, soziale Unterstützung und die Teilhabe am Gemeinschaftsleben in den Vordergrund stellen sollten.
Die Studie
Die Übersichtsarbeit wurde als narrative Synthese von 30 Studien aus verschiedenen Ländern durchgeführt und bietet einen umfassenden Überblick über die psychologischen, sozialen und emotionalen Herausforderungen nach traumatischen und nicht-traumatischen Rückenmarksverletzungen.
Zur Studie (in englischer Sprache) geht es hier: Impact of Spinal Cord Injury on Mental Health: A Narrative Review – PMC (externer Link).
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