Leitlinien: „Management und Durchführung des Intermittierenden Katheterismus (IK) bei neurogener Dysfunktion des unteren Harntraktes“
Die Blasenentleerung über Katheter gilt als komplikationsarme Methode und „Goldstandard“ bei neurogenen Blasenfunktionsstörungen. Die 2026 überarbeitete neu aufgelegte Leitlinie „Management und Durchführung des Intermittierenden Katheterismus (IK) bei neurogener Dysfunktion des unteren Harntraktes“ der DMGP dient als Grundlage für ein optimale Anwendung.

Die Autoren der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegiologie (DMGP) betonen, dass der intermittierende Katheterismus (IK) seit den 60iger Jahren die Methode der Wahl zur Blasenentleerung bei Querschnittlähmung darstellt und der auch in der Langzeitanwendung eine komplikationsarme Methode zur druck- und restharnfreien Entleerung der Harnblase ist. Siehe auch: Intermittierender Katheterismus: Standards und Hilfsmittel und Hilfsmittel für den intermittierenden Selbstkatheterismus (ISK) Die bisherigen Empfehlungen basieren auf Erfahrungswerten. Die neue Leitlinie soll zu einer Vereinheitlichung des IK beitragen, Verunsicherungen beseitigen und Anwendern eine Hilfestellung bieten.
Neu in der vorliegenden Leitlinie ist der Vergleich mit der Verwendung von Dauerkathetern. Die Autoren beziehen sich auf internationale Leitlinien, in denen der IK als komplikationsarme Methode zur Entleerung der Blase genannt wird, unter welcher die Lebensqualität tendenziell positiv beeinflusst wird. Auch deute die Literatur auf eine höhere Komplikationsrate unter Dauerableitung (suprapubischer Dauerkatheter SPK und transurethraler Dauerkatheter DK) als bei intermittierender Katheterisierung hin.
Aus dem Inhalt
Die Leitlinie gibt Informationen zu u.a.:
- Dauerkatheter versus Intermittierender Katheterismus
- Indikationen für den Intermittierenden Katheterismus
- Katheterauswahl
- Steriler Katheterismus
- Aseptischer Katheterismus
- Hygienischer Katheterismus
- Katheter für den Intermittierenden Katheterismus
- Katheterlänge und Katheterdurchmesser
- Katheterspitzen und Katheteraugen
- Katheterbeschichtung
- Spezielle Eigenschaften von Einmalkathetern
- Katheterisierungsfrequenz
- Durchführung des Intermittierenden Katheterismus
- Desinfektion
- Wichtige Aspekte zur Durchführung des Intermittierenden Katheterismus
- Management von Komplikationen beim IK
- Mögliche Komplikationen und deren Management
Zum kostenfreien pdf Download der Leitlinie geht es hier.
Über die Leitlinien der DMGP
Die Deutschsprachige Gesellschaft für Paraplegiologie e.V. (DMGP) hat sich 2012 entschlossen, durch die Entwicklung von Leitlinien eine Grundlage für evidenzbasierte Rehabilitationsprogramme für Patienten mit einer Querschnittlähmung (QSL) zu schaffen. Ziel ist eine kontinuierliche Verbesserung der Qualität unter Berücksichtigung von individuellen Bedürfnissen, Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit.