Markus Buser kehrte als Paraplegiker auf den elterlichen Bauernhof zurück. Der 29-Jährige möchte 2032 als Bauer im Rollstuhl den Betrieb übernehmen. Mit einem klaren Plan und positivem Denken.
(mehr …)Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) sowie seine Landes- und Fachverbände rufen das vierte Jahr in Folge bundesweit die Sportvereine auf, ihre Angebote bei der „SportWoche für Alle“ zu präsentieren. Für die diesjährige Aktionswoche vom 19. bis 26. September ist das Anmeldeportal ab sofort geöffnet (externer Link).
(mehr …)Paraplegiologie: Krankenschwester und Pflegewissenschaftlerin Veronika Geng wurde in Anerkennung eines herausragenden und langjährigen Beitrags zur Entwickung der urologischen Pflege in Europa mit dem renommierten Ronny-Pieters-Preis ausgezeichnet.
(mehr …)Was für eine gute Idee: Den Hausmüll kann man als Rollstuhlfahrer einfacher in die Tonne befördern, wenn die Einwurfhilfe arc32 vorhanden ist, die 240-Liter Tonnen um 32 Grad nach vorn neigt.
(mehr …)Der ungewollte, unkontrollierte Abgang von Urin, die Harninkontinenz, ist vermutlich für die meisten Menschen mit Querschnittlähmung ein (unangenehmes) Thema. Die Harninkontinenz kann man auf verschiedenen Wegen beschreiben, unter anderem abhängig von der Ursache oder quantitativ anhand der verlorenen Urinmenge.
(mehr …)Kann man sich als Person mit Querschnittlähmung tätowieren lassen? Was muss man beachten? Und was sagen Betroffene dazu?
(mehr …)Wenn pflegende Angehörige ausfallen, zum Beispiel, weil sie Urlaub machen oder erkranken, können sie sich durch eine Verhinderungspflege (im gewohnten häuslichen Umfeld) oder eine Kurzzeitpflege (in einer stationären Einrichtung) vertreten lassen. Die Kosten für die Person oder den professionellen Anbieter, der in dieser Zeit ersatzweise die Pflege übernimmt, trägt die Pflegekasse für mehrere Wochen.
(mehr …)Am 15. März ist Tag der Rückengesundheit. Vor allem Menschen in Pflegeberufen sind anfällig für Rückenbeschwerden – die richtigen Techniken können im Berufsalltag schützen.
(mehr …)Seit einem Badeunfall sitzt Roland Bigler im Rollstuhl – vom Reisen hat das den Tetraplegiker nie abgehalten. Heute arbeitet er als Reiseberater. Mit seiner Erfahrung hat er für alle reisewilligen Menschen mit Rollstuhl die richtigen Tipps auf Lager.

Die erste Reise braucht Mut
Aller Anfang ist schwer. Für Menschen im Rollstuhl besonders, wenn es darum geht, sich auf die erste Reise, in die ersten Ferien in der neuen Lebenssituation zu trauen. Bei Roland Bigler hat das nicht lange gedauert: Zehn Monate nach seinem Unfall saß er schon wieder im Flieger in Richtung Zypern. Eine Gruppenreise, organisiert von der Schweizer Paraplegiker-Stiftung war das damals.
„Vielleicht ein bisschen naiv“
Er erinnert sich zurück: „Vielleicht war das ein bisschen naiv. Ich kannte die Situation noch gar nicht recht, hatte gerade erst ein neues Leben angefangen.“
Und doch konnte er auf der durchorganisierten Reise vieles lernen, viel abschauen von den anderen Reisenden im Rollstuhl, die teils schon jahrelange Erfahrung hatten. Dass Rolands erste Reise im Rollstuhl kein so tolles Ende nahm, darüber lacht er heute: „Die Ärzte hatten mir gesagt, ich soll viel trinken, Stützstrümpfe tragen und die Sonne meiden – ich tat genau das Gegenteil und musste prompt mit einer Thrombose von der Rega (Schweizer Rettungsflugwacht, Anmerkung der Redaktion) heimgeflogen werden.“
Damals war Roland 20. Heute, reicher an Erfahrung, hat er eine Menge Empfehlungen für Menschen im Rollstuhl und ihre erste Reise. „Zum ersten Mal würde ich wohl etwas mit dem Zug machen“, sagt er. Paris oder Lyon vielleicht. Oder Berlin. „Das ist der Hammer dort, fast alles rollstuhlgängig.» Bis auf den Fernsehturm, das hat Roland gefuchst. „Die hätten zwar einen Lift, aber aus feuerpolizeilichen Gründen ließen sie mich nicht hoch. Ich hätte fast der Merkel geschrieben“, sagt er und grinst.
Roland Bigler
Bigler sagt über sich selbst: „Beim Reisen erlebe ich ein unglaubliches Gefühl von Freiheit, und offenen Herzen und Hilfsbereitschaft begegne ich auf allen Kontinenten. Ich – der seit einem Badeunfall mit zwanzig Jahren als Tetraplegiker mit dem Rollstuhl unterwegs bin – bin überzeugt, dass mit meinen Reisen in fremde Kulturen Hemmschwellen gegenüber Menschen mit einer Behinderung abgebaut werden und sich dadurch nach und nach in vielen Bereichen auch die Infrastruktur verbessern wird. Barrierefreies Reisen ist meine Vision. Als „ewiger Optimist“, für den Aufgeben nie eine Option ist und der das Dasein als schöne Herausforderung versteht, lebe ich diese Vision kompromisslos vor.“
Bigler arbeitet als Reiseberater bei dem Schweizer Anbieter (externer Link) Globetrotter.Reisen bewegt. Er ist spezialisiert auf Reisen für Menschen mit Einschränkungen, berät aber natürlich gerne auch jeden anderen Kunden und jede andere Kundin. Der untenstehende Text (Reisen mit dem Rollstuhl) stammt von dieser Seite.
Über seine Reisen im Rollstuhl berichtet der Schweizer unter anderem in einem Blog, der auf den Seiten seines Arbeitgebers erscheint: Barrierefrei Reisen | Globetrotter. Dort gibt es auch ein ausführliches Interview mit ihm: Ferien im Rollstuhl? Er weiss, wie das geht.

Olympia-Städte als Pioniere
Insgesamt seien Städte, die Olympische Spiele ausgetragen haben, oft besonders gut geeignet für Menschen im Rollstuhl. „Dort finden ja immer auch die Paralympics statt“, sagt Roland. Städte wie Vancouver, Sydney oder London seien dann für eine kurze Zeit jeweils echte Pioniere in Sachen Barrierefreiheit.
Fliegen bleibt eine Herausforderung

Für eine erste Flugreise mit Rollstuhl empfiehlt Roland nicht gleich einen Transkontinentalflug. „Viele Rollstuhlfahrer mögen es gerne warm“, sagt er. „Da ist zum Beispiel Teneriffa sehr gut geeignet.“ Mit dem Strand Los Cristianos im Süden der Insel sei schon vor rund dreißig Jahren eine der ersten Top-Destinationen für Menschen im Rollstuhl geschaffen worden. „Da gibt es kilometerlange Uferpromenaden, Zugang zum Meer mit Strandrollstühlen als Einstiegshilfe, zahlreiche barrierefreie WCs und Ausflüge in rollstuhlgängigen Fahrzeugen.“ Aber auch Mallorca sei eine gute erste Destination mit Rollstuhl-Taxis und barrierefreiem Öffentlichem Verkehr.
Ob auf der Kurzstrecke oder über den Atlantik, Flugreisen mit dem Rollstuhl sind immer ein Aufwand – und manchmal auch mühsam, wie Roland schon mehrmals erfahren musste. „Auf jeden Fall muss man sich rechtzeitig bei der Airline anmelden. Am besten eine Woche im Voraus.“ Und dann sollten auch gleich alle Wünsche und Sonderbedürfnisse angemeldet werden.
Mit dem eigenen Rollstuhl ins Flugzeug steigen ist unmöglich, sogar über die Passagierbrücke. Zu eng der Eingang, zu eng der Gang zwischen den Sitzen. Also gibt’s einen schmalen Faltrollstuhl für den Transfer zum Sitzplatz. Der eigene Rollstuhl kommt im Frachtraum mit. Kosten tut das übrigens nichts, die Airlines sind verpflichtet, Menschen mit eingeschränkter Mobilität das Reisen genauso zu ermöglichen wie allen anderen.
Den persönlichen Kontakt suchen
Die Hotels werden immer besser, sagt Roland Bigler. „Inzwischen wissen viele Hotelbetreiber, was eine befahrbare Dusche ist und schreiben das direkt so auf ihre Website.“ Andere schreiben einfach „Behindertengerechte Einrichtungen“ auf ihre Site. „Das nützt mir grad gar nichts!“
Das Problem beim Zimmerbuchen sei noch immer das alte: Es gibt nicht das barrierefreie Reisen, weil Menschen viele verschiedene Einschränkungen haben können. So benötigen nicht nur Menschen im Rollstuhl Barrierefreiheit, sondern auch Gehörlose oder Menschen mit Sehbehinderungen. Und deren Bedürfnisse sind ganz andere.
Deshalb schwört Roland auf die direkte Kommunikation mit den Hotels. Er sieht sich auf den Buchungsplattformen um, schaut sich Bilder an, schreibt die Unterkünfte aber noch öfter direkt per E-Mail an. Überhaupt seien Rollstuhlfahrer besonders viel im Internet unterwegs. Auch Roland selbst sagt: „Ich schaue meine Destinationen oft auf Google Street View an, dann sehe ich, wo es Rampen oder Treppen gibt.“ So vermeidet er unliebsame Überraschungen und sieht schon im vornherein, wo es sich gar nicht erst lohnt, hinzufahren.
Flexibel bleiben!
Auch wenn eine Reise noch so gut durchorchestriert ist, es kann immer etwas schiefgehen. Als Reiseberater versucht Roland seinen Kundinnen und Kunden (die meisten davon sind übrigens im Rollstuhl) möglichst alle Steine im Voraus aus dem Weg zu räumen, aber ob Fußgängerin oder Rollstuhlfahrer – vor allen Eventualitäten ist niemand gefeit.
„Ich habe schon erlebt, dass bei einem Kunden – trotz entsprechender Buchung – kein barrierefreies Hotelzimmer mehr frei war.“ Dann ist Kommunikation gefragt, und ein unkompliziertes Umdenken. Ein sturer Kopf bringt niemanden weiter, sagt Roland: „Beim Reisen verlässt du halt einfach deine Komfortzone. Das ist für alle gleich. Dann musst du halt deinen Fähigkeiten entsprechend flexibel sein.“
Inspiration für andere

Viele von Rolands Kundinnen und Kunden sind unsicher, wissen nicht recht, was sie sich zutrauen können. „Ich versuche ihnen Mut zu machen“, sagt der Reiseberater. Er gibt aber auch Empfehlungen ab. Zum Beispiel rät er: „Ich würde immer eine Begleitperson mitnehmen.“ Es gebe zwar viele Rollstuhlfahrer, die alleine reisen wollen. „Die machen das sowieso, und die buchen auch selber.“ Für ihn selber wäre das gar nicht erst eine Option. Als Tetraplegiker kann er weder Beine noch Finger bewegen. „Ich brauche so viel Hilfe, da wäre allein reisen gar nicht möglich.“
Wichtig sei es, einer Begleitung von Anfang an klarzumachen, was auf sie zukommt. Roland selber hat mit seiner Partnerin eine eingespielte Begleiterin, die weiß, wie das Reisen mit ihm funktioniert. Das gilt aber nicht für alle Menschen im Rollstuhl. „Ich rate davon ab, im Internet eine Begleitperson zu suchen und dann direkt mit ihr in die Ferien zu fahren“, sagt Roland. „Du musst dich unbedingt vorher mit ihr absprechen. Und wenn du unsicher bist, machst du vielleicht erst mal ein Wochenende in der Schweiz. Das kannst du jederzeit abbrechen, wenn’s nicht geigt.“
Die Grenzen akzeptieren
Vielerorts, wo Roland Bigler auf Reisen ist, stößt er auf Grenzen. Treppen, Absätze, aber auch unbefestigtes Terrain. „Die Natur ist nicht immer rollstuhlgängig“, sagt er. Und das akzeptiert er auch. In Thailand etwa, wo man, wie er sagt, noch nicht so weit sei („Aber es tut sich was!“), musste er beim Besichtigen von Tempeln ein paar Sehenswürdigkeiten auslassen, weil sie für ihn nicht zugänglich waren. „Einfach das genießen, was man zu sehen bekommt“, war darauf das Credo des Optimisten Roland.
Ein Credo, das er auch seinen Kundinnen und Kunden zu vermitteln versucht. „Für mich muss auch nicht jedes Hotelzimmer rollstuhlgängig sein.“ Und Roland akzeptiert, dass es Barrieren gibt, die er nun mal nicht überwinden kann. „Ich muss mich nicht aufs Matterhorn buckeln lassen“, sagt er und zeigt, dass es Alternativen gibt: „Es gibt so gutes Filmmaterial. Dann gibt es halt Dinge, die schaust du dir im Fernsehen an. Oder du fliegst darüber, wenn du es dir leisten kannst.“
Am 8. März ist der Internationale Weltfrauentag. Er hat – noch – nichts von seiner Bedeutung verloren. 2026 steht er unter dem Motto „Rights. Justice. Action.“ -„Rechte. Gerechtigkeit. Handeln. Für ALLE Frauen und Mädchen“.
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